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Spektakel am Vormittagshimmel

Sonnenfinsternis in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming Spektakel am Vormittagshimmel

Blicke in den Himmel, Brillen auf den Nasen - auch in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald haben sich am Freitag unzählige Menschen die Sonnenfinsternis angeschaut. Zum Beispiel hatte eine Sternwarte in Dobbrikow zum gemeinsamen "Sofi" schauen eingeladen.

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Quelle: MAZ

Wer am Freitag noch eine Schutzbrille brauchte, um die partielle Sonnenfinsternis zu betrachten, hatte Pech. Die waren seit Wochen ausverkauft. "Ich habe versucht in Astro-Shops Sonnenfolie zu bekommen, doch auch das war aussichtslos", berichtet Torsten Großmann. Der Hobby-Astronom hatte sich vor mehr als zehn Jahren auf seinem Grundstück in Dobbrikow eine Sternwarte auf einem sechs Meter hohen Turm gebaut.

Aber ohne Schutz darf man auch nicht durchs Fernrohr zur Sonne blicken. "Dann fiel mir ein, dass ich vom letzten Mal noch irgendwo Folie haben müsste", sagt der 52-Jährige. Im Keller fand er Restbestände an Sonnenfolie, die er vor das Teleskop spannte.

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Die partielle Sonnenfinsternis am 20. März 2015 lockte viele Menschen in Brandenburg und Berlin zur Beobachtung auf die Straße.

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Um 9.30 Uhr sah man die Sonne noch als einen großen hellen Fleck. Um 9.45 Uhr rief Firmenchef Torsten Großmann seine Mitarbeiter aus der Autowerkstatt in die Kuppel. "Das nennt man Weiterbildung am Arbeitsplatz", sagte der selbstständige Kfz-Meister. Inzwischen hatte sich der Mond bereits ein kleines Stück vor die Sonne geschoben.

Währenddessen brachte Torsten Großmann auch eine Kamera in Position. "Mit dem Fernrohr sieht man alles noch viel besser", sagte Maik Michael. Es war am Freitag nicht das erste Mal, dass die Mitarbeiter in die Kuppel der Sternwarte gestiegen sind. "Schon beim Venusdurchlauf 2012 waren wir mit dabei", fügt Michael hinzu, "und das war ein ebenso spektakuläres Ereignis wie die Sonnenfinsternis am Freitag." Damit die Werkstattmitarbeiter nicht ständig die Treppen hoch und runter mussten, um das Naturschauspiel zu sehen, nutzten sie auch ihre Schweißschutzgläser, um zur Sonne zu blicken. "Im Radio wies ein Augenarzt darauf hin, dass dies mit den Schutzgläsern nicht schädlich ist", erklärte Mechaniker Robert Wiemann. Mit dem Handy durch die Scheiben durchzufotografieren klappte allerdings nicht so gut. Da gelangen Torsten Großmann schon bessere Aufnahmen.

Er hatte erst Sorge, da die Meteorologen für Freitag Bewölkung vorhergesagt hatten. Um so mehr freute er sich über die optimalen Bedingungen. Da kamen die Sonnen-Gucker auch mal ins Philosophieren. "Wenn ich so in den Himmel schaue, dann frage ich mich, an welchen Problemchen wir uns hier auf der Erde überhaupt stören", sagte Hobby-Astronom Großmann.

Auch Cornelius Landsberg, der Nachbar von Großmann wollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die Sonnenfinsternis anzuschauen. "Ich habe es einen Tag vorher erst mitbekommen", sagte Landsberg.

Gut vorbereitet waren indes diverse Schulen in der Region Dahmeland-Fläming. Viele Schüler hatten sich "SoFi-Brillen" besorgt, zum Beispiel am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen, oder betrachteten den Mond-Transit per Internet-Livestream wie an der Evangelischen Grundschule Mahlow.

Etwa 250 Menschen sahen sich das Himmelsspektakel in der Sternwarte Dahlewitz an. Neben etlichen Schulklassen waren auch ein paar Dutzend Bürger der Einladung des Vereins Schul- und Volkssternwarte gefolgt. Dessen Vorsitzender Michael Wenzel hatte alle Hände voll zu tun, die Besucher mit Informationen und ‒ immer abwechselnd ‒ mit den 80 Vereinsbrillen zu versorgen.

"Außerdem", erzählt Michael Wenzel, "hatten Schüler unseres Vereins dieses Ereignis in verschiedenen Formen vorbereitet." Sie erklärten zum Beispiel Dahlewitzer Schülern an einem Modell, warum es nicht jeden Monat eine Sonnefinsternis gibt. Andere junge Vereinsmitglieder hatten Schautafeln vorbereitet und für manche Klassen wurde das Ereignis mit Computertechnik simuliert.

Zum Tag der Astronomie bieten die Sternwarte in Dahlewitzb (ab 14 Uhr) und das Heimatmuseum in Dahme (ab 15 Uhr) am Sonnabend spezielle Programme an.

Von Margrit Hahn und Jutta Abromeit

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