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Spezielle Sicht auf Shakespeare

Eichwalde Spezielle Sicht auf Shakespeare

In der Alten Feuerwache Eichwalde ist derzeit eine Ausstellung mit Illustrationen zu Dramen Shakespeares zu sehen. Fünf international renommierte Künstlerinnen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz sind mit Werken vertreten.

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Alice Wellingers surrealen Bilder beziehen sich auf „Othello“.

Quelle: Heidrun Voigt

Eichwalde. Einen facettenreichen und ungewöhnlichen Zugang zu „Shakespeares D(r)amen“ erhalten Besucher in der Alten Feuerwache Eichwalde noch bis zum 7. Mai. Kürzlich wurde eine Ausstellung mit Illustrationen von fünf international renommierten Künstlerinnen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz eröffnet. In unterschiedlichen Techniken interpretieren sie fünf Tragödien des Dichters und eröffnen neue Gedankenspielräume.

Der Berner Autor Bruno Blume erzählt die späten Dramen in moderner und doch shakespearescher Prosa neu. Die fünf Buchbände mit jeweils sechs ganzseitigen Illustrationen sind in einem Sammelschuber zusammengefasst.

Alltägliche Szenen

Susanne Janssen hat sich mit „Hamlet“ beschäftigt. Ihre tiefgründigen Collagen durchzieht eine Melancholie, die mystisch-düster ist und doch voller Poesie steckt. Die Bleistiftzeichnungen von Pascale Küng zu „Timon von Athen“ konzentrieren sich auf das Gefühlsleben der Figuren. Es sind stille Bilder, die Seelenzustände ausloten.

Anke Feuchtenberger hat „King Lear“ und seine Töchter ins 20. Jahrhundert versetzt. In alltäglichen Szenen wie am Kaffeetisch und bei Spaziergängen deutet sie Abgründe an. Auch Jacky Gleich hat ihre Protagonisten aus deren Zeit heraus ins Jetzt geholt. In warmen, erdigen Farben vermittelt sie die Einsamkeit und Zerrissenheit einer der intrigantesten Frauenfiguren der Weltliteratur – „Lady Macbeth“.

Blick für Details

Alice Wellinger hat sich in surrealen Bildern „Othello“ genähert. Sie lenkt den Blick dabei auf Details. Ein Luftballon, der zwischen den Armen eines Kaktusses steckt; ein an die Wand genageltes Taschentuch, aus dessen gestickten Erdbeeren es blutrot hinunterläuft.

„Da es sich um eine Wanderausstellung handelt und die Künstlerinnen so weit weg wohnen, können sie leider heute nicht anwesend sein“, bedauerte Barbara Winter, die Vorsitzende des Eichwalder Vereins „Kind & Kegel“, der die Ausstellung organisiert hat. Überhaupt merkten die Besucher schnell, dass bei der Vernissage einiges anders war als sonst. Der Schauspieler Michael Schwager agierte als Hausmeister vom Hofe Helsingør, wirbelte verbal Shakespeares Dramen durcheinander und sorgte damit für viele Lacher. Andrea Mozzato spielte auf der Laute italienische und englische Renaissance-Musik.

Ausstellung ist grundlegend für Schulprojekt

Unter den Besucher waren etliche junge Leute. „Die Ausstellung ist die Grundlage für ein zweites Projekt. Wir werden mit der Privatschule ,Villa Elisabeth’ Schüler-Workshops starten. Die Ergebnisse werden dann unter anderem in den oberen Räumen der Feuerwache präsentiert“, sagte Winter. Die „heiße Phase“ des Projekts läuft vom 24. April bis 5. Mai. Aber schon im Vorfeld gab es Aktivitäten. So bereitete die Koch-Arbeitsgemeinschaft der Schule ein leckeres Büfett zur Ausstellungseröffnung vor. Und die gehängten roten Tafeln, auf denen Informationen zu den Künstlerinnen und den von ihnen illustrierten Dramen stehen, haben die Schüler der 7. und 8. Klassen im Projektlabor ViNN:Lab der Technischen Hochschule Wildau mit modernster Technik realisiert. In der Fashion School Wildau wurden bereits Kostüme für eine „Romeo und Julia“-Verfilmung entworfen und genäht. Die Mädchen und Jungen können in einem Filmworkshop die Technik Stop-Motion kennenlernen, die Arbeit eines Buchbinders ausprobieren, Bühnenbilder entwerfen und mehr. Die Workshops werden von professionellen Künstlern und Handwerkern durchgeführt, begleitet von Pädagogen. „Das Projekt mit dem Schwerpunkt kreative Berufsbilder findet im Rahmen eines Inisek-Programms statt“, sagte Kunstlehrerin Kristin Börner. Sie erläuterte, dass Inisek die Kompetenz und Kreativität von Schülern verbessern möchte und zur Berufsorientierung dient. Dafür fließen Fördermittel aus dem europäischen Sozialfonds und vom Land Brandenburg. Schulleiterin Nicole Schulze verwies darauf, dass auch der Schulträger das Projekt finanziell unterstütze.

Schülerarbeiten werden gezeigt

Es wird auch einen Schreib-Workshop mit dem Autor Bruno Blume geben. Am 23. April um 17 Uhr wird der Schweizer übrigens aus seinen Prosaüberarbeitungen der Shakespeare-Dramen in der Feuerwache lesen. Die Schülerarbeiten werden zum Tag des offenen Ateliers am 6. und 7. Mai in der Alten Feuerwache präsentiert.

Die Ausstellung „Shakespeares D(r)amen“ ist bis zum 7. Mai immer freitags bis sonntags in der Zeit von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Heidrun Voigt

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