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Badeseen werden jeden Monat getestet

Im Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald ist das Wasser ausgezeichnet Badeseen werden jeden Monat getestet

Gute Nachrichten für die Badesaison: Die Wasserqualität der Seen im Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald ist ausgezeichnet. Jeden Monat überprüfen Experten die Gewässer. Martina Tinius vom Gesundheitsamt nimmt die Badeseen unter die Lupe und kühlt sich dabei selbst ab.

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Jeden Monat überprüft Martina Tinius die Wasserqualität in den regionalen Badeseen.

Quelle: Nadine Pensold

Wenn Martina Tinius die Türen ihres blauen Kastenwagens öffnet, könnte man sie auf den ersten Blick für einen ganz normalen Badegast halten: Handtuch, Gummilatschen und eine große Kühlbox verbergen sich im Kofferraum. Doch mit einer Freizeitausrüstung hat das nichts zu tun – es handelt sich um das Arbeitswerkzeug von Martina Tinius. Sie ist Diplom-Ingenieurin für Hygiene und nimmt zusammen mit ihren Kollegen vom Gesundheitsamt Teltow-Fläming regelmäßig die Badeseen unter die Lupe.

„Heute ist ideales Probenwetter“, freut sich Martina Tinius über die mehr als 20 Grad und den blauen Himmel. Doch nicht immer sind ihre Arbeitseinsätze so sonnig und angenehm. Auch bei niedrigen Temperaturen und Regen müssen die Hygiene-Experten in der Region Dahmeland-Fläming ausrücken, um die Gewässer zu prüfen. „Wir haben dafür einen genauen Überwachungsplan“, sagt Martina Tinius.

Experten brauchen Messgeräte und Körpereinsatz

Ihre erste Station an diesem Vormittag ist der Kiessee im Zossener Ortsteil Horstfelde. Um diese Uhrzeit hat es sich erst eine Frau mit ihrem Handtuch im Sand gemütlich gemacht. Am Rande des Strandes platziert Martina Tinius ihre Ausrüstung. Aus dem Korb packt sie zunächst zwei Messgeräte aus – damit werden PH-Wert und Wassertemperatur ermittelt. Vom Steg aus lässt sie die Messfühler zu Wasser. Während die Wellen gegen die Holzbohlen schwappen, pendeln sich die digitalen Zahlen ein. „19,1 Grad“, stellt Martina Tinius fest, auch mit dem PH-Wert von 8,33 ist sie zufrieden. „Bis neun ist okay“, sagt sie. Als nächstes wird die Sichttiefe gemessen. Dafür greift Martina Tinius zu einer Secci-Scheibe, die sie zu Wasser lässt. Je tiefer sie sinkt, desto mehr verschwindet die Scheibe. An einer Schnur lässt sich dann ablesen, wie weit man im See nach unten gucken kann. „Werte von über einem Meter sind wünschenswert, hier haben wir derzeit 70 Zentimeter“, sagt die Diplom-Ingenieurin.

PH-Wert und Temperatur werden mit digitalen Geräten gemessen.

Quelle: Nadine Pensold

 

Das Tiefen-Messgerät kann ihr bei der Bestimmung aber nicht immer helfen. Beim Kiessee in Rangsdorf muss Martina Tinius deshalb aus ihrer Jeans schlüpfen und im Badeanzug ins kühle Nass marschieren. An flachen Seen gilt eine Faustregel: „Wenn man bis zu den Knien im Wasser steht und seine Füße noch sehen kann, dann ist es ideal“, sagt sie.

Der Rangsdorfer See ist ein Sorgenkind

Wenige Kilometer weiter steht Martina Tinius erneut bis zu den Oberschenkeln im Wasser. Dieses Mal ist der Rangsdorfer See auf dem Prüfstand – eines der Sorgenkinder im Landkreis. Meistens herrscht hier nur eine geringe Sichttiefe, Algen sind ein großes Problem. Doch dieses Jahr sieht es ganz anders aus, der See ist klar, 1,20 Meter kann man nach unten blicken. „Das freut eine Hygienikerin!“, sagt die Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes. Nur etwa alle sechs Jahre sei der See in solch gutem Zustand. Der Grund dafür ist das hohe Aufkommen an Schlingpflanzen, die die Algen und somit die Trübung verdrängen. „Daran sieht man, dass es die Natur ganz allein schafft, sich zu regulieren“, sagt sie.

Testen auf Fäkalien und Blaualgen

Die wichtigste Untersuchung hebt sich Martina Tinius an jedem See bis zum Schluss auf. Dafür holt sie einen steril verpackten Plastikbecher hervor und klemmt ihn an einen Teleskoparm fest. Mit dieser Konstruktion fischt sie aus 30 Zentimetern Tiefe eine Wasserprobe. „Das ist für die mikrobiologische Untersuchung“, erläutert sie. Mit prüfendem Blick nimmt sie den gefüllten Becher in Augenschein. An einer Trübung könnte sie zum Beispiel die Gefahr von Algenbildung ablesen. Die eigentlichen Tests finden aber nicht vor Ort, sondern in der Landeshauptstadt statt.

Martina Tinius misst die Sichttiefe des Wassers.

Quelle: Nadine Pensold

 

Dafür werden die Proben etikettiert und zunächst in eine Kühlbox gesteckt. „Die Proben müssen bei vier Grad aufbewahrt werden“, sagt Martina Tinius. Im Gesundheitsamt werden die Becher in einem Kühlschrank zwischengelagert. Spätestens 24 Stunden nach der Probenahme müssen sie dann beim Potsdamer Wasser- und Umweltlabor abgeliefert werden. Dort werden die Proben zum Beispiel auf Fäkalkeime, Zerkarien (die Erreger der Dermatitis) und Microcystin (das Abbauprodukt der Blaualgen) untersucht. Zwei Tage dauert es, bis das Gesundheitsamt die Ergebnisse erhält.

 

Die tagesaktuellen Temperaturen und PH-Werte können hingegen sofort alle einsehen. Dazu fertigt Martina Tinius sogenannte Besichtigungsberichte an, die sie in die Schaukästen an jeder Badestelle klemmt. „Wir haben in all unseren Seen eine ausgezeichnete Wasserqualität“, sagt Martina Tinius, die bei ihrer Tour mittlerweile Gesellschaft bekommen hat. Immer mehr Sonnenanbeter finden den Weg zu den Badestellen. Am Wochenende wird dort wohl noch mehr los sein – schließlich versprechen die Meteorologen bestes Badewetter.

Von Nadine Pensold

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