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Schulzendorf Ein Lebens-Mosaik, das nun seinen Abschluss fand
Lokales Dahme-Spreewald Schulzendorf Ein Lebens-Mosaik, das nun seinen Abschluss fand
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02:18 20.05.2018
Mosaizist Helmut Mencke aus Schulzendorf bei der Arbeit in der international anerkannten Werkstatt von Elisabeth Jeske. Quelle: Irmscher
Schulzendorf

Helmut Mencke, Mosaizist und Nachfolger der Schulzendorferin Elisabeth Jeske, ist tot. Schulzendorf verliert mit ihm einen engagierten Künstler und einen Menschen, der sich ehrenamtlich gegen Fluglärm in der Bürgerbewegung des BVBB einbrachte.

Helmut Mencke bei seiner filigranen Arbeit als Mosaizist: Steinchen für Steinchen fügt sich zu einem Bild zusammen. Quelle: Gerlinde Irmscher

Mencke wurde 1944 in Neuglobsow geboren, besuchte aber schon in Schulzendorf die Grundschule. Nach dem Abschluss der Eichwalder Mittelschule im Jahr 1960 begann er eine Berufsausbildung mit Abitur im Schwermaschinenbau „Heinrich Rau“ in Wildau. Von 1963 bis 1969 studierte er Optik, Feinmechanik und Elektronik an der Technischen Hochschule in Ilmenau. Nach dem Abschluss wurde Mencke Entwicklungsingenieur für Hochenergiephysik in Zeuthen. 1981 wechselte er in die Entwicklungsabteilung des Kombinats für Oberbekleidung Berlin, verlor aber nach der Wende seinen Arbeitsplatz. Weil er schon in all den Jahren während seines Urlaubs in der Werkstatt der international anerkannten Mosaizistin Elisabeth Jeske mitgearbeitet hatte, bot die ihm einen Job an. Mencke, der das Handwerk nicht nur bei ihr gelernt hatte, sondern auch noch ein Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee absolvierte, wurde ihre rechte Hand.

Restaurierte die Mosaiken im Berliner Dom

So half er mit, die Mosaike im Berliner Dom zu restaurieren. Auch an der Restaurierung des Innenmosaiks im Paul-Gerhardt-Haus in Mittenwalde wirkte er mit. 2002 starb Jeske und Mencke führte die Werkstatt in Schulzendorf weiter. 2003 brachte er die Restaurierungsarbeiten des Portalmosaiks am Dom von Schleswig zum Abschluss. Vier Jahre später schloss Mencke die Werkstatt, begann aber 2008 ein ehrendes Fries für Elisabeth Jeske zu fertigen. Es schmückt seitdem das Haus, in dem Mencke bis zum Ende seines Lebens gewohnt und gearbeitet hat. 2011 wurden seine Fertigkeiten erneut gefordert bei der Restaurierung des Schneller Altars der Auguste Viktoria Kirche in Jerusalem.

Die Meisterin und ihr Zauberlehrling

Wie die Meisterin so war auch ihr Lehrling ein bescheidener Mensch, der aus innerem Antrieb heraus schuf. Er verehrte die Frau, die ihm alles beigebracht hatte und deren Hand er hielt, als sie starb. „Alles, was ich vom Mosaik weiß, weiß ich von Frau Jeske“, sagte Mencke 2016 in einem Interview mit der MAZ. Mit den Jahren kamen im Leben von Helmut Mencke viele Steinchen zu einem Bild zusammen, das nun seinen endgültigen Abschluss fand. Die Trauerfeier für Helmut Mencke findet am 23. Mai um 14 Uhr in der Trauerhalle des Friedhofs Eichwalde statt.

Von Andrea Müller

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