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Dahme-Spreewald Skurrile Aufgabe für Flüchtlinge im Hühnerstall
Lokales Dahme-Spreewald Skurrile Aufgabe für Flüchtlinge im Hühnerstall
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16:40 30.01.2016
Landkost-Ei versorgt vier Millionen Verbraucher mit Eiern. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Bestensee

Wie Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden können, darüber streiten und sinnieren derzeit zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik. Reinhard Geiselhart, Geschäftsführer der Landkost-Ei GmbH mit Sitz in Bestensee, hat in dieser Frage zumindest ein bemerkenswertes Angebot zu machen. Er habe Arbeit für mindestens zehn Flüchtlinge in seinem Betrieb, vielleicht auch für mehr, sagt er. Eine der Aufgaben, die die Asylbewerber dort übernehmen könnten: Hühner domestizieren.

Was darunter zu verstehen ist, klingt für Außenstehende erst einmal recht merkwürdig. Im Wesentlichen gehe es darum, Lärm zu machen, Unruhe zu verbreiten, menschliche Präsenz zu zeigen, sagt Geiselhart. Den Beschäftigten werden dafür auch schon mal Schellen umgehängt. Damit stapfen sie dann durch die Hühner-Hallen und klingeln den Tieren die Ohren voll.

Lärm soll Stress der Tiere künftig minimieren

Der tiefere Sinn dahinter: Die Legehennen bleiben in ihren großen Hallen weitestgehend unter sich. Mitunter sitzen dort 40 000 Tiere unter einem Dach zusammen. Diese Tiere müssen aber regelmäßig kontrolliert und begutachtet werden. „Wenn nun ein Mitarbeiter oder ein Tierarzt die Halle betritt, und die Hühner sind nicht an Menschen gewöhnt, dann geraten sie in Stress und flattern alle durcheinander, was den Stress weiter erhöht“, sagt Geiselhart. Deshalb sollen menschliche Präsenz und gleichmäßiges Lärmen zur normalen Kulisse im Hühnerstall gehören. Wenn die Tiere den ganzen Tag Geräusche um sich haben, ist der Tierarzt ihnen auch piepegal.

Barrieren im Kopf

Den Vorschlag für ein solches Projekt habe er schon im November den zuständigen Stellen unterbreitet, sagt Richard Geiselhart. Lange Zeit reagierte aber niemand. Dann kamen die Ereignisse von Köln, und jetzt hat der Geschäftsführer ein Problem, wie er sagt. Denn: In dem Landwirtschaftsbetrieb arbeiten fast ausschließlich Frauen. Die sind in kleinen Trupps zusammengefasst und laufen sich auf den 200 000 Quadratmetern Hallenfläche auch nur selten über den Weg.

„Viele von ihnen sind angesichts der aktuellen Debatte verunsichert. Sie können sich derzeit nur schwerlich vorstellen, mit männlichen Flüchtlingen zusammenzuarbeiten“, sagt Geiselhart.

Frauen statt Männer mit Gefühl für Tiere

Ideal wäre es aus seiner Sicht deshalb, wenn sich Flüchtlingsfrauen fänden, die mit den Legehennen arbeiten wollen. Man könne dann sehen, ob es menschlich stimmt und die Leute auch ein Gefühl für die Tiere haben – „denn das ist Grundvoraussetzung“. Wenn alles passt, stehe aus seiner Sicht auch einer Festanstellung nichts im Wege.

Die Landkost-Ei GmbH, die nach eigenen Aussagen derzeit etwa vier Millionen Verbraucher mit frischen Eiern versorgt, ist ständig auf der Suche nach Mitarbeitern. Zum einen expandiert der Betrieb, die jährlichen Wachstumsraten sind zweistellig. Zum anderen herrsche eine hohe Fluktuation, so Geiselhart. Die Anforderungen an die Eierproduktion und damit an die Mitarbeiter steigen überdies ständig. Für Februar ist ein Gespräch mit der Ausländerbehörde angesetzt.

Von Oliver Fischer

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