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Dahme-Spreewald Grüner: Gleichberechtigung - auch in der Sprache
Lokales Dahme-Spreewald Grüner: Gleichberechtigung - auch in der Sprache
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06:30 09.10.2014
Andreas Körner (Grüne) fordert Gleichberechtigung. Quelle: Andrea Müller
Schulzendorf

Gleichberechtigung von Frau und Mann – und zwar auch in der Sprache, das will der Schulzendorfer Grünen-Politiker Andreas Körner erreichen. Dieses Ansinnen hat er in Schulzendorf unmissverständlich in der Gemeindevertretung und im Hauptausschuss jetzt klar gemacht.

Grünen-Politiker empört über Bemerkung in der Fußnote

Körner arbeitet im Deutschen Bundestag, wo er den Arbeitskreis 4 der Grünen-Fraktion koordiniert. Dort geht es hauptsächlich um Außenpolitik. Gleichzeitig ist er seit der vergangenen Kommunalwahl Grünen-Gemeindevertreter (Fraktion SPD/ pur/Grüne) in Schulzendorf. Was dort besprochen wird, ist drei Nummern kleiner. „Aber oft genauso wichtig wie die große Politik“, ist Andreas Körner überzeugt.

Bei einem Entwurf für die Hauptsatzung in Schulzendorf war ihm eine Fußnote aufgefallen. Darin hieß es: „Soweit in dieser Satzung Funktionen mit einem geschlechtsspezifischen Begriff beschrieben werden, gilt die jeweilige Bestimmung für das jeweils andere Geschlecht gleichermaßen.“ Unmöglich findet Andreas Körner zum einen die Formulierung selbst, aber auch den Fakt, dass an dieser Stelle Frauen erst in der Fußnote Männern gleich gestellt werden sollen. „Besser wäre doch, sie gleich bei der Anrede mit einzubeziehen“, meint der Grüne. Das habe er in der Sitzung auch deutlich gemacht. Es gebe inzwischen sehr viele Möglichkeiten dafür.

Gewöhnung an holprige Worte

Bei anderen sei man vielleicht eher auf geschlechtsneutrale Formulierungen angewiesen. Manchmal brauche es etwas Zeit, sich an die anfangs noch holprig klingenden Worte zu gewöhnen. Er erinnert etwa an das Wort Soldatinnen. Lange Zeit war Körner bei den Grünen im Bundestag Referent für Militär- und Sicherheitspolitik. Auch das Wort „Studierende“ sei ein Beispiel, wie sich Sprache geschlechtergerecht entwickelt.

Für Schulzendorf hat Körner nun angeregt, sämtliche Dokumente der Gemeindevertretung, aber auch der Verwaltung auf die Gleichberechtigung hin von Mann und Frau in der Sprache anzusehen und gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen. Er ist überzeugt, dies werde auch zum besseren Verstehen der Dokumente beitragen. „Für viele mag das übertrieben klingen und sicher haben wir in Deutschland bei der Gleichberechtigung schon viel erreicht. Aber der Kampf ist noch nicht vorbei“, so Andreas Körner. Es gebe gerade sprachlich einen erheblichen Nachholbedarf.

Sprachliche Gleichberechtigung auch im Alltag

In diesem Zusammenhang verweist er auf einen Leitfaden zur geschlechtergerechten Ansprache. Den hat Die Linke herausgegeben. „Darin werden bestimmte Regeln definiert, wie wir das scheinbar Komplizierte einfach umsetzen können“, erläutert Körner. Übrigens gelte das seiner Meinung nach nicht nur für die Politik. Oft gehe man gar nicht zum Arzt, sondern eigentlich zu seiner Ärztin. Jeder könne also im Alltag ein wenig zur geschlechtergerechten Sprache beitragen. Oft habe sie etwas mit Gewohnheit zu tun. Die zu ändern sei schwer – wie aller Anfang.

Von Andrea Müller

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