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Dahme-Spreewald So präsentiert sich die Region bei der ILA
Lokales Dahme-Spreewald So präsentiert sich die Region bei der ILA
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02:23 30.04.2018
Ein Koloss aus der Region: Das Triebwerk Trent XWB von Rolls Royce wird in Dahlewitz produziert und auf der ILA ausgestellt. Quelle: Fotos: Ansgar Nehls (2)
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Selchow

Sieben Tonnen schwer, drei Meter im Durchmesser – und mit dem Speziallaster extra aus Dahlewitz angefahren: Das Flugzeug-Großtriebwerk Trent XWB von Rolls-Royce ist einer der Publikumsmagneten auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Schönefeld. Viele Messegäste bleiben schon angesichts der schieren Größe stehen, schießen Fotos vom Koloss und bewundern die Technik aus der Region Dahmeland-Fläming.

Denn montiert wurde die Turbine nur wenige Kilometer entfernt von der Ausstellung – im Werk des britischen Triebwerkherstellers. Im Juni vergangenen Jahres hat Rolls-Royce die Montagelinie für das Großtriebwerk eingerichtet – und seitdem 30 der Turbinen gefertigt. „Das XWB ist ein Grund, warum sich der Standort Dahlewitz so gut entwickelt“, sagt der Sprecher des Unternehmens, Stefan Wriege. Auf der ILA will Rolls-Royce – mit 2800 Mitarbeitern größter Arbeitgeber in der Region – „Präsenz zeigen“, sagt Wriege. „Man wolle den Menschen in Berlin und Brandenburg die Faszination für das Fliegen vermitteln“.

MTU zeigt „was wir alles können“

Nur einen Stand weiter und ebenfalls in Halle 2 will MTU „zeigen, was wir alles können“, sagt Sprecherin Martina Vollmuth. Das Münchner Unternehmen stellt ebenfalls Triebwerke an seinem Stand aus. Die allerdings fallen etwas kleiner aus, als die vom britischen Nachbarn und sind nur zum Teil von MTU, die sich auf Einzelteile in den Triebwerken spezialisiert haben. Gebaut werden die Hoch- und Niederdruckverdichter unter anderem in München. In Ludwigsfelde werden zum Beispiel die Triebwerke der Bundeswehr der Flugbereitschaft gewartet.

Die Messe will das Unternehmen vor allem dafür nutzen, Fachkräfte zu gewinnen. 45 Stellen sind im Werk in Ludwigsfelde offen – vor allem Triebwerksmechaniker werden gesucht. „Die Nachfrage bei diesem Personal ist größer als das Angebot“, sagt der Leiter des Personalmanagements, Matthias Jaeger, „alle suchen die gleichen Kräfte“. Das Unternehmen ist deswegen an mehreren Stellen auf dem Messegelände präsent – um junge Mitarbeiter für den Standort in Ludwigsfelde zu gewinnen.

Eine ganze Reihe von Ausstellern aus der Region sind vertreten

Neben den großen produzierenden Unternehmen, sind am gemeinsamen Stand des Landes Brandenburg eine ganze Reihe von weiteren Ausstellern aus der Region vertreten. Neben der TH Wildau, die verschiedene Studiengänge bewirbt, zeigt sich die Stadt Königs Wusterhausen. Sie bewirbt das neu entstehende Gewerbegebiet am Funkerberg. „Wir wollen gern weitere Ansiedler dazugewinnen“, sagt Projektleiterin Christine Oliwkowski. Die Pläne für die Bauarbeiten seien so konzipiert, dass die ersten Ansiedler im Dezember zu ihren Grundstücken auf dem Funkerberg könnten.

Zwei Stände weiter erklärt Christian Dreyer die komplexe Arbeit des Fraunhofer-Insitituts für Angewandte Polymerforschung, das am Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Wildau sitzt. Am Beispiel eines Fischernetzes beschreibt der Chemiker, wie das Institut an Hochleistungs-Kunststoffen arbeite, die an verschiedenen Stellen im Flugzeugbau verwendet werden – und die leistungsfähiger, hitzebeständiger oder effizienter produziert werden sollen.

Fraunhofer-Institut will aufstocken

Die 30 Forscher große Abteilung pendelt bislang zwischen den zwei Standorten der Einrichtung in Teltow und Wildau hin und her. „Perspektivisch wollen wir aber ganz nach Wildau umziehen“, sagt Beyer. Die Abteilung soll dann auf 40 Mitarbeiter aufgestockt werden. Bis zum Jahr 2020 soll es soweit sein, die Bagger würden schon arbeiten, sagt Beyer. Grundsteinlegung für den Anbau sei am 6. Juni. Aktuell arbeitet das Institut viel mit der TH Wildau zusammen, forscht unter anderem gerade an einem gemeinsamen Projekt und hat laut Beyer drei weitere bereits in Planung. Dazu soll es in naher Zukunft eine gemeinsame Professur geben – um die gemeinschaftlichen Anstrengungen noch besser zu vernetzen.

Projekte und Firmen zu verbinden will auch der Verein Curpas, der sich die Förderung der zivilen Nutzung von Drohnen zum Ziel gesetzt hat. „Wir wollen zeigen, dass Drohnen nichts böses sind“, sagt Projektleiterin Christina Eisenberg. Der Verein, der mittlerweile aus 35 Mitgliedern besteht, hat sich vor zwei Jahren gegründet und will eine Schnittstelle sein zwischen den verschiedenen Akteuren der Drohnen-Nutzung und -Herstellung. „Drohnen sind keine Spielzeuge. Wir wollen damit Geld machen“, sagt Eisenberg. Dabei geht es zum Beispiel darum Arbeiten an Strommasten vollautomatisch von den eigenständigen Fluggeräten erledigen zu lassen. „Im Moment müssen Sie entweder für einen Industriekletterer oder einen teuren Kran sorgen, wenn sie die Masten warten“, sagt Eisenberg, „man stelle sich vor, das könnten Drohnen übernehmen.“

Hubschrauber aus dem Fläming

Draußen vor der Halle mit den Ständen und Ausstellern stehen derweil etliche Flugzeuge und Hubschrauber – auch aus dem Fläming. Zu denen, die die Bundeswehr auf der ILA vertreten, gehört neben anderen eine Abordnung der Lufttransportgruppe Holzdorf des Hubschraubergeschwader 64. Das Gros der Bundeswehrmaschinen, die zu sehen sind, pendelt jeden Tag zwischen dem Fliegerhorst Holzdorf und dem Ausstellungsgelände nahe dem Flughafen Schönefeld.

Von Ansgar Nehls

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