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Dahme-Spreewald Seit 35 Jahren Gemeindevertreter
Lokales Dahme-Spreewald Seit 35 Jahren Gemeindevertreter
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00:34 02.08.2015
Ortsvorsteher Bernd Schauer an seinem Lieblingsplatz an der Dahme, im kleinen Neptunpark in Bindow. Quelle: Franziska Mohr
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Bindow

Ein Sommerfest gibt es in Bindow nicht mehr. Vor vier Jahren hatte Ortsvorsteher Bernd Schauer (parteilos) dazu eingeladen und sogar noch eine teure Kapelle besorgt. „Es war gut besucht, aber getanzt hat kaum jemand. Das war mir peinlich, sodass ich mit meiner Frau wohl noch nie so viel getanzt habe wie an diesem Abend“, sagt der 73-Jährige. Seither hat er beschlossen: Schluss, kein Sommerfest mehr!

Vergnügungssteuerpflichtig ist die Aufgabe des Ortsvorstehers und Gemeindevertreters wahrlich nicht. Dennoch macht sie der Baustofftechniker noch heute gern. In diesem Jahr hat er sogar ein Jubiläum, auch wenn dies wohl kaum jemand feiert. Seit 35 Jahren ist Bernd Schauer – trotz Wende und gesellschaftlicher Umbrüche – Gemeindevertreter, wählten ihn „seine“ Bindower wieder und wieder. „Im Dorf kennt man sich eben, da spielt der politische Kram nicht so die Rolle“, verliert er nicht viele Worte über seinen Wahlerfolg, von dem Gemeindevertreter andernorts nur träumen können.

Hintergrund

Bindow wurde im Jahre 1492 erstmals erwähnt. Zu jener Zeit war es als ein Anwesen unter dem Namen Byndunge bekannt. Bindow-Siedlung entstand in den 1920er Jahren. Aus dem dort befindlichen Gut des Gutsbesitzers Enckevorth entstanden durch Parzellierung sogenannte Datschen.

Ab 2003 wurde Bindow im Zuge der Gemeindereform in die Gemeinde Heidesee eingemeindet.

Bis zur Wende lebten in Bindow etwa 580 Einwohner. Heute sind in dem Heideseer Ortsteil aufgrund des starken Zuzugs insgesamt 890 Bürger mit Hauptwohnsitz und 218 mit einer Nebenwohnung gemeldet.

Angefangen hat sein Engagement in Bindow 1980 allerdings ein wenig kurios. Schuld war der in der DDR vorherrschende Wohnungsmangel. „Heute unvorstellbar, aber damals sagte man mir, dass ich den Wohnraum im Haus meiner verstorbenen Eltern nur dann bekomme, wenn ich in der Gemeindevertretung mitarbeite. Dabei war ich der Eigentümer“, erinnert sich Schauer schmunzelnd. Seither hat sich in dem vor der Wende nur etwa 580 Einwohner zählenden Ort so einiges getan, worauf Schauer durchaus stolz ist. Sein persönliches Schmuckstück ist der kleine Neptunpark direkt an der Dahme, den er gern erweitern und vielleicht auch mit einem Café versehen würde. Das aber lässt die Bauordnung nicht zu, weil dort im Außenbereich nur ein Bestandsschutz gilt. Ein Neubau ist unzulässig. „Schade“, wie Schauer findet. Dort am Ufer der Dahme befand sich in den 50er Jahren schon einmal ein Park, der aber bis zur Straße zuwucherte. Jetzt hingegen wird das Kleinod mit den Bänken und der Dampferanlegestelle sogar für Fotoshootings genutzt. Alljährlich finden sich die Bindower dort zum Frühjahrskonzert ein. Ein beliebter Treffpunkt ist die mit zwei Volleyballfeldern ausgestattete Badestelle am Ziestsee. „Manche Bindower sind schon sauer, weil dort an heißen Tagen der Teufel los ist“, sagt Schauer.

Einen Supermarkt sucht man in Bindow inzwischen vergeblich. Ein Unternehmer hat das Gebäude der jahrelang leerstehenden alten Kaufhalle gekauft. Zum Kommunikationszentrum hat sich längst das Dorfgemeinschaftshaus entwickelt, das von Senioren, Tanzgruppen sowie den Mitgliedern des Karnevalsvereins gern genutzt wird. Runde Geburtstage, Jugendweihen und Hochzeiten werden dort zahlreich gefeiert. „Das Haus wird gern gebucht“, freut sich der Ortsvorsteher.

Auch mit dem Straßenbau der letzten Jahre ist er zufrieden. Die Sand- und Waldwege mit den riesigen Löchern sind deutlich weniger geworden. Die Thälmannstraße, die Geschwister-Scholl-Straße, die Margareten- und im vorigen Jahr auch die Mariannenstraße wurden ausgebaut. Lange Jahre Schauers Sorgenkind war der fehlende Radweg nach Friedersdorf, der jetzt für 1,4 Millionen Euro in Angriff genommen wurde. Schauers großer Wunsch ist noch eine neue Kita. „Hier haben wir im Laufe der letzten 30 Jahre aufgrund des großen Zuzugs dreimal angebaut, aber letztlich kommen wir wohl um einen Neubau nicht umhin.“ Alles andere wäre nur Flickschusterei.

„Ach ja, in meinem Bindow hat sich schon einiges bewegt“, sagt Schauer rückblickend. Auch wenn ihn manchmal der ewige Konflikt zwischen den Wünschen der Bürger und den Vorschriften der Verwaltung bei Baumfällungen oder offenen Feuerstellen fast zur Verzweiflung getrieben hat. „Auch die zeitaufwendigen Abendsitzungen in der Gemeindevertretung sowie im Entwicklungs- und im Bauausschuss sind nicht mein Ding“, gesteht der Ortsvorsteher, der selbst im Ruhestand noch jeden Morgen um 5.30 Uhr aufsteht. „Sonst schafft man nichts“. Und anpacken will der schon zweifache Urgroßvater sowohl im Ort als auch bei der Pflege des eigenen Rosenbeetes in jedem Fall noch.

Von Franziska Mohr

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