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Spender gefunden: Hoffnung für Emma (5)

Seltene Blutkrankheit Spender gefunden: Hoffnung für Emma (5)

Im Januar hat die MAZ von Emma (5) berichtet. Sie leidet an einer seltenen Blutkrankheit und benötigt dringend eine Stammzellenspende. Auch ihr Opa aus Wildau (Dahme-Spreewald) hatte Spender gesucht. Nun gibt es Hoffnung, ein Spender ist gefunden. Bis zu ihrer Genesung muss das Mädchen noch eine ganze Weile stark sein.

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Emma Riemann (5) leidet an einer seltenen Blutkrankheit.

Quelle: Privat

Dahmeland-Fläming. Emma kann aufatmen: Die Fünfjährige aus dem niedersächsischen Soltau hat vor wenigen Tagen eine Knochenmarkspende bekommen, die dem Mädchen ein zumindest halbwegs normales Leben bescheren könnte. Im Januar hatte die MAZ über das Kind berichtet, das an einer seltenen Blutkrankheit leidet und dringend auf eine Stammzellenspende angewiesen war. Ihr Großvater Uwe Kuball aus Wildau hatte in der Region auf das Schicksal seiner Enkelin aufmerksam gemacht. In der Hoffnung, ihren „genetischen Zwilling“ zu finden, hatte er um Spenden für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) geworben.

Emmas Großvater Uwe Kuball

Emmas Großvater Uwe Kuball.

Quelle: MAZ

Nun hat sich die Hoffnung des 53-jährigen Polizisten erfüllt – und das überraschend schnell. „Wir haben schon im Januar die Nachricht bekommen, dass sich ein Spender gefunden hat“, erzählt Anja Riemann, die Mutter von Emma. „Die Transplantation war jetzt am 23. Februar.“

Eines abends blutete Emma plötzlich aus dem Ohr

Erst im November war bei Emma die sogenannte Fanconi-Anämie festgestellt worden, eine seltene Blutkrankheit, an der in Deutschland nur etwa 200 bis 300 Menschen leiden. Die Diagnose kam für Emma buchstäblich in letzter Sekunde: Eines abends blutete sie ohne erkennbaren Grund aus dem Ohr, hätte ihr Vater sie nicht sofort ins Krankenhaus gebracht, wäre sie wohl noch in jener Nacht verblutet.

Nun also die erlösende Spende: Eine Frau in den USA – mehr weiß Emmas Familie bislang nicht – hat sich in einer aufwendigen Prozedur Knochenmark entnehmen und der kleinen Emma nach Deutschland schicken lassen. Zwei Tage später war es so weit, in einer Spezialabteilung der Hannoverschen Uniklinik wurde Emma der Beutel mit der hellroten Substanz verabreicht. Der Ablauf ist ähnlich wie bei einer Bluttransfusion. Doch bevor die Kleine in ihr neues Leben starten kann, muss sie noch einmal die Zähne zusammenbeißen.

Emma liegt derzeit in einem Isolierzimmer

„Zwei Wochen vor der Transfusion fing die Chemotherapie an, um ihre letzten eigenen Stammzellen zu zerstören“, erzählt Anja Riemann. Ihre körpereigene Abwehr hätte die Zellspende sonst abgestoßen. „Am Anfang war Emma noch eines der fittesten Kinder auf der Station, aber inzwischen hat die Chemo sie eingeholt.“ Ihre Haare hat Emma zwar noch, die können aber jederzeit ausfallen.

Seit drei Wochen lebt sie jetzt in einem Isolierzimmer samt Luftschleuse. An ihrem Körper hängen zehn Meter lange Schläuche, über die sie von außen mit Medikamenten und künstlicher Nahrung versorgt wird – die Therapie schlägt nämlich auf den Magen. Nur ihre Eltern und wenige andere Besucher dürfen zu ihr ins Zimmer, und das nur mit Mundschutz und in Spezialkleidung vom Krankenhaus. „Sie hat im Moment ja überhaupt keine Immunabwehr mehr und könnte sofort krank werden“, erzählt Anja Riemann.

Wenn alles gut läuft, – und bisher sieht es so aus – dürfte das Knochenmark aus den USA bis Ende März seine Wirkung entfaltet haben. Dann sollte Emmas Immunsystem wieder stark genug sein, um das Isolierzimmer zu verlassen. Ihre Eltern sind derweil immer an ihrer Seite, schlafen im Wechsel auf einer Liege neben Emmas Bett. Anja Riemann würde der anonymen Spenderin aus den USA gerne persönlich danken. Bisher gibt es aber noch keinen Kontakt.

Von Martin Küper

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