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Schulzendorf Mit 80 km/h durchs Wohngebiet: Anwohner sagen Rasern den Kampf an
Lokales Dahme-Spreewald Schulzendorf Mit 80 km/h durchs Wohngebiet: Anwohner sagen Rasern den Kampf an
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00:20 20.03.2019
Seit die Fürstenberger Straße ausgebaut wurde, hat sich die Anliegerstraße zur Raserpiste entwickelt. Quelle: Josefine Sack
Schulzendorf

Die Anwohner der Fürstenberger Straße haben die Nase voll. Die Straße am Priesterland im Süden Schulzendorfs wurde vor ein paar Jahren ausgebaut. Seither ist sie zur regelrechten Raserpiste geworden.

„Die brettern hier ab vier Uhr morgens mit 70, 80 km/h durch die Straße“, sagt Anwohnerin Elke McGovern. 2011, als die Fürstenberger Straße im Rahmen des Projekts „Ausbau von 16 Kilometer unbefestigter Straßen“ auf der Tagesordnung stand, hatten Nachbarn auf eine Verkehrsberuhigung gedrängt, jedoch ohne Erfolg.

Die Fürstenberger Straße im Süden von Schulzendorf war einst eine ruhige Anliegerstraße und gilt heute als Schleichweg. Quelle: Josefine Sack

Straße wird als Schleichweg genutzt

Viele Bewohner sind der Meinung, die Gemeinde sei nicht ganz unschuldig daran, dass sich ihre Straße zur Rennstrecke entwickelt habe. „Manche Autofahrer zeigen uns beim Vorbeifahren den Stinkefinger“, erzählt McGovern aufgebracht.

Viele Autofahrer nutzen die Anliegerstraße als Umfahrung für die Miersdorfer Straße. Besonders betroffen ist der Abschnitt zwischen der Luisen- und der Hennigsdorfer Straße. Dort befindet sich ein privat betriebener Pferdehof. Die Bewohner sorgen sich vor allem um die Sicherheit der Kinder in dem Bereich.  

Anwohner appellieren an Gemeindevertretung

Im Herbst vorigen Jahres wandte sich Elke McGovern mit zwei Nachbarinnen an die Gemeindevertreter – mit der Bitte, etwas gegen die Raser zu unternehmen. Passiert ist bislang nichts. Nun hat Joachim Kolberg (CDU) den Anwohnern seine Unterstützung zugesichert. Der Vorsitzende des Ortsentwicklungsausschusses hat die rund 50 betroffenen Anwohner am Samstag zum Ortstermin eingeladen.

Joachim Kolberg (CDU, l.) diskutiert mit Anwohnern über bauliche Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung in der Fürstenberger Straße. Quelle: Josefine Sack

Obwohl es in Strömen regnet, sind an die 20 Nachbarn gekommen. Unter Elke McGoverns Carport diskutieren sie über mögliche Varianten, wie man den Rasern künftig das Handwerk legen könnte. Joachim Kolberg hat drei Vorschläge auf dem Zettel, die er bereits am Mittwoch in der Sitzung der Gemeindevertretung zur Abstimmung stellen will.

Schwellen, Spielstraße oder am besten beides?

Der CDU-Mann schlägt Aufpflasterungen in den Bereichen zwischen Wüstemarker Weg, Luisenstraße, Hennigsdorfer Straße und Bergweg, die Einrichtung einer Spielstraße, in der nur Schritttempo erlaubt ist, sowie eine Kombination aus beidem vor.

Ein Anwohner gibt zu bedenken, dass Aufpflasterungen Lärmbelästigungen hervorrufen könnten. Aufpflasterungen sind bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Es handelt sich dabei um eine Anhebung der Fahrbahn annähernd auf Gehwegniveau. „Wie wäre es mit einem Blitzer“, schlägt er vor. „Das wird kaum durchzukriegen sein“, entgegnet Kolberg, auch mit Blick auf die Kosten.

Blumenkübel als schnellste Maßnahme

„Eine Sackgasse oder Poller wären die Lösung“, meint eine Nachbarin. „Am einfachsten wäre es, Blumenkübel aufzustellen wie im Zeuthener Winkel“, meint ein anderer.

Bürgermeister Markus Mücke (parteilos), der nicht zum Termin eingeladen war, sagte: „Ich finde es gut, sich Gedanken über die Verkehrsführung in dem Quartier zu machen. Allerdings halte ich eine Diskussion im Ortsentwicklungsausschuss mit Vertretern des Straßenverkehrsamtes für sinnvoll.“

Von Josefine Sack

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