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Schulzendorf Die Patronatskirche ist fast fertig saniert
Lokales Dahme-Spreewald Schulzendorf Die Patronatskirche ist fast fertig saniert
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17:37 26.02.2019
Die Patronatskirche im Altdorf von Schulzendorf ist als Kulturstätte längst über die Gemeindegrenze hinaus bekannt. Quelle: Josefine Sack
Schulzendorf

Die Patronatskirche in Schulzendorf hat sich nicht nur zur schlichten Schönheit im Altdorf gemausert. Als Veranstaltungsort – etwa für den beliebten Jazzsommer – sie ist längst auch über die Gemeindegrenze hinaus bekannt. Zu verdanken ist das dem Verein zur Wiederherstellung der Patronatskirche und des Dorfangers Schulzendorf. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen .

Die Patronatskirche ist mehr als 150 Jahre alt. 1866 wurde das Gotteshaus geweiht. Der letzte Gottesdienst fand Weihnachten 1979 statt. Der historische Ortskern hatte nach dem Krieg zunehmend an Bedeutung verloren. Anfang der 1950er Jahre entschloss sich die evangelische Kirchengemeinde daher für den Neubau der Kreuzkirche an der Ernst-Thälmann-Straße im heutigen Ortszentrum von Schulzendorf.

Der historische Dorfanger ist geprägt durch die Patronatskirche sowie das Gutsschloss mit Park (l.). Quelle: Josefine Sack

Kirche war dem Verfall überlassen

Der Kirchenkreis Königs Wusterhausen nutzte die Patronatskirche nach ihrer Schließung als Abstellschuppen für Baumaterialien. Die romantische Orgel des Berliner Orgelbauers Remmler und ein Großteil des Interieurs wurden in die Kreuzkirche überführt. Die Kirche blieb dem Verfall überlassen.

Das Bild, das sich dem damaligen Bürgermeister und Gründungsmitglied des Vereins, Herbert Burmeister (Linke) im Sommer 1998, als er die Kirche zum ersten Mal betrat, bot, war katastrophal. „Angesichts des kaputten Dachs, des Schwamms in den Dachbalken, der uns zu äußerster Vorsicht beim Begehen zwang, defekter Scheiben und eines eher verwahrlosten Gesamtzustandes musste man schon einige Fantasie aufbringen, sich eine künftige Kulturstätte vorstellen zu können“, erinnert sich Burmeister 2009 in einer Broschüre zum zehnjährigen Vereinsbestehen.

Friedrich August Stülers Handschrift

In der Patronatskirche ist zurzeit die Fotoausstellung „Stülerkirchen in der Mark Brandenburg“ zu sehen.

Norbert Trebeß präsentiert Brandenburger Dorfkirchen aus unterschiedlichen Schaffensperioden des preußischen Baumeisters Friedrich August Stüler (1800 bis 1865).

Zwar stammt die Kirche im Altdorf nicht von Stüler, trägt Kennern zufolge aber dessen Handschrift. Zu Stülers bedeutendsten Werken zählt das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel.

Darüber hinaus zeigt der Verein die Ausstellung „Drei Schwestern – Die Stülerkirchen Brodowin, Oderberg und Hohensaathen“, eine Leihgabe aus Oderberg.

Beide Ausstellungen können bis Juni zu den Veranstaltungen oder nach Anmeldung unter Tel. 03 37 62/4 09 59 besichtigt werden.

Restaurierung: erst außen, dann innen

Seit der Gründung des Vereins am 12. Dezember 1999 ist in der Kirche viel passiert. Im Jahr 2000 begannen die Aufräumarbeiten. Zuerst wurden der Dach- und der Glockenstuhl saniert. 2003 wurden das Kirchendach neu gedeckt und das Klinker-Mauerwerk ausgebessert – mit originalgetreuen Handformziegeln. Nach und nach wurden sämtliche Fenster rekonstruiert. 2008 erhielt die Kirchenuhr ein neues Ziffernblatt.

2013 wurde der Kronleuchter restauriert. Quelle: Josefine Sack

Parallel begannen die Restaurationsarbeiten im Inneren. In die ehemalige Winterkirche im vorderen Teil wurden eine Küche und eine behindertengerechte Toilette eingebaut. 2013 kehrte der Taufengel in die Kirche zurück. Der Kronleuchter, die Inschrift auf dem Epitaph und die Wappentafeln wurden restauriert. Allein 14.000 Euro sind zuletzt in die Ausmalung der Apsis, der Halbkuppel über dem Altar, geflossen.

Die Orgelempore ist die letzte große Etappe

Momentan arbeitet die Berliner Restauratorin Annett Xenia Schulze an der historischen Orgelempore. „Die Restaurierungsarbeiten machen große Fortschritte“, sagt Heidi Burmeister, Pressesprecherin des Patronatskirchenvereins. Insgesamt 7500 Euro kostet die Aufbereitung der Empore. Finanziert wird das Vorhaben unter anderen von der Stiftung Dahme-Spreewald der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS). Ansonsten stemmt der Verein die Kosten für die Restaurierung weitgehend aus eigener Kraft, das heißt aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und den Einnahmen bei Veranstaltungen.

Momentan arbeitet die Berliner Restauratorin Annett Xenia Schulze an der historischen Orgelempore. Quelle: Josefine Sack

Bei den Arbeiten an der Orgelempore handelt es sich vorerst um die letzte größere Restaurierung der Innenausstattung. „Danach sind wir einmal rum“, sagt Heidi Burmeister, sichtlich stolz. Doch auch in Zukunft gibt es viel zu tun: Der Altar bröckelt. Er muss nicht nur konserviert werden. Unter dem weißen Anstrich verbergen sich weitere Malereien. Sie sollen freigelegt werden.

Es gibt noch einiges zu tun, etwa am historischen Altar. Quelle: Josefine Sack

Vorher-Nachher-Ausstellung geplant

Langfristig plant der Verein, auch die historische Kirchhofsmauer wiederherstellen zu lassen. „Das ist definitiv ein größeres Vorhaben“, so Burmeister. Wie der Verband die dafür benötigten 100.000 Euro zusammenkriegen soll, ist noch unklar.

Eine Vorher-Nachher-Ausstellung zum Tag des offenen Denkmals am 8. September soll zeigen, wie sich die einst halb verfallene Patronatskirche seit der Vereinsgründung entwickelt hat.

Von Josefine Sack

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