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Slalom um die Gullys

Zernsdorf Slalom um die Gullys

Der Asphalt ist abgefräst, Gullys ragen empor. Die Zernsdorfer Karl-Marx-Straße gleicht einer Baustelle und das ist sie auch. Trotzdem rollt hier werktags der Verkehr, allerdings im Schneckentempo. Das Bauvorhaben des Kreises erregt die Gemüter. Heute beginnt eine dreitägige Vollsperrung.

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Die Gullys ragen aus der abgefrästen Straße heraus.

Quelle: Frank Pawlowski

Zernsdorf. Wer in diesen Tagen mit dem Auto durch Zernsdorf fährt, braucht Geduld und ein bisschen Geschicklichkeit. Die Straße ist abgefräst, die Gullys ragen mehrere Zentimeter heraus. Deshalb ist hier mit 10 km/h derzeit nur Schneckentempo erlaubt. Beim Lokaltermin Donnerstagmittag hielten sich aber nur wenige daran, Langsamfahrer wurden flott überholt. Viele Autofahrer umkurvten die Gullys aus Sorge um ihre Gefährte.

Neuer Belag kommt am Wochenende

Die Neue Mühler haben den Slalom schon hinter sich. Von der Schleuse bis zum Ortseingang Zernsdorf hat die Straße jetzt einen neuen Belag. Der Abschnitt vom Segelfliegerdamm bis zur Friedensaue in Zernsdorf ist an diesem Wochenende an der Reihe. Von Freitag, 18 Uhr, bis Sonntagmorgen, 4 Uhr, wird die Straße deshalb laut Stadtverwaltung voll gesperrt. An zwei Wochenenden wird es weitere Vollsperrungen geben. Am 30. Juni soll die Asphalterneuerung bis zum Ortseingang Kablow vollendet sein.

Bauausführung sorgt für Irritationen

Das Bauvorhaben erregt die Gemüter. Anwohner beklagen fehlende Informationen, außerdem waren sie von der Ausführung irritiert. „Es gibt weder Absperrungen noch ein vernünftiges Ampelsystem, um den Verkehr und die schweren Baumaschinen zu koordinieren“, schrieb die Kablowerin Susanne Mebus ans Rathaus. „Die gesamte Baumaßnahme ist eine einzige Zumutung.“ Sie habe das Gefühl, dass hier Geld an der falschen Stelle gespart würde. Von der bevorstehenden Vollsperrung hat sie zufällig erfahren, ein Einkaufsmarkt informierte die Kunden mit selbst gebastelten Zetteln. Dass keine Umleitungsschilder aufgestellt werden, findet sie ebenfalls unmöglich. Kablower müssen an den Juni-Wochenenden weite Wege in Kauf nehmen. Wer nach Königs Wusterhausen will, muss über Friedersdorf fahren.

Wenigstens wird zügig gebaut

Ortsvorsteher Uwe Borck (SPD) nennt für das kommende Wochenende noch den Weg über die Platanenallee am Bahndamm entlang bis zum Segelfliegerdamm als mögliche Route. Nach seiner Beobachtung klappt der Straßenbau bisher gut und zügig, allerdings wird die Vollsperrung auch für die Zernsdorfer schwierig. Die Mittelstraße ist als Ausweichstrecke nicht befahrbar, dort wird ebenfalls gebaut. Die Bauausführung auf der Ortsdurchfahrt hat auch Borck überrascht. Die vom Kreis angekündigte halbseitige Sperrung sei ebenso wenig erfolgt wie die Ausweisung von Umleitungen. „Die Baufirma hat es anders gemacht.“

Appell der Stadt an alle Verkehrsteilnehmer

Laut Stadtverwaltung diene das jetzige Verfahren einer kurzen Bauzeit. Die Gullys seien fünf bis sieben Zentimeter hoch und könnten problemlos überfahren werden. „Wenn sich alle Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoll und nach dem vorgegeben Tempolimit bewegen, sollte es funktionieren“, sagte Stadtsprecherin Katja Klinner.

Deckschicht war schon gerissen

Die Ortsdurchfahrt in Neue Mühle und Zernsdorf ist die Kreisstraße K 6153. Sie wurde von 1998 bis 2001 grundhaft ausgebaut. Die Nutzungsdauer des Asphalts sei überschritten. Die Deckschicht sei vielfach gerissen gewesen.

Von Frank Pawlowski

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