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Dahme-Spreewald Schule kämpft um Abiturstufe
Lokales Dahme-Spreewald Schule kämpft um Abiturstufe
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00:17 20.07.2017
Schulleiterin Manon Hähnel freute sich über den großen Zuspruch der Besucher. Sie hat den Kampf um die Abiturstufe noch nicht aufgegeben. Quelle: Frank Pawlowski
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Groß Köris

Zumindest der Wettergott meinte es gut mit den Groß Körisern am Samstag. Zum Hoffest am Vormittag in der Grund- und Oberschule Schenkenland strahlte die Sonne. Erst als mittags Bänke und Tische wieder eingeräumt wurden, begann es zu tröpfeln. Und dass ein Vogelklacks auf der Hand einer Lehrerin landete, konnte ebenfalls als gutes Omen gewertet werden. In der Kreispolitik stehen die Groß Köriser derzeit aber auf verlorenem Posten. Doch davon lassen sie sich nicht beirren.

Besucher waren begeistert

Katerstimmung wegen der überraschenden Absage des Kreises, in Groß Köris doch keine Abiturstufe einzurichten, herrschte jedenfalls nicht. Gut gelaunt strömten hunderte Besucher zu dem Hoffest, bei dem die Schüler Ergebnisse ihrer Projektarbeiten vorstellten. Es war wie bei einem Familienfest. Es gab ein großes Buffet mit selbst gemachten Salaten, Würstchen wurden gegrillt, Mädchen belagerten den Schminkstand. An Tischen plauderten die Besucher angeregt miteinander. Schulleiterin Manon Hähnel wuselte die ganze Zeit durch die Gegend und freute sich über das bunte Treiben auf dem Hof und vor allem über den großen Zuspruch. „Alle, die uns besuchen, sind begeistert“, sagte sie strahlend.

Kurz vor dem Ende des Hoffestes am Mittag herrschte immer noch reger Betrieb auf dem Schulgelände. Quelle: Frank Pawlowski

Kopfschütteln über Umfaller der Kreispolitik

288 Mädchen und Jungen werden derzeit in Groß Köris von der ersten bis zur zehnten Klasse unterrichtet, zwei neue siebte Klassen kommen in diesem Jahr hinzu. Dass es für eine dritte nicht gereicht hat, liegt für die Groß Köriser auch am Umfaller der Kreispolitik bei der Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Noch im Dezember hatte der Kreistag das für Groß Köris in Aussicht gestellt, doch jetzt soll auf einmal Königs Wusterhausen die Schule bekommen. „Viele Eltern wollten ihre Kinder bei uns anmelden, doch wir konnten ihnen nicht versprechen, dass sie hier das Abitur machen können“, sagte Lehrerin Jacqueline Walter.

Kinder hätten mehr Freizeit durch kürzere Fahrwege

Uta Kofahl würde es begrüßen, wenn es diese Möglichkeit hier gibt. Die pensionierte Lehrerin aus Dresden hat bei der Projektwoche ihrer Enkelin Frieda aus der vierten Klasse mitgeholfen. „Der ländliche Raum braucht das“, sagte sie. „In Königs Wusterhausen gibt es doch schon zig Möglichkeiten.“ Diese Meinung hörte man oft. Doreen Sattler aus Halbe sagte: „Das Abitur hier machen zu können, wäre für die Kinder ein Traum.“ Ihr Sohn Albert wollte eigentlich aufs Gymnasium, doch der Weg nach Königs Wusterhausen war ihm zu weit. „Er hätte jeden Tag lange fahren müssen und keine Freizeit mehr gehabt.“ Albert ist bei der Feuerwehr aktiv und angelt. Auch Pia und Jens Wiedemann aus Löpten unterstützen die Forderung. Ihre Tochter Celina kommt in die zweite Klasse. „Wir sind sehr zufrieden mit der Schule“, sagte ihr Papa, der hier selbst Schüler war.

Protestaktion im Kreistag wird vorbereitet

Die Hängepartie beim Schulstatus erschwert die Planungen für den Anbau. Der muss in jedem Fall erfolgen. Mensa, Aula und Räume fehlen. „Der Platz reicht einfach nicht mehr aus“, sagt Manon Hähnel. Für eine künftige Gesamtschule würde der Anbau größer ausfallen, sonst kleiner. Ganz aufgegeben haben die Groß Köriser die Hoffnung noch nicht. Beim Kreistag am Mittwoch, der über die Schulplanung entscheidet, wollen sie für die Abiturstufe demonstrieren. Eltern und Lehrer machen sich auf den Weg nach Lübben, und wahrscheinlich auch etliche Schüler.

Von Frank Pawlowski

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