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Schutz der Bäume ist eine Mammutaufgabe

Naturschutz in Königs Wusterhausen Schutz der Bäume ist eine Mammutaufgabe

Für die Stadt Königs Wusterhausen, die flächenmäßig nur zehnmal kleiner als die gesamte Großstadt Berlin ist, gestaltet sich die Pflege der Bäume an öffentlichen Straßen sowie auf Schulhöfen, Kitas oder Friedhöfen mehr und mehr zu einer Mammutaufgabe, die kaum noch zu bewältigen ist. Hier mangelt es an Personal, an Geld sowie an geeigneten Fachfirmen.

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Die Bäume in der Karl-Marx-Straße gehören zu den insgesamt 14 000, die im öffentlichen Raum in der Stadt Königs Wusterhausen stehen.

Quelle: Mohr

Königs Wusterhausen . Der Schock über den tragischen Unfall auf dem Buga-Gelände in Rathenow, bei dem unlängst ein Mann durch herabstürzende Äste den Tod fand, sitzt in den öffentlichen Verwaltungen tief. Nachdrücklich unterstrich Sachbearbeiter Thomas Neuendorf daher in dieser Woche im Bauausschuss, dass die aufgrund der Verkehrssicherungspflicht erforderlichen Kontrollen der Bäume in der Stadt Königs Wusterhausen zunehmend zu einer Mammutaufgabe werden.

Zumal die Stadt mit der Herabstufung der alten B 179 zu einer kommunalen Straße jetzt noch zusätzlich die Verantwortung für den meist schon über 100 Jahre alten Baumbestand beispielsweise in der Berliner, der Cottbuser und der Karl-Liebknecht-Straße trägt. Insgesamt weist das grüne Königs Wusterhausen mit seinen Ortsteilen mehr als 14 000 Bäume an öffentlichen Straßen sowie 3120 auf Schulhöfen, in Kitas, an Badestellen oder auf Friedhöfen auf. Exakte gesetzliche Vorgaben, in welchen Intervallen, der Baumbestand überprüft werden muss, gibt es derzeit (noch) nicht.

Experten empfehlen allerdings, dass vor allem über 80 Jahre alte Bäume mindestens jährlich – und wenn möglich, sogar mit und ohne Laub kontrolliert werden. Davon allerdings ist die Stadt weit entfernt. „Unsere visuellen Kontrollen vom Boden aus erfolgen ortsteilweise, wobei das Intervall teilweise schon bei zwei Jahren liegt“, sagt Neuendorf. Bei einer Baumschau von nur vier Minuten könne ein Mitarbeiter täglich nicht mehr als 105 Pflanzen abarbeiten. Als schwierig charakterisierte Neuendorf auch, dass teilweise sechs und zwölf Monaten vergehen, ehe die festgestellten Mängel beseitigt werden, weil es an Fachfirmen fehle. Bei kleineren Baumpflegearbeiten geht bei öffentlichen Ausschreibungen oft nicht ein einziges Angebot im Rathaus ein.

„Gefahrenfreie Bäume kann es auch in Zukunft nicht geben“, sagt Neuendorf. Ab Windstärke acht könne für keinen Baum garantiert werden. Einen Lösungsansatz sieht er aber darin, dass die Stadt im Entwurf des Haushaltes 2016 erstmals 90 000 Euro für die Baumkontrolle vorsieht. In diesem Wertumfang sollen Aufträge an Firmen vergehen werden, die die Mitarbeiter der Stadtverwaltung beim dauerhaften Schutz der Bäume unterstützen. Darüber hinaus erarbeitet die Verwaltung jetzt Muster für Werkverträge, mit denen die Stadt regionale Fachfirmen dauerhaft in die Baumpflege sowie -kontrolle einbeziehen will. „Das schafft für die Unternehmen eine größere Verlässlichkeit, so dass der Zeitraum für die Abarbeitung der Mängel erheblich verkürzt wird“, betont Neuendorf. In diesem und im Vorjahr ließ sich die Stadt die öffentliche Baumpflege jährlich schon über 200 000 Euro kosten. Etwa 80 Prozent des Baumbestandes in der Stadt sind Linden und Ahorn.

Von Franziska Mohr

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