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Spielstraßen anstatt 30er Zonen

Schulzendorf Spielstraßen anstatt 30er Zonen

Schulzendorfer Gemeindevertreter diskutieren Tempolimits im Ritterschlag/Ritterfleck. Im Hauptausschuss sprachen sich die Mitglieder gegen die Einrichtung von 30er Zonen aus und für die Beibehaltung der im Bebauungsplan von 1998 angedachten Spielstraßen.

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Auf dem Gelände Ritterschlag/Ritterfleck in Schulzendorf sollen viele neue Wohnungen und Straßen entstehen.

Quelle: Foto: Oliver Becker

Schulzendorf. Im Schulzendorfer Neubauviertel Ritterschlag/Ritterfleck könnte es künftig ausschließlich verkehrsberuhigte Spielstraßen geben. In der Debatte um Tempolimits in dem Gebiet, hat sich der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich gegen den Antrag des Rathauses ausgesprochen, 30er Zonen einzurichten.

Mehrkosten bei Umplanung

„1998 hat man im Bebauungsplan Ritterschlag/Ritterfleck eingetragen, dass die Straßen verkehrsberuhigt sein sollen. Geplant waren Spielstraßen. Das erscheint uns als nicht mehr zeitgemäß“, sagte Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos) auf MAZ-Anfrage. „Wir haben in unseren Wohnvierteln überall 30er Zonen. Das würden wir im Ritterschlag auch so machen und halten eine strengere Regel als nicht angemessen“, so Mücke weiter. Kommen die Spielstraßen, müsse die Erschließungsplanung mit den Vorhabenträgern und Eigentümern neu gestaltet werden, da man mit 30er Zonen und einer Trennung von Fahrbahn, Rad- und Gehweg auf Verwaltungsseite geplant habe. Die Umplanung würde daher voraussichtlich Mehrkosten mit sich bringen.

Schnelles Fahren in Spielstraßen

„Es ist ein ziemlich großes Gebiet mit langen Straßen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass einer, der in die Straße reinfährt und am Ende wohnt, in Schrittgeschwindigkeit fahren wird“, sagte der Rathauschef. Am Ende würde schneller gefahren werden als erlaubt und wären Kinder, die auf der Straße spielten in größerer Gefahr, als bei einer Trennung von Fahrbahn und Gehweg – so der Bürgermeister. Bei einer verkehrsberuhigten Zone dürfe auch nur in den dafür ausgewiesenen Flächen geparkt werden – Parkplätze müssten ausgewiesen werden. Aus Sicht der Verwaltung sei es sinnvoller, eine Fahrbahn zu schaffen, auf der auch geparkt werden dürfe – ohne dass Stellflächen extra ausgewiesen werden müssten. „Die Fußgänger könnten entspannt auf dem Gehweg laufen und wären vor dem Pkw-Verkehr geschützt“, sagte Mücke.

Grundsatzfragen müssen zunächst geklärt werden

„Wir wollen erst einmal über den Bebauungsplan Ritterschlag/Ritterfleck sprechen – das Thema steht auf der nächsten Gemeindevertretersitzung auf der Tagesordnung“, sagte Herbert Burmeister (Linke), Vorsitzender der Gemeindevertretung. Dazu habe man ein Gutachten in Auftrag gegeben, das es auszuwerten gelte. Anschließend könne über einen Erschließungsvertrag mit den Investoren gesprochen werden. In einem solchen könnten Tempolimits geregelt werden. „Es gab da unterschiedliche Meinungen – einige plädierten bei einigen Straßen für die Beibehaltung der verkehrsberuhigten Zonen wie im Mühlenschlag“, so Burmeister. Beim Ritterschlag sei man noch nicht so weit, um über solche Details zu sprechen. „Hier geht es noch um Grundsatzfragen“, so der Linken-Politiker. In der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung kommt das Thema erneut auf den Tisch.

Von Oliver Becker

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