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Schönefeld Nachbarkommunen wehren sich gegen neues Möbelhaus in Rangsdorf
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01:16 18.01.2019
Der Möbelmarkt Roller im Südring Center schließt Ende 2019, dort will die XXXL Group bauen. Quelle: Jonas Nayda
Rangsdorf

Eine geplante Riesenansiedlung im Südring Center Rangsdorf sorgt in der Autobahn-Region für ungewöhnlichen Streit. Wo der letztlich landet – ob auf Kreis- oder auf Landesebene – das ist im Moment unklar.

Knackpunkt ist die Ende 2017 bei der Unteren Bauaufsicht (UBA) im Kreishaus Luckenwalde positiv beschiedene Bauvoranfrage für eine Flächenerweiterung mit der Ansiedlung eines neuen Einrichtungshauses. Bedeutet im Klartext: Am Südring-Center in Rangsdorf soll eventuell ein neues Möbelhaus gebaut werden.

35000 Quadratmeter Verkaufsfläche

Es soll mit 35000 Quadratmetern Verkaufsfläche im Südring Center dort entstehen, wo bisher die Möbel-Kette Roller auf 8000 Quadratmetern ihre Produkte verkauft. Roller hat seinen Mietvertrag nicht über dieses Jahr hinaus verlängert. Für das Areal plant die österreichische Möbelhauskette XXXL Group wie berichtet ihr erstes Standbein auf dem hart umkämpften Berliner Möbelmarkt; auf 55 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche will sie zwei Häuser eröffnen. Ein Markt ist für ein XXX-Lutz-Einrichtungshaus vorgesehen, der andere für die preiswertere Vertriebslinie Mömax.

Pläne sind Dorn im Auge der Nachbargemeinden

Dieses Vorhaben ist den Nachbargemeinden Ludwigsfelde, Blankenfelde-Mahlow und Schönefeld, die im Gegensatz zu Rangsdorf den Status eines Mittelzentrum haben, ein Dorn im Auge. Sie haben im Kreishaus Widerspruch gegen die Ansiedlung eingelegt. Dabei berufen sie sich auf geltendes Recht. So erklärt Andreas Igel (SPD), Bürgermeister des Mittelzentrums Ludwigsfelde: „Solche Sortimente sind laut Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg nur Mittel- und Oberzentren vorbehalten, um die Einzelhandelsstruktur dieser Orte zu erhalten.“

Rangsdorf sei weder das eine noch das andere. Der Ludwigsfelder Verwaltungschef erklärt, man warte jetzt auf die Antwort der Unteren Bauaufsicht auf den Widerspruch. Die Nachfrage in der Kreisverwaltung Teltow-Fläming ergab: „Nach Auskunft des Dezernats IV (mit Bauleit- und Regionalplanung, d.Red.) handelt es sich um Widersprüche aus den Kommunen Schönefeld, Ludwigsfelde und Blankenfelde-Mahlow.“

Rangsdorfs Bürgermeister verweist auf die Landesregierung

Klaus Rocher (FDP), Bürgermeister der Südring-Center-Kommune Rangsdorf, meint, das Ganze sei ein Problem der Landesplanung. Er könne den Unmut seiner Nachbar-Kollegen durchaus verstehen. Seine Gemeinde sei „für bestimmte Dinge“ eben nicht vorgesehen, weil sie kein sogenanntes Mittelzentrum ist, sagt er. Nun müsse der Landkreis entscheiden.

Bei dieser Entscheidung kann es allerdings um viel Geld gehen. Das weiß auch Rocher. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und erklärt: „Niemand will hier die Haftung übernehmen, falls es zu einer Klage kommt. Deshalb wälzt die Landesregierung auch die Verantwortung auf den Kreis ab“, sagt er. Rechtlich können sich Investoren bei Ablehnung von zuerst positiv beschiedenen Bauvoranfragen wehren, weil sie um bereits ausgegebenes Geld für die Planung und erwartbare wirtschaftliche Erfolge gebracht würden.

In einer früheren Version hieß es, auch Zossen habe der Ansiedlung widersprochen, das stimmt nicht.

Von Jutta Abromeit und Jonas Nayda

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