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Dahme-Spreewald Seepferdchen weltweit
Lokales Dahme-Spreewald Seepferdchen weltweit
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00:17 12.01.2014
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Direkt am Hafen von Belfast steht seit Ende des vergangenen Jahres eine neue Skulptur. Das im Licht glänzende, riesige Seepferdchen ist schon von weitem zu sehen. Geschaffen hat es Ralf Sander, ein Deutscher. Einer, der viele Jahre lang in Brandenburg zu Hause war, der nach der Wende und dem Fall der Mauer gemeinsam mit anderen Künstlern wie Harald Müller und Sieghard Auer die Ateliergemeinschaft Töpchin gründete.

Damals zog er mit Frau und Kind in das ehemalige Filmarchiv der Roten Armee in Wünsdorf. Dort sollte sich ein Lebenstraum erfüllen: Da zu leben, wo Kunst entstehen kann. Viele Jahre baute Ralf Sander mit den Kollegen das marode Gebäude zu Wohnateliers um. Das riesige Gelände mitten im Wald, zwischen Moor und Feld mit den Überresten des Militärs, der Boden noch verseucht mit Munition aus dem letzten Krieg, war einerseits Idylle, andererseits ein aufgeladenes Spannungsfeld – ein idealer Platz, um sich an der Wirklichkeit zu reiben. Hier entstanden zahlreiche Skulpturen, hier fing er an, sich mit dem Thema Wasser zu beschäftigen und hier entwickelte Ralf Sander 2005 die Idee für die Aquamediale, die seither regelmäßig in Lübben stattfindet.

Dennoch hatte es der Meisterschüler, der sein Kunststudium 1992 an der Universität der Künste in Berlin abschloss, hierzulande nicht einfach. Es ging Monat für Monat ums nackte Überleben für die Familie, obwohl auch seine Frau Grazyna als freischaffende Architektin arbeitete.

„Es ist großartig, sich als Künstler verwirklichen zu können.“ Ralf Sander Quelle: Privat

Dann bot sich für Ralf Sander eine einmalige Chance. „Ich hatte die Möglichkeit, als Gastprofessor an die Akademie der Bildenden Künste nach Warschau zu gehen“, erinnert er sich. Da arbeitete er mit den Studenten zum Thema „Leibgedächtnis“. Die Arbeiten wurden anschließend in einer großen Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Damit hatten sich für den Wahl-Brandenburger – Sander wurde 1963 in Berlin als Sohn einer Psychoanalytikerin und eines Ingenieurs geboren – die Türen zur Welt geöffnet. Es dauerte nach der Rückkehr aus Polen nicht lange, bis die nächste Anfrage kam. Dieses Mal von der Universität von Ulster in Belfast, Nordirland. „Es war keine leichte Entscheidung. Denn nun, so wussten wir, würde es für länger sein“, sagt Ralf Sander. Zudem ging Tochter Naomi schon zur Schule und Ehefrau Grazyna, die aus Polen stammt, war klar, dass sie damit nun die nächste Fremdsprache würde lernen müssen. Die Chance ließen sie sich dennoch nicht entgehen. So wurde Ralf Sander Professor in Belfast. Ein kleines Häuschen, künstlerische Arbeit an der Uni, ein regelmäßiges Einkommen – alles schien perfekt. Doch eines Tages kam eine Anfrage aus Seoul, Südkorea: Wollen Sie als Professor für Bildhauerei an der Seoul National University arbeiten?

Schon wieder ein Ortswechsel, eine neue, schwierigere Sprache. „Nein, als Familie kam ein Wechsel dieses Mal nicht in Frage“, sagt der Künstler. Deswegen entschied sich Ralf Sander, allein nach Seoul zu gehen. Er realisierte dort die Skulptur Lady Bird Transformation für das Busan Cinema Center in Seoul, wo Asiens größtes Filmfestival ausgetragen wird. „Lady Bird verwandelt sich je nach Winkel, aus dem sie betrachtet wird, von einer schreitenden Frau in eine Möwe im Flug und umgekehrt“, beschreibt Sander sein Kunstwerk. Die Farbe der Skulptur ändert sich zudem permanent durch den gewaltigen LED-Bildschirm an der Unterseite des Daches. Mit 95 Metern ist es das größte auskragende Dach der Welt und steht als solches im Guinness-Buch der Rekorde. Lady Bird ist Sanders derzeit bekannteste Plastik.

Noch in Südkorea beteiligte sich Ralf Sander an einem weiteren internationalen Wettbewerb für eine Skulptur in der Dargan Road am Belfaster Hafen. „Daran haben sich 96 Künstler und Teams aus der ganzen Welt beteiligt“, sagt der ehemalige Töpchiner. Seine Idee vom Seepferd(chen) überzeugte am meisten und wieder bekam Sander die Möglichkeit, eine Idee in die Realität umzusetzen. Von der Uni wurde er für die Realisierung des Projektes zwei Jahre freigestellt. „Es ist großartig, sich als Künstler verwirklichen zu können“, sagt der 50-Jährige. Auch hier hat Sander wieder mit seiner beliebten Doppeldeutigkeit gespielt. Das Seepferd erinnert in seiner spiralförmigen Statur zugleich an einen Wirbelsturm. Wer nur nah genug heran geht, kann auch ein menschliches Antlitz entdecken. Es ist eine Art Dreidimensionalität in der Symbiose von Tier, Mensch und Meer.

Die Dargan Road von Belfast ist die Hauptstraße zu den Fährverbindungen nach Großbritannien. 1,4 Millionen Passagier reisen hier jährlich an und ab, Menschen, die nun von der Kunst eines Deutschen begrüßt oder verabschiedet werden, der inzwischen in Belfast heimisch geworden ist. Gerade richtet er mit seiner Familie ein neues Haus mit Atelier ein. Direkt an der Küste, unweit von Belfast. Tochter Naomi studiert inzwischen in London. Frau Grazyna schreibt an ihrer Doktorarbeit. Trotzdem zieht es das Trio zurück nach Deutschland, nach Brandenburg, nach Töpchin.

Von Andrea Müller

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