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Dahme-Spreewald Sicherheits-Check am Airport
Lokales Dahme-Spreewald Sicherheits-Check am Airport
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00:20 22.10.2017
Fluggäste bei der Sicherheitskontrolle in Terminal C am Schönefelder Flughafen. Quelle: fotos: Oliver Becker
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Schönefeld

11 Uhr Vormittags. Reger Andrang und Stimmengewirr in der Schlange vor dem Sicherheits-Check in Terminal C des Flughafens Berlin-Schönefeld (SXF). Fluggäste heben ihr Reisegepäck auf schwarze klackernde Rollbänder. Klappernd und klimpernd werden Schlüssel, Mobiltelefone, Metallgürtel und Geldbörsen in kleine Plastikwannen gelegt. Überall hängen Kameras und elektronische Schautafeln mit Sicherheits-Hinweisen an der Hallendecke. Schwarze Absperrbänder mit Flughafen-Logo weisen den Weg Richtung Personenkontrolle. Einzeln müssen die Passagiere vortreten und werden gefragt, ob sie metallische Gegenstände oder Flüssigkeiten mitführen. „In die Kabine bitte“, sagt ein Luftsicherungsassistent zu einem Mann um die 40 und weist auf den großgrauen Sicherheitsscanner. „Arme hochheben, Beine breit“, sagt er. Schon wird der Passagier automatisch gescannt. Parallel durchlaufen andere Fluggäste eine Torsonde, den klassischen Metalldetektor. Ein älterer Mann muss anschließend in die individuelle Kontrolle. Unterdessen werden Koffer, Handgepäck und Mitbringsel geröntgt. Konzentriert sucht das Flughafenpersonal, analysiert die farbigen Bilder auf den Monitoren. Händisch überprüft werden nur jene Dinge, die nach dem Röntgen auf die Nicht-Ok-Spur kommen.

„Beim Sicherheits-Check stellen wir auf den Mix von Technologien ab, weil der Modus Operandi sich verändert und so Sicherheitslücken geschlossen werden“, sagt Karina Zumbrink von der Polizeidirektion am Schönefelder Flughafen. Während die Torsonde mit einem elektromagnetischen Feld arbeitet und bei Metall anschlägt, tastet der Sicherheitsscanner per Mikrowellen die Körperoberfläche ab. Geschaut wird beim Sicherheitscheck nach verbotenen Gegenständen: Sprengstoffen, Waffen, Messern, schwerem Gerät, Drogen, Gefahrgütern – das alles muss am Boden bleiben.

Spätestens seit dem Attentat auf dem Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 ist die Bundespolizei – zuständig für die Luftsicherheit am Schönefelder Flughafen – alarmiert. Die Sicherheitsvorkehrungen am Airport werden ständig angepasst, heißt es. „Alle Mitarbeiter am Flughafen sind sensibilisiert und speziell geschult. Die polizeilichen Maßnahmen werden fortlaufend evaluiert und gemäß den Lageerkenntnisse angepasst“, sagt Karina Zumbrink. Der Schulterschluss zwischen Bundes- und Landespolizei, Zoll, Flughafenbetreiber, Airlines und den Luftsicherungsassistent sei daher wichtig.

2016 wurden am Flughafen knapp sechs Millionen Passagiere durch die Bundespolizei nach dem Luftsicherheitsgesetz kontrolliert. Tägliche sind es bis zu knapp 19 000 Fluggäste. Über 300 Flughafenpolizisten der Bundespolizei arbeiten im Drei-Schicht-System, 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Die Bundespolizisten laufen Streife, haben die Aufsicht über die Kontrollprozesse der Luftsicherheitsassistenten. Sie prüfen von ihnen gemeldete Funde, ob diese nach dem Luftsicherheits- beziehungsweise Waffengesetz verboten sind. Im Zweifel haben die Beamten auch einen Ermessensspielraum – berichtet Zumbrink.

Überraschend hoch ist die Zahl an Waffenfunden pro Jahr. 21 000 Waffendelikte stellte die Bundespolizeiinspektion Flughafen Berlin-Schönefeld letztes Jahr fest. 165 Strafverfahren leitete sie wegen Verstößen gegen das Waffengesetz ein. Mehr als 6700 Straftaten wurden am Schönefelder Flughafen angezeigt. Eine Vielzahl dieser Delikte umfasst neben den Waffendelikten Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz – wie die unerlaubte Einreise und der unerlaubte Aufenthalt, Visaerschleichung und das Einschleusen von Ausländern sowie Urkundendelikte nach dem Strafgesetzbuch. Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz verfolgt der Zoll. Auch Taschen-, Laden- und Trickdiebstahl gehören zur Tagesordnung. Sie fallen in den Zuständigkeitsbereich der Landespolizei, die auch am BER vertreten ist.

„Deutschland hat eines der strengsten Waffengesetze in Europa. EU-Nachbarländer handhaben den Kauf und Besitz etwas anders. Es ist oft die Unkenntnis der Reisenden aus anderen Ländern“, erläutert Zumbrink die hohe Zahl an Waffenfunden. Gerade von den grenznahen polnischen Märkten stammten viele der Waffen. Dort würden die Verkäufer damit werben, dass man die Waffen beruhigt mit nach Deutschland nehmen könne. Besonders Butterfly-Messer und größere Messer würden dort gekauft und über die Grenze transportiert.

