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Sichtbare Spuren der Geschichte

MAZ-Serie: Denkmale der Region Sichtbare Spuren der Geschichte

In der neuen MAZ-Serie Denkmale der Region werden regelmäßig herausragende Bauwerke aus der gesamten Dahmeland-Fläming-Region präsentiert. Mit der St. Johanniskirche in Luckenwalde, dem wohl ältesten Bauwerk der Stadt, beginnt die Spurensuche in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming.

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Das Sternengewölbe im Chor der St. Johanniskirche ist aus dem 15. Jahrhundert.

Quelle: Karen Grunow

Luckenwalde. Dieses Buch ist eine Einladung, genau zu schauen, Irritationen wahrzunehmen und diese mit dem umfangreichen Wissen, das dieses Buch liefert, zu begreifen. „St. Johannis zu Luckenwalde“ beschäftigt sich mit dem wohl ältesten Bauwerk der Stadt, die in diesem Jahr ihr 800-Jähriges begeht. Und wie die lange Geschichte des Ortes ist auch jene der Kirche brüchig, vielgestaltig, ablesbar an den Spuren, die die unterschiedlichen Zeiten am Bau hinterlassen haben.

Das neue Buch, das am Donnerstag in Luckenwalde von dem Autor Axel Busch präsentiert wird, ist der Grund, mit der Kirche St. Johannis die neue MAZ-Serie Denkmale der Region zu eröffnen. Angelehnt an die Idee des Landkreises Teltow-Fläming, monatlich eines der mehr als 3500 Baudenkmale des Kreises besonders vorzustellen, sollen nun regelmäßig herausragende Bauwerke aus der gesamten Dahmeland-Fläming-Region präsentiert werden. Anlass dafür können Restaurierungsmaßnahmen oder interessante (Um)nutzungsprojekte sein, aber auch wie in der aktuellen Auswahl zu Luckenwalde eine neue Publikation zu einem spannenden Gebäude oder ein markantes Datum. So wird es in der nächsten Folge um die Christuskirche in Groß Köris gehen, die am 14. April 1916 geweiht worden ist.

Als dort das heutige und überhaupt erste Gotteshaus der Gemeinde errichtet wurde, war die Baugeschichte der Luckenwalder Kirche bereits mehr als sechs Jahrhunderte alt, und sie hatte äußerlich bereits ihre jetzige Gestalt erhalten. Der vornehmlich in spätmittelalterlicher Zeit entstandene Bau von St. Johannis war Anfang des 20. Jahrhunderts nämlich durch den westlichen Anbau erweitert worden. Dessen hochaufragender und mit Blendmaßwerk versehener Giebel zitiert die Struktur des Giebelfeldes über der 1521 aufgestockten Sakristei an der Südseite der Kirche. Darauf bezieht sich auch der ebenfalls 1902/03 entstandene Anbau an der Nordseite.

Axel Busch vermutet, dass es schon vor dem aus Feldsteinen errichteten Vorgängerbau der heutigen Johanniskirche ein Gotteshaus gegeben haben dürfte; eine einfache Holzkonstruktion, die den ersten Siedlern als Kirche und Versammlungsraum diente. Ein erster massiver Bau entstand wahrscheinlich im 13. Jahrhundert. Der bislang angenommenen Bauzeit nach 1285 widerspricht Busch. Zwar sei, worauf bislang für eine Datierung immer Bezug genommen wurde, Luckenwalde 1285 nachweislich durch das von Zisterzienser-Mönchen gegründete Kloster Zinna erworben worden. Aber der Ort Luckenwalde habe schon damals eine gewisse Bedeutung gehabt, so dass es Busch zufolge logischer wäre, schon zeitiger von einem festen steinernen Bau auszugehen. Ein Saalbau mit Rechteckchor und wahrscheinlich einer kleinen runden Apsis als Abschluss des Chores war dieser Vorgängerbau, dessen Mauern zum Teil heute noch erkennbar sind. Auch frühere Eingänge lassen sich noch an den Außenwänden des Gebäudes ablesen.

Ungewöhnlich ist die Zweischiffigkeit, die eher von Dominikanerkirchen bekannt ist. Vier Stützen teilen den Bau im Inneren, von denen die Rippen des im 16. Jahrhundert entstandenen Kreuzgewölbes aufsteigen. Vor allem im 15. und eben im 16. Jahrhundert erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen. Der alte Bau dürfte zu klein geworden sein, auch war er vermutlich nicht repräsentativ genug als Pfarrkirche des Sprengels.

Als erste Erweiterung könnte die Sakristei an der Südseite gelten. Axel Busch versucht, durch exakte Vergleiche und als Bauforscher eine genauere Datierung zu realisieren, denn Dokumente, die diese Bauphase belegen könnten, gibt es nicht. Er vergleicht die Rippen des Sakristeigewölbes mit denen des prachtvollen Sterngewölbes im Chor der Kirche. Dieses ist genau zu datieren auf das Jahr 1441.

Auch in der Zeit des Barock erfuhr St. Johannis eingreifende Baumaßnahmen, bevor der neogotische Zeitgeschmack des späten 19. Jahrhunderts und die neuerlichen Umbauten dafür sorgten, dass die Kirche heute wieder vor allem als ein bedeutendes Werk der Gotik erscheint.

Von Karen Grunow

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