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Spannungen in Wildau: Zusammenhalt fehlt

Bürgermeister im Interview Spannungen in Wildau: Zusammenhalt fehlt

In den 90er Jahren musste die heutige Stadt Wildau den Verlust von hunderten von Arbeitsplätzen verkraften. Das führte in der Kommunalpolitik zu einem einzigartigen Zusammenhalt. Viele andere Gemeinden haben den Ort um diesen „Wildauer Weg“ beneidet. Aber diese Zeit ist unwiederbringlich vorbei. Das politische Gerangel in Wildau nimmt deutlich zu.

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Bürgermeister Uwe Malich ( Die Linke) vor seinem Verwaltungssitz, dem Volkshaus in der Karl-Marx-Straße.

Quelle: Franziska Mohr

Wildau. Bürgermeister Uwe Malich hat noch zwei Jahre Amtszeit vor sich. Mit der MAZ sprach er über seine Pläne und die gegenwärtige politische Situation in der Stadt.

MAZ: Über Jahre war der „Wildauer Weg“ im Landkreis nahezu berüchtigt. Die Differenzen zwischen den Parteien konnten noch so groß sein, galt es, etwas für Wildau zu erreichen, zählte einzig der Ort, alles andere rückte in den Hintergrund. Diese Zeit aber scheint vorbei. Wie erklären Sie sich das?

Uwe Malich: In den 90er Jahren hat Wildau mit dem Zusammenbruch von „Heinrich Rau“ und dem Verlust von hunderten von Arbeitsplätzen eine schwere Krise durchlitten. Heute geht es der Stadt relativ gut. Da scheint so manchem der Zusammenhalt nicht mehr so wichtig zu sein. Außerdem hängt eine solche Entwicklung immer mit Personen und ihren politischen Ambitionen zusammen. Dennoch haben wir in Wildau bei einer Vielzahl von Problemen bisher noch immer einen Konsens erreicht.

Viele Stadtverordnete beklagen Ihre Alleingänge und fordern eine bessere Information, eine weitaus stärkere Einbeziehung in die Entscheidungen. Wie sehen Sie das?

Malich : Das Maß aller Dinge ist die Kommunalverfassung, die die Aufgaben der laufenden Verwaltung und des Stadtparlaments klar festlegt. Aber wie in jeder Kommune gibt es natürlich auch bei uns einen Wettbewerb zwischen der hauptamtlichen und der ehrenamtlichen Verwaltung. Das ist ein Spagat. Auf der einen Seite soll die Rathausspitze schnell und effizient entscheiden, aber auf der anderen Seite auch möglichst jeden befragen. In der täglichen Praxis geht das manchmal gar nicht. Zumal die Vorhaben in den Ausschüssen sehr ausführlich diskutiert werden.

Wird der Druck der Stadtverordneten, Ihren Einfluss als Bürgermeister zu begrenzen, nicht immer größer? Jüngstes Beispiel ist die Änderung der Hauptsatzung. Danach entscheiden nicht mehr Sie allein, sondern die Stadtverordnetenversammlung über die Einstellung und Entlassung leitender Mitarbeiter in der Verwaltung.

Malich : Zweifellos ist das der Versuch einiger Stadtverordneter, ihre Position zu stärken. Ihnen geht es offenbar auch um kommunalpolitische Macht. Der Bürgermeister muss entscheiden können, wer seine Mitarbeiter sein sollen.

Aber Tatsache ist doch, dass Sie einen bestimmten Fachbereichsleiter nicht mehr einstellen können, wenn die Stadtverordneten ihn nicht wollen.

Malich: Letztlich ist es so. Für mich hat die Arbeit für die Wildauer Bürger absolute Priorität. Da sollte Machtgerangel außen vor bleiben.

Ihre Legislaturperiode endet im Januar 2018. Was wollen Sie bis dahin noch bewegen?

Malich: Neben dem Ausbau der Bergstraße wird im nächsten Jahr die Sanierung der Schwimmhalle beendet. Auch die Sporthalle im Wildorado erhält ein neues Dach. Vielleicht gelingt sogar eine komplette Verjüngungskur. Die Stadt bemüht sich diesbezüglich um Fördergelder aus dem neuen Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes zur Sanierung der sozialen Infrastruktur. Dafür stehen bundesweit 150 Millionen Euro zur Verfügung.

Was ist eigentlich aus Ihrem Traum von einer neuen Sporthalle geworden?

Malich : Hier beginnt sich eine Mehrheit abzuzeichnen. Allerdings liegen die Auffassungen über den Standort noch weit auseinander. Sie erstrecken sich von einem völlig neuen Sportkomplex hinter dem Waldfriedhof über das Otto-Franke-Stadion bis zu einem Neubau auf dem Schwermaschinenbau-Gelände. In die Entscheidungsfindung werden jetzt Fachplaner einbezogen. Die Halle muss sich auch für große Veranstaltungen der Hochschule eignen.

Auf dem Schwermaschinenbau-Gelände wird es langsam eng. Stimmt es, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises dort jetzt eine größere Fläche erworben hat?

Malich : Ja, das betrifft das Areal zwischen der Halle 21 und dem alten Werkrestaurant. Die WFG will dort vermutlich ihr Zentrum für Luft und Raumfahrt erweitern.

Je näher die Eröffnung des Klubhauses rückt, desto stärker gerät der Wassersportclub in den Fokus. Ist hier eine Einigung in Sicht?

Malich: Es ist noch nicht endgültig entschieden, ob der Verein ein eigenes Gebäude errichtet oder aber bei der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft einzieht. Die Wiwo kann sich mittelfristig vorstellen, dass sie anstelle der alten Vereinsbaracke ein neues Haus vielleicht auch mit Pension oder Wohnungen baut, in das der Wassersportclub als Mieter einzieht oder Miteigentümer wird. Übrigens: Wie viele andere Wildauer freue ich mich auf die ersten Veranstaltungen im Dezember im Klubhaus.


Von Franziska Mohr

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