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Schönefeld Schallschutz am BER: Bürger haben kaum Beratungsbedarf
Lokales Dahme-Spreewald Schönefeld Schallschutz am BER: Bürger haben kaum Beratungsbedarf
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01:17 09.02.2019
Knapp 26.000 Wohnungen in der Flughafenregion haben einen Anspruch auf Larmschutzmaßnahmen. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Schönefeld

Immer weniger Anwohner aus der Flughafenregion rund um Schönefeld nehmen eine Beratung zu den Themen Schallschutz und Fluglärm in Anspruch. Das geht aus dem Bericht der Schallschutzberaterin des Kreises Teltow-Fläming, Nicole Brettschneider, hervor.

„Insgesamt war die Anzahl der Nachfragen, die uns in der Beratungsstelle 2018 erreicht haben, leicht rückgängig“, sagte sie am Dienstag im Ausschuss für Regionalentwicklung und Bauplanung.

Nach OVG-Urteil kommen nun Anfragen zu Wohnküchen und Wintergärten

Interesse zeigten Anwohner zuletzt vor allem zum jüngsten Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Berlin-Brandenburg, berichtete Brettschneider. Im Juli 2018 war entschieden worden, dass Wohnküchen, -dielen und Wintergärten künftig in das Schallschutzprogramm des Flughafens aufgenommen werden sollen.

„Hauptschwerpunkt der jüngsten Anfragen vom Januar 2019 und kurz vor dem Jahreswechsel war die Frage, wie es nun nach dem Urteil weiter geht“, erklärte sie.

Nicole Brettschneider ist Schallschutzberaterin im Landkreis Teltow-Fläming. Quelle: Nadine Pensold

Dass der Beratungsbedarf derzeit insgesamt gering ist, könnte ebenfalls mit dem Urteil zusammenhängen. Denn nach der Rechtssprechung laufe nun zunächst die Bearbeitung, sagte Brettschneider. „Vor dem Urteil gab es von den Bürgern viele Fragen zum Umgang mit den Wohnküchen und Wintergärten sowie zur Raumhöhe“, erläuterte sie.

Weil momentan vom Flughafen eine neue Preisliste für alle Gewerke erarbeitet wird, lassen Bescheide derzeit auf sich warten. Denn die neuen Preise sollen, sobald sie ermittelt sind, künftig auf alle zu bearbeitenden Fälle angewendet werden. „Mit der Abarbeitung und dem Versand rechnen wir derzeit ab Mai“, sagte Brettschneider. Dann könnte auch die Nachfrage in der Beratungsstelle wieder ansteigen.

Erst 213 von 5000 Fällen baulich umgesetzt

Stockend läuft nach wie vor die Umsetzung der baulichen Schallschutzmaßnahmen in der Flughafenregion. „Von den knapp 5000 Fällen sind erst 213 baulich umgesetzt worden“, berichtete die Beraterin in dieser Woche.

Im vergangenen Jahr habe es dabei vermehrt Probleme gegeben. „Abgesehen davon, dass es schwer ist eine Baufirma zu finden, gibt es mit der Qualität der Umsetzung zuletzt Schwierigkeiten“, sagte Brettschneider.

Im Lärmschutzhaus des Beratungszentrum können sich Interessierte über die unterschiedlichen Möglichkeiten zum Schallschutz informieren. Quelle: Uta Schmidt

Die Beratungsstelle arbeitet nun in Zusammenarbeit mit dem Flughafen an einer praktikablen Lösung. „Wir suchen ein Verfahren, um es den Bürgern in solchen Fällen einfacher zu machen“, erklärt Nicole Brettschneider, „wer etwas an seinem Haus für den Schallschutz gemacht hat, sollte es bei Mängeln nicht noch komplizierter haben.“

Sieben Prozent aller Anträge unbearbeitet

Über 21.500 der 26.000 Anspruchsberechtigten haben inzwischen Anträge gestellt.

Genau 20.070 haben die notwendigen Bescheide des Flughafens erhalten. Sieben Prozent der Anträge wurden bisher noch nicht abgearbeitet.

Zwei Drittel der Anträge betreffen Wohnungen im Tagschutzgebiet. Hier wurde in 91 Prozent der Fälle ein Anspruch bewilligt.

6588-mal wurde eine Entschädigungszahlung zugesprochen. Bisher sind sie zu fast 95 Prozent ausgezahlt worden.

4995-mal wurde die Erstattung von baulichen Maßnahmen beschieden. Komplett umgesetzt wurden sie bisher aber erst in 213 Fällen.

Die Beraterin vom Landkreis befürchtet, dass Anrainer durch solche negativen Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis abgeschreckt werden könnten. „Wichtig ist es, dass die Bürger den Schallschutz tatsächlich umsetzen“, sagte sie. Denn wer nicht die konkreten baulichen Maßnahmen erstattet, sondern direkt eine Entschädigung gezahlt bekommt, hat die freie Wahl, ob er das Geld auch wirklich für den baulichen Schallschutz ausgibt.

Immer wieder empfiehlt die Beratungsstelle den Betroffenen genau das. Die Beratung ist in solchen Fällen zwar kostenfrei, wird aber nur selten genutzt. Lediglich zehn Anwohner hatten sich im Jahr 2018 darüber informiert, welche Maßnahmen sich mit der erhaltenen Entschädigungszahlung an ihrem Gebäude umsetzen ließen. Damit sei die in den vergangenen Jahren ohnehin geringe Nachfrage an dem Angebot weiter gesunken. Bei fast 6150 Auszahlungen haben bisher lediglich 170 Beratungsgespräche stattgefunden.

Von Victoria Barnack

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