Doch nicht jedes Messer darf mit ins Flugzeug genommen werden – nach EU-Norm im Handgepäck nur Messer bis zu einer Klingenlänge von sechs Zentimetern. Das entspricht dem typischen Taschenmesser. Alle anderen Messer müssen am Boden bleiben. Kleinere Gegenstände können zwar gefährlich für den einzelnen Passagier sein, werden aber von den Behörden deshalb nicht zwangsläufig als geeignet angesehen, ein Flugzeug zu entführen. Denn die Tür zu den Piloten ist in der Regel verriegelt.

Zu den verbotenen Gegenständen zählen laut EU-Verordnung ebenso Schusswaffen, Munition, Schlagringe, Totschläger, Sprengstoff, Pfeffersprays, spitze, scharfe und gefährliche Gegenstände oder solche, mit denen erhebliche Verletzungen herbeigeführt werden können. Auch abstrakte Gefahrenstoffe – zum Beispiel Handgranaten-Attrappen, die eigentlich Feuerzeuge sind, sind in der Sicherheitszone und im Flugzeug nicht erlaubt. „Denn dadurch kann eine Bedrohungslage vorgespielt werden“, erläutert Zumbrink.

Doch immer wieder gibt es Sonderfälle, bei denen auch die Polizei große Augen macht. „Ein Russe kam mit seiner Sporttasche an und stellte diese ganz selbstverständlich auf das Laufband. Er wollte eine Kalaschnikow im Handgepäck mit an Bord nehmen. Sie war ein Sammlerstück und unscharf, dennoch durfte er sie nicht mitnehmen“, sagt die Polizistin. Waffen müssten vor dem Gang ins Flugzeug angemeldet werden und registriert sein. Berechtigungsscheine dazu sollten vorliegen. Die Waffen müssten gesondert verschickt werden. „Liebhaber kennen sich aus, Spontankäufe werden unter Umständen abgenommen“, sagt Zumbrink.

Auch das Mitnehmen von Flüssigkeiten ist beschränkt. Die Flüssigkeitsbeschränkung – die Liquide, Aerosole und Gele umfasst – geht zurück auf den Unterhosenbomber in Detroit. Dieser hatte seine Unterhose so präpariert, dass er zwei Flüssigkeiten mittels Spritzen vermischen und zur Explosion bringen wollte. Kleinere Mengen sind heute im Handgepäck bis zu 100 Millilitern erlaubt, wenn sie von außerhalb des Sicherheitsbereichs kommen. Im Reisegepäck dürfen es mehr sein. Alles, was die Airline an Gewicht erlaubt mitzunehmen, darf auch mitgenommen werden. Mehr dürfen die Passagiere im Handgepäck nur mitführen, wenn die Flüssigkeiten im Sicherheitsbereich etwa in einem Duty-Free-Shop erworben wurden. Dortige Waren sind bereits kontrolliert. Der Verkäufer ist verpflichtet, einen so genannten versiegelten Step-Beutel zur Verfügung zu stellen. Auf diesem steht, wann und wo die Ware gekauft wurde.

Auch Rettungswesten und Beatmungsgeräte für Bergsteiger und Taucher müssen gesondert verschickt werden, da diese bei sich verändernden Druckverhältnissen gefährlich werden könnten. Auch Gefahrengüter dürfen nicht mit ins Flugzeug. Erlaubt ist nur ein Feuerzeug, das der Fluggast am Körper tragen muss, im Koffer hingegen nicht. Campingkocher, Gaskartuschen, Tauchflaschen – sie müssen vom Gas befreit werden. Selbst bei Akku-Bohrern und Film-Kameras mit Lithium-Akkus ist die Mitnahme nach Gefahrgutverordnung beschränkt. Sie müssen im Vorfeld bei der Airline als Fracht deklariert werden, gesondert verpackt und vorgeschickt werden.

Ebenfalls beschränkt ist die Mitnahme von Tabak, Spirituosen, Lebensmitteln, Tierpräparaten und lebendigen Tieren. Was und wie viel der Fluggast mitnehmen kann, hänge von den Bestimmungen des Ziellandes ab – so Olaf Wiese, Sprecher der Bundespolizei der Bundespolizeidirektion Berlin-Schönefeld. Tiere bis sechs Kilogramm Körpergewicht dürfen im Handgepäck mitgenommen werden – alles darüber muss als Fracht verschickt werden. Tiere sind von der Luftsicherheitskontrolle befreit und werden nicht geröntgt. Das jedoch bietet ein Einfallstor für Schmuggler. In der Vergangenheit wurden Tiere als Kuriere missbraucht und im Tierkörper Drogen geschmuggelt. Vorgekommen ist dies in Schönefeld bislang noch nicht, jedoch an anderen Flughäfen wie Hamburg oder Frankfurt am Main.

Von Oliver Becker

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