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Shibori in Gottsdorf

Japanische Färbekunst Shibori in Gottsdorf

Einmal im Jahr treffen sich Interessierte, um in Gottsdorf unter fachlicher Anleitung zu lernen, wie man Stoffe färbt. Und das nach japanischem Vorbild. Shibori heißt die alte Kunst. Dafür werden Pflanzenfarben verwendet, die man in der Natur findet. Auf eine gewisse Tradition kann man dabei auch in Gottsdorf zurückblicken. Dort befasst man sich seit 25 Jahren mit dem Thema.

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Martina Schlechte (l.) und Susanne Zengeler färben einen Wollstoff.

Gottsdorf .
Shibori ist eine alte japanische Kunst, mit der man sich in Gottsdorf seit fast 25 Jahren befasst. Einmal im Jahr laden Gudrun und Detlef David Interessierte ein. Dann wird Holz gehackt, Wasser geschleppt, Kessel aufgestellt und angeheizt, um Stoffe einzufärben. Denn das ist der Sinn der ganzen Vorbereitungen.

Für zehn Tage haben die Kursteilnehmer in Gottsdorf ihre Zelte aufgeschlagen. Einige von ihnen sind erstmals dabei, andere kommen jedes Jahr. Zu ihnen gehören die beiden Fachleute, die Textilgestalterin Juliane Merkel und Färbemeister Klaus Merkel aus Zwickau. Aus heimischen Naturprodukten setzt Klaus Merkel die „Brühe“ an, mit der gefärbt wird. Mit der Areca-Nuss erhält man eine kupferbraune Farbe, mit der Reseda-Pflanze ein leuchtendes Gelb, mit der Krapp-Wurzel Orange und mit der Cochenille-Laus Scharlachrot. Das Farbgemisch in den Bottichen, die in der Fachsprache Küpe heißen, wird für Seide auf 60 Grad und für Wollstoffe auf 70 Grad erhitzt. Bevor allerdings die feinen Stoffe eingefärbt werden, wird mit einem Probestück aus Baumwolle die Farbe getestet. Trotzdem gibt es immer wieder Überraschungen, denn jeder Stoff nimmt die Farbe anders auf. Daher herrscht Spannung, wenn ein Stoff ausgebreitet wird und die Muster zu erkennen sind. Diese entstehen durch Verdrehen Falten, Knoten oder Wringen.

Im vergangenen Jahr hatte ein Besucher einen Stoff gefärbt, auf dem zufällig eine Triangel zu sehen war. Schon war das Thema des Kurses für dieses Jahr gefunden: „Triangel“. Allerdings ist es schwierig, solche Muster hinzubekommen. „Teilweise werden vorher Zeichnungen angefertigt, die dann die Komposition auf dem Stoff wird“, erklärt Detlef David.

Die Seminarteilnehmer kommen aus vielen Berufen, sie sind beispielsweise Garten- und Landschaftsbauer, Drucker oder IT-Berater oder Dozent. Jakob Zengeler aus Luckenwalde ist mit 14 Jahren der Jüngste in der Gruppe. Was er mit seinen eingefärbten Stoffen tun wird, weiß er noch nicht genau. Er ist froh, dass das Ergebnis so gut geworden ist. Antonia Lücking aus Potsdam ist zum zweiten Mal in Gottsdorf. „Ich habe ein Tuch zusammengelegt und mit Hölzern zusammengepresst , so ist dieses fantastische Muster zustande gekommen“, sagt die 15-Jährige. Für sie ist das Seminar in Gottsdorf ein schöner Ferienauftakt. „Hier geht es zum einen um den sozialen Aspekt, denn wir verbringen hier zehn gemeinsame Tage“, sagt sie. Hinzu kommt das Erlebnis Farbe.

Info: Die fertigen Arbeiten des Shibori-Workshops können am Sonnabend, dem 25. Juli, ab 16 Uhr im Gottsdorfer Art(T)raum, Pekenbergweg 2, besichtigt werden.

Von Margrit Hahn

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