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Dahme-Spreewald Sonntags summt die Rathaustreppe
Lokales Dahme-Spreewald Sonntags summt die Rathaustreppe
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13:58 11.09.2013
Eichwaldes Jugendchor hat seine erste CDaufgenommen, Chorleiterin Martina Büttner übergibt ein Exemplar an Kreischorleiter Tobias Majewski. Beim Konzert am Sonnabend gibt es das Album zu kaufen. Quelle: Tanja Kasischke
Bestensee

Die Chöre des Sängerkreises Königs Wusterhausen wollen möglicherweise eine Tradition aus Finsterwalde aufgreifen, das „Singen auf der Rathaustreppe“. Dort gibt während des Sommers jeweils ein Chor ein spontanes Mini-Konzert, kostenlos, unter freiem Himmel. „Die Reihe hat sich etabliert. Jedes Jahr ziehen die Auftritte eine Vielzahl an Zuhörern an“, berichtet der Vorsitzende des Sängerkreises, Peter Schneider aus Bestensee. Auffällig sei, dass auch Menschen vor dem Rathaus stehenblieben, die mit Chorsingen nichts am Hut hätten. Dem Sängerkreis imponiert der Weg, um neue Mitglieder auf sich aufmerksam zu machen.

Wodurch außerdem, wurde am Rande der Chorwerkstatt am Wochenende in Bestensee diskutiert, die erste, bei der die Teilnehmer die einstudierten Lieder im Anschluss vor einem Publikum präsentierten. Auch das ist neu – und ein Versuch, potentielle Mitglieder zu werben. Der Test mit der offenen Chorprobe, wie sie die Chorgemeinschaft Eichwalde im August abhielt, zeigte schon mal Wirkung: Sieben neue Sängerinnen und Sänger stießen hinzu.

„Wir müssen klassische Veranstaltungsformate aufbrechen, um den Fortbestand unserer Chöre zu sichern“, sagt Dörthe Ziemer aus dem Sängerkreis-Vorstand. Sie singt beim Ensemble „Cantemus“ in Luckau, in einem vergleichsweise jungen Chor. Das Gros der 16 Mitgliedschöre ist überaltert. Der Sängerschwund bedroht den Bestand der Chorgemeinschaften, die oft über Jahrzehnte gewachsen sind. In den zurückliegenden Jahren musste der Sängerkreis zudem Abschied nehmen von der Chorgemeinschaft Töpchin und der Senziger Liedertafel. Vor drei Monaten war der Frauenchor Prieros nach 25-jährigem Bestehen verstummt. „Damit existiert kein Frauenchor mehr in unserem Sängerkreis“, bedauert Dörthe Ziemer.

Der im Oktober 2012 komplett neu besetzte Vorstand will sich dem demografischen Wandel in seinen Chören stellen. Die „klassischen Veranstaltungsformate“, ihre Konzerte, sollen die Chöre auch weiterhin singen, aber sich auch Gehör verschaffen, wo sie auf Menschen stoßen, die an Singen als Freizeitgestaltung nicht gedacht hätten.

Bei der Chorwerkstatt in Bestensee sind es treue Mitglieder, die sich am Genre Gospel abarbeiten. Der Berliner Matthias Zebe leitet den Workshop. Dass nicht alle 60 Sänger, die er vor sich hat, mit der englischen Sprache vertraut sind, ist dem Chorleiter bewusst. Er motiviert die Teilnehmer, sich darauf einzulassen. Das klappt.

„Wer ins Konzert geht, merkt, dass unsere Repertoires vielfältig sind“, äußert Dörthe Ziemer überzeugt. „Dass Chöre nur Volkslieder singen, ist ein Klischee.“ Dass viele Jüngere trotz Stimmgewalt keine Zeit für Probentermine hätten, sei aber auch langen Arbeitszeiten und -wegen geschuldet. „Und wenn Eltern ihre Kinder zu Terminen fahren müssen, geht das von ihrer Zeit ab“, kann Martina Büttner nachvollziehen, die den Eichwalder Kinder- und Jugendchor leitet und gleichfalls in den Vorstand des Sängerkreises aufgerückt ist.

Beim Kreischorkonzert 2014 in Straupitz will der Sängerkreis zunächst eine Variante mit mehreren Bühnen erproben. Peter Schneider treibt das „Singen auf der Rathaustreppe“ um, man spürt: Er hat Lust, das Konzept auf den Sängerkreis zu übertragen, allerdings mit wechselnden Orten statt an einem festen Schauplatz. „In unserer Region gibt es viele Gemeinden mit schönen Ortskernen“, überlegt er, das böte sich während des Sommers an. Etabliert werden müssten nur Uhrzeit und Wochentag. „Sonntag“, schätzt Schneider, „wäre am besten.“ Als Werbung setzt der Sängerkreis-Chef auf Mundpropaganda – und Unterstützung durch die Gemeinden. Wie groß die Lobby für einen Chor am Ort sei, „lässt sich daran messen, wie zugewandt die Gemeindevertretung den Sängern ist“. Der Kreis behandle das Thema Chorgesang „stiefmütterlich“, natürlich stünden die Sänger aber in Konkurrenz mit einer Vielzahl anderer Vereine, wenn es daran ginge, Gelder zu verteilen. „Wir sind eben nicht die Mehrheit“, formuliert es Dörthe Ziemer realistisch. Eine gute Nachricht vermeldete Martina Büttner aus ihrem jungen Chor: Der Eichwalder Sangesnachwuchs veröffentlicht am Sonnabend seine erste CD. Die Kinder und Jugendlichen zählen zu den knapp 600 aktiven Mitgliedern des Sängerkreises.

Info: Das Konzert der Chorgemeinschaft Eichwalde ist am 14. September, 15 Uhr, in der Radelandhalle, Stubenrauchstraße 74-75; Karten: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Von Tanja Kasischke

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