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Spitzenreiter bei Waldbränden

Statistik zu Feuern im Jahr 2015 Spitzenreiter bei Waldbränden

Im Jahr 2015sind im Land Brandenburg doppelt so viele Waldbrände gezählt worden wie noch ein Jahr zuvor. Dennoch ist die Statistik erfreulich, erläutert der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel. Er verweist unter anderem auf das besonders fortschrittliche Waldbrand-Warnsystem, das im Land Brandenburg eingeführt wurde.

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Arbeit in luftiger Höhe

Am 5. Juni waren im Wald zwischen Halbe und Märkisch Buchholz 250 Feuerwehrleute im Einsatz.

Quelle: aireye

Dahmeland-Fläming. Fast drei Mal öfter als im Jahr zuvor brannte es 2015 in Brandenburgs Wäldern. Insgesamt wurden 312 Waldbrände registriert, wie das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft jetzt mitteilte. Es brannte auf einer Waldfläche von 321 Hektar – das entspricht der Fläche von etwa 440 Fußballfeldern. Brandenburg hatte damit bundesweit die meisten Waldbrände zu verzeichnen. Trotz der 312 Waldbrände blieb der Schaden relativ gering. Rund 200 Hektar der verbannten Fläche Wald befanden sich auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog.

Am häufigsten traten die Brände im Frühjahr und Hochsommer auf – bereits bis Ende April waren die Wehren zu 54 Waldbränden ausgerückt. Grund für die sehr frühen Waldbrände war trockenes Gras, verbunden mit Wind und steigenden Temperaturen im Frühjahr. Im Sommer gab es einige Hitzeperioden mit Temperaturen um die 40 Grad, welche Waldbrände begünstigten.

Die landesweit meisten Waldbrände wurden in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming gezählt: Insgesamt wurden in der Region Dahmeland-Fläming 94 Waldbrände registriert, 54 davon im Landkreis Dahme-Spreewald. Großalarm gab es für die Feuerwehren am ersten Juni-Wochenende, an dem allein im Raum Halbe/Märkisch-Buchholz 13 Feuer wüteten. Der Süden von Brandenburg ist durch die großen Kieferngebiete und die trockenen Sandböden besonders waldbrandgefährdet. Im Landkreis Teltow-Fläming wurden 40 Waldbrände registriert.

Doch nehmen die Waldbrände zu? Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter für das Land, kann beruhigen: „Die Anzahl an Bränden hält sich in etwa die Waage.“ 2014 wurden mit 117 deutlich weniger Brände gezählt, da es sich um ein Regenjahr handelte.

Die Region Dahmeland-Fläming sei vor allem deshalb waldbrandgefährdet, da es sich um eine eiszeitgeprägte Region handele. „Auf den armen Sandböden wächst mit der Kiefer eine Baumart, die anspruchslos ist.“ Und diese enthalte ätherische Öle und andere leicht entzündliche Stoffe. Es habe bereits Jahre mit sehr viel mehr Bränden gegeben – so waren es im Jahr 2006 etwa 600. Besonders in Trockenperioden führten dann unachtsame Handlungen wie das Werfen einer brennenden Zigarette aus dem Auto schnell zum Brand.

Die Löscharbeiten in der Region werden oftmals durch alte Munition, die in den Böden liegt, erschwert. Die teilweise sehr stark von Rost befallenen Granaten, Blindgänger und Patronen lösen im schlimmsten Fall sogar den Waldbrand erst aus – immer wieder kommt es auf ehemaligen Truppenübungsplätzen daher zu Bränden. Schon eine Temperatur von mehr als 20 Grad kann dazu führen, dass sich phosphorhaltige Munition entzündet. Wegen des Feuers kann dann andere Altmunition explodieren, die im Waldboden liegt. Die Feuerwehrleute können dann nur vom Waldrand aus löschen. In solchen Fällen werde es immer wieder zu größeren Brandflächen kommen, warnt das Ministerium.

Ein Großteil der Wälder in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming seien munitionsbelastet, sagt Engel. „Es wird noch Generationen brauchen, um die Region von Munition zu befreien“, ist er überzeugt. Besonders betroffen seien die Regionen der Kesselschlacht von Halbe und die Seelower Höhen, wobei letztere weniger Wald und dafür mehr landwirtschaftliche Fläche habe.

Um einen Brand möglichst früh zu bemerken und schnell in den Griff zu bekommen, hat der Landesbetrieb Forst Brandenburg 108 Kamera-Systeme installiert, die die 1,1 Millionen Hektar Wald im Land überwachen. 30 Systeme befinden sich in der Dahmeland-Fläming-Region. Steigt irgