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Ein erster Schritt ins Berufsleben

Seit 20 Jahren können Jugendliche Erfahrungen beim Freiwilligen Ökologischen Jahr sammeln Ein erster Schritt ins Berufsleben

Seit 20 Jahren gibt es das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) nun. Ein guter Anlass für die MAZ, sich mal in der Region umzuhören, wie das FÖJ in der Region Dahmeland-Fläming ankommt.  Die Stellen werden meist von Jugendlichen besetzt, können aber auch von Älteren ausgefüllt werden.

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In seiner Dienstzeit baut Nico Theis (r.) mit seinem Chef Marco Müller einen Weidenzaun am Hölzernen See.

Quelle: Aileen Hohnstein

Eigentlich wollte Nico Theis nach der Schule ja studieren. Seine persönliche Zeitplanung kollidierte aber mit der Einschreibefrist an der Universität. Und schon stand der heute 20-Jährige vor einem Problem: Was fängt man mit der nicht ganz freiwilligen Auszeit an? Aber er hatte eine Idee. „Ich kannte das Kiez (Kinder- und Jugenderholungszentrum) am Hölzernen See schon, also habe ich einfach angefragt, ob ich hier als Freiwilliger arbeiten kann“, erzählt Nico Theis, der aus Niederlehme kommt.

Anfangs hatte er sich überlegt, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Schließlich wusste er schon längst, welchen beruflichen Weg er einschlagen will: „Ich möchte Soziale Arbeit studieren. Da wollte ich noch ein bisschen Orientierung bekommen.“ Doch im Kinder- und Erholungszentrum im Landkreis Dahme-Spreewald gab es nur Stellen für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ), die vom Förderverein Märkischer Wald vermittelt werden. Also wurde Nico Theis ein Öki, wie die Freiwilligen sich selbst nennen. Und bereut hat er es auf keinen Fall: „Es ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe Erfahrungen sammeln können und bin vor allem viel selbstsicherer geworden.“ Vorträge vor Publikum bereiten ihm keine Probleme und Fledermauswanderungen mit Kindergruppen sind mittlerweile ein Spaß für ihn. „Kinder freuen sich über alles, was man mit ihnen unternimmt. Da muss nicht immer alles perfekt sein“, erzählt er.

Freiwillige gesucht

Drei Träger bieten in Brandenburg insgesamt 180 Stellen für Freiwillige an. Das sind: Landesjugendring Brandenburg Trägerwerk (LJR), Internationale Jugendgemeinschaftsdienste Landesverein Brandenburg (IJGD) und der Förderverein Märkischer Wald.

Es gibt brandenburgweit noch freie Plätze.

Wer Freiwilliger werden möchte, kann sich direkt bei den Trägern mit dem letzten Schulzeugnis, Lebenslauf und Motivationsschreiben bewerben.

Ein FÖJ können Menschen zwischen 16 bis 27 Jahre, die ihre Schulpflicht erfüllt haben, machen. Ein FÖJ geht vom 1. September bis 31. August.

Bereits seit 20 Jahren haben Jugendliche die Möglichkeit, sich beim FÖJ auszuprobieren. Mehr als 2000 Brandenburger Freiwillige haben in dieser Zeit in Stellen gearbeitet, die von insgesamt drei Trägern vermittelt wurden. Und der Zuspruch war in den vergangenen Jahren ungebrochen, sagt Stephanie Franke. „Auf eine Stelle bewerben sich vier bis fünf Freiwillige“, sagt die Referentin beim Träger IJGD. Dieser vermittelt zwischen Freiwilligen und Einsatzstellen. Sie besucht die Jugendlichen auch vor Ort, damit kleine Schwierigkeiten bei der Arbeit aus der Welt geschafft oder Hilfestellungen in der Anfangsphase gegeben werden können. „Für viele ist es direkt nach der Schule eine Umstellung, jeden Tag acht Stunden arbeiten zu müssen. Manche müssen auch erst lernen, mit Kritik umzugehen“, erklärt sie. Aber nur selten müsse die Einsatzstelle gewechselt werden und nur im Ausnahmefall kündigten die Freiwilligen. „Wer sich heute für das FÖJ bewirbt, weiß vorher ganz genau, worauf er sich einlässt“, sagt Stephanie Franke. Das sah vor einigen Jahren teilweise noch ganz anders aus.

Doch nicht nur bei Jugendlichen ist das FÖJ gefragt. Auch die Einsatzstellen selbst zählen auf das gute Image. Es bewerben sich immer mehr Unternehmen oder Einrichtungen bei den Trägern und bieten Stellen für die Jugendlichen an. Doch nicht jede ist für ein FÖJ geeignet. „Wir prüfen bei den Trägern vorher genau, bevor wir sie freigeben“, erklärt Stephanie Franke. Voraussetzung sei, dass für die Einrichtung, zum Beispiel ein Tierpark oder eine Kita, eine am Gemeinwohl orientierte Arbeit im Vordergrund stehe. „Außerdem muss die Stelle arbeitsmarktneutral sein. Ein Freiwilliger darf also keine Stelle einnehmen, für die eigentlich ein Arbeitnehmer eingesetzt wird“, erläutert die IJGD-Referentin.

Wurde die Stelle letztlich für gut befunden, profitieren dann beide Seiten – Einrichtung und Jugendlicher – vom FÖJ. „Jugendliche sehen, ob sie die Arbeit später im Berufsleben ausüben wollen. Und die Einsatzstellen bekommen jemanden, der neue Ideen mitbringt“, sagt Franke.

Für Nico Theis endet sein Jahr beim Kiez Ende August. Gut findet er vor allem auch, dass er sich die zwölf Monate als Praktikum für sein Studium anrechnen lassen kann. Dafür hat er sich übrigens schon im Mai eingeschrieben, wie er mit einem Lächeln verrät.

Am Sonnabend findet um 13 Uhr eine große Feier zum 20-jährigen Bestehen des Freiwilligen Ökologischen Jahres statt. Treffpunkt ist das Kiez am Hölzernen See in der Gemeinde Heidesee. Eingeladen sind alle ehemaligen und derzeitigen Freiwilligen, Betreuer und Mitarbeiter der Einsatzstellen. Aber auch alle, die sich für ein FÖJ interessieren.

Von Aileen Hohnstein

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