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Sonderschau zeigt Grafiken von Bernd Fischer

Königs Wusterhausen Sonderschau zeigt Grafiken von Bernd Fischer

Vieles von dem, was Bernd Fischer skizzierte, existiert heute nicht mehr: Jahrzehntelang dokumentierte der Künstler aus Zeuthen die Veränderungen in der eigenen Heimat. Zu seinem 75. Geburtstag ehrt der Heimat- und Museumsverein Königs Wusterhausen den Zeichner mit einer Sonderausstellung im Dahmelandmuseum.

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Vieles von dem, was Fischer skizzierte, steht nicht mehr: Fachwerkhaus in Zernsdorf.

Quelle: Heimatverein KW

Königs Wusterhausen. Wenn es um seine Arbeiten geht, ist Bernd Fischer „sehr selbstkritisch“. Am allerwenigsten gefällt dem Künstler aus Zeuthen aber, wenn rund um seine Grafiken „so ein Aufriss“ gemacht wird, verrät Margitta Berger vom Heimat- und Museumsverein Königs Wusterhausen beim Rundgang durch die „Galerie unterm Dach“ des Dahmelandmuseums. Wohin der Besucher auch blickt, zieren dort noch bis zum 6. August Fischers Zeichnungen die Wände und Vitrinen.

Von der Ausstellung habe der Künstler nichts gewusst, sagt Berger. Unter keinen Umständen hätte er der Sonderschau zu seinen Ehren zugestimmt. „Der Heimatverein hat ihn damit zu seinem 75. Geburtstag überrascht“, so die Vorsitzende. Es ist der Versuch einer Würdigung seines jahrzehntelangen Schaffens.

Hohes Ansehen für Arbeit als wissenschaftlicher Zeichner

Bernd Fischer arbeitete als wissenschaftlicher Zeichner, zunächst im DDR-Zentralinstitut für Alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Von 1972 bis 2006, dem Jahr, in dem Fischer in Rente ging, im Märkischen Museum, das heutige Stadtmuseum Berlins. Dort zeichnete er für die urgeschichtliche Abteilung. Akribisch dokumentierte er archäologische Fundplätze, rekonstruierte Siedlungen aus der Bronzezeit, germanische Dörfer oder mittelalterliche Burgen.

Seine zeichnerischen Rekonstruktionen genießen bis heute ein hohes Ansehen in der Fachwelt. Obendrein sind sie schön anzusehen – „eine ästhetische Aufwertung des oftmals knochentrockenen Fundmaterials“, so würdigt der Heimatverein die Arbeiten des Künstlers.

Fischer gestaltet den jährlichen Heimatkalender

Fischer selbst unterstützt den Verein seit 1990. Seit 1995 gestaltet er den jährlich erscheinenden Heimatkalender – „alles ehrenamtlich“, wie Berger betont.

Doch nicht nur seine archäologischen Zeichnungen haben den Zeuthener bekanntgemacht. Der 75-Jährige ist zudem ein begnadeter Karikaturist. Seine ironische Darstellung des „Großen Kurfürsten als Streusandbüchse mit Gemahlin“ von 1975 ist nur ein Vorgeschmack auf viele von Fischers humoristischen Werken. Auch als Scherbensammler machte er sich einen Namen: „Er ist Brandenburgs aktivster ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger“, sagt Berger beinahe ehrfürchtig.

Vorliebe für den Verfall bedrohter Gemäuer

Vor allem aber ist Fischer durchs Land gezogen und hat die Veränderungen in der eigenen Heimat auf Papier festgehalten. Insbesondere alte, von Verfall bedrohte Gemäuer haben es ihm angetan. „Vieles von dem, was er vor Jahren skizzierte, steht heute nicht mehr“, sagt Berger. So wie das alte Fachwerkhaus, das einst auf dem Zernsdorfer Dorfplatz thronte. Heute erinnert nur noch Fischers Grafik, die er kurz vor dem Abriss fertigte, daran.

Ausstellung: noch bis zum 6. August, Dienstag bis Samstag, 10 bis 16 Uhr.

Von Josefine Sack

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