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Schulbus gestrichen

Klage gegen Landkreis Dahme-Spreewald Schulbus gestrichen

Zwei Familien aus Rotberg klagen gegen den Landkreis Dahme-Spreewald, weil der ihren Kindern den Schulbus nach Königs Wusterhausen gestrichen hat. Sie fühlen sich anderen Familien gegenüber dadurch benachteiligt. Denn die eigenen Kinder haben deutlich weniger Zeit zum Lernen, weil sie in Königs Wusterhausen auf den Bus nach Hause warten müssen.

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Julia Wiegand aus Rotberg muss nach der Schule oft lange auf den Bus nach Hause warten.

Quelle: Andrea Müller

Rotberg. Die Familien Barth und Wiegand aus Rotberg klagen gegen das Schulverwaltungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald. Der Grund: Das hat ihren Kindern mit dem neuen Schuljahr den Spezialtransport nach Königs Wusterhausen gestrichen.

„Das wollen wir uns nicht gefallen lassen“, sagt Alexandra Barth. Denn die eigenen Kinder seien dadurch anderen Kindern gegenüber benachteiligt. Während die zu Hause schon ihre Hausaufgaben erledigen und lernen können, müssen die Kinder der beiden Rotberger Familien in Königs Wusterhausen auf den Linienbus warten. Oftmals bis zu zwei Stunden, wie die Eltern sagen. Die Zwillinge der Familie Wiegand sowie die Tochter der Familie Barth besuchen das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. Sie sind 13 und 14 Jahre alt.

Dabei sollten die drei eigentlich nach der Primarstufe in die weiterführenden Schulen in Zeuthen und Eichwalde gehen. „Uns wurde wegen starker Nachfrage und mangelnder Wohnortnähe der Zugang verwehrt“, so Alexandra Barth. Das Trio aus Rotberg wurde nach Königs Wusterhausen geschickt. Die Kinder fühlen sich inzwischen dort wohl, haben neue Freunde gefunden. Alles wäre perfekt, wenn nicht der extreme Schulweg wäre.

„Wir haben verschiedene Fahrmöglichkeiten ausprobiert“, sagen die beiden Familien. Doch mit den existierenden Busverbindungen sei es unmöglich gewesen, dass die Kinder pünktlich in der Schule sind. Deswegen wandten sich die Barths und Wiegands an das Schulamt mit der Bitte um Unterstützung. Das genehmigte schließlich einen Schultransport – morgens sowie am Nachmittag nach der siebenten Stunde. „Nicht ideal, aber besser, als die ewige Irrfahrt mit dem Linienbus“, meinen die Rotberger, die hofften, dass sich mit der Zeit noch mehr Kinder finden würden, die die Strecke zwischen Königs Wusterhausen und ihrem Wohnort nutzen, damit die Regionale Verkehrsgesellschaft (RVS) ihre Busse den Schulzeiten besser anpasst. Doch diese Hoffnung war vergebens.

Der Geschäftsführer der RVS, Gerd-Peter Lehmann, verweist diesbezüglich auf das Schulverwaltungsamt. „Wir bekommen von dort gesagt, wie wir zu fahren haben“, sagt er. Entsprechend den betrieblichen Voraussetzungen werde versucht, die Forderungen zu erfüllen. Nun hat das Schulamt für dieses Schuljahr den Schülerspezialtransport ganz gestrichen mit dem Hinweis auf einen Bus, der am Morgen sechs Minuten früher in Königs Wusterhausen ist. „Allerdings nicht an der Schule, sondern am Schloss, so dass der Zeitvorteil komplett durch den Fußweg aufgehoben wird“, beklagt Kristin Wiegand. Am Nachmittag sei es ähnlich. Schulschluss sei um 14.30 Uhr, zu Hause könnten die Kinder frühestens um 16.22 Uhr sein. „Das sind fast zwei Stunden“, so die Mütter.

Ulrich Woschek, stellvertretender Schulleiter im Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, verweist darauf, dass die Schüler die Wartezeit in der Schule verbringen könnten, um zum Beispiel ihre Hausaufgaben zu erledigen oder an Arbeitsgemeinschaften teilzunehmen. Er kennt das beschriebene Problem und weiß, dass es dennoch so nicht gelöst würde, weil die drei im Norden noch einmal umsteigen müssen und wieder lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.

So sehen es auch die ratlosen Eltern. „Das ist nicht ansatzweise akzeptabel, es ist unzumutbar und eine Gesundheitsgefährdung für unsere Kinder“, sagt Alexandra Barth. Deren Lebensqualität und die der mit betroffenen Familien leide erheblich darunter. Besondere Sorge haben die Barths und Wiegands jetzt vor dem nahenden Herbst und Winter. Deswegen reichten sie die Klage ein.

Heidrun Schaaf, Pressesprecherin des Landkreises, verweist auf das laufende Verfahren. „Da geben wir keine Stellungnahme ab“, erklärt sie. Bis zu einer anderweitigen gerichtlichen Entscheidung werde daher die den Klageführern per Ablehnungs- und Widerspruchsbescheid mitgeteilte Auffassung aufrechterhalten.

Von Andrea Müller

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