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Schulzendorf Fontane und die Patronatskirche: Ortschronisten laden zur fiktiven Fontane-Reise ein
Lokales Dahme-Spreewald Schulzendorf Fontane und die Patronatskirche: Ortschronisten laden zur fiktiven Fontane-Reise ein
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17:05 13.03.2019
Die Reise ins Altdorf Schulzendorf hätte gelohnt: Das „Schloss“ und die Kirche existierten bereits zu Fontanes Lebzeiten. Quelle: Josefine Sack
Schulzendorf

 Seine Wanderungen durch Brandenburg führten Theodor Fontane (1819 bis 1898) auch ins heutige Dahmeland. In den Kapiteln „An Bord der Sphinx“ und „Eine Pfingstfahrt in den Teltow“ schildert er anschaulich die märkische Landschaft. Auf Hankels Ablage in Zeuthen schrieb Fontane 1884 die letzten Kapitel seines Romans „Irrungen, Wirrungen“.

Schulzendorf ließ der Schriftsteller bei seinen Reisen aus. Dabei hatte er das einstige Rittergut auf dem Zettel. Im Nachlass des Autors hat man ein Blatt gefunden, auf dem er neben Waltersdorf und Motzen auch Schulzendorf notiert haben soll. Historiker gehen davon aus, dass Fontane die Absicht hatte, diese Orte zu besuchen.

Fontane war nie in Schulzendorf

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„Sicherheit is nich –Theodor und Emilie Fontane: Antje und Martin Schneider lesen am Donnerstag, den 14. März, in der Patronatskirche in Schulzendorf, Dorfstraße, aus Briefen des Ehepaares Fontane. Los geht es um 19.30 Uhr. Karten gibt es für zehn Euro an der Abendkasse.

Fontanes Frauen: Fünf Orte – fünf Schicksale – fünf Geschichten“: Am Freitag, 22. März, präsentiert der Historiker Robert Rauh in der Stadt-Buchhandlung Radwer in Königs Wusterhausen, Bahnhofstraße, sein Buch über die Frauen, die das Werk Theodor Fontanes beeinflusst haben. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Es kam nie dazu. „Es gibt keinerlei Hinweise, dass Fontane bis nach Schulzendorf gewandert ist“, sagt Heidi Burmeister und bringt so manch einen Zuhörer am Mittwoch zum Staunen. Immerhin hat die Ortschronistin zum Vortrag über „Fontane und die Patronatskirche“ in die Gemeindebibliothek geladen. Das Interesse ist groß. 20 Zuhörer sind gekommen.

„Fontane wäre das Epitaph in der Kirche aufgefallen“: Ortschronistin Heidi Burmeister über Theodor Fontane und die Patronatskirche. Quelle: Josefine Sack

Dass Fontane den Ort nie besucht hat, damit wollte sich Heidi Burmeister nicht zufriedengeben: „Ich lade Sie deshalb zu einer fiktiven Wanderung Fontanes durch Schulzendorf ein.“ Mit der erfundenen Reise wolle sie zeigen, was dem Dichter alles entgangen sei, begründet sie.

Noch vier historische Gebäude aus Fontanes Lebzeiten

Ihre Geschichte untermalt die Ortschronistin mit historischen Fotos und Karten. „Sicherlich wäre Fontane mit der Eisenbahn gefahren“, vermutet Heidi Burmeister. Sie zeigt eine Ansicht der Haltestelle in Schmöckwitz. Von dort sind es noch vier Kilometer durch den Wald und um den Eichberg bis ins Altdorf.

Der damalige Gutsbesitzer – vermutlich Moritz Israel, der zu Fontanes Zeiten lebte – hätte den Schriftsteller mit der Kutsche abholen lassen. Von den Sehenswürdigkeiten, die man Fontane seinerzeit wohl gezeigt hätte, stehen heute nur noch vier Gebäude: das um 1860 erbaute Forsthaus in der Ernst-Thälmann-Straße, die frühere Schule in der Dorfstraße, der alte Feuerwehr-Schuppen im Mittenwalder Weg und die Kirche.

Schriftsteller interessierte sich für Adelsfamilie von Pfuel

„Ganz bestimmt wäre Fontane das Epitaph in der Kirche aufgefallen“, sagt Burmeister. Das Grabdenkmal an der Kirchenwand ist Arndt Friedrich von Pfuel (1603 bis 1673) gewidmet. Kürzlich wurde es restauriert. Vom Original existiert nur eine Schwarz-Weiß-Aufnahme.

Im zweiten Teil seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ widmet sich Fontane der Adelsfamilie von Pfuel: „Der Name des alten Geschlechts aber lebt noch überall in dem ehemaligen Pfulen-Lande fort, so daß wir in nachstehendem von Dorf zu Dorf, von Kirche zu Kirche wandern und dabei aufzuzeichnen haben werden, was an Erinnerungsstücken aus alter Zeit geblieben ist.“

Auch in Schulzendorf wäre der Schriftsteller fündig geworden. Vor allem von Pfuels Gattin, Katharina von Britzke, hätte Fontane fasziniert: In einer Zeit, in der Männer das Sagen hatte, führte sie das Gut Schulzendorf nach dem Tod ihres Mannes als Alleinerbin.

Von Josefine Sack

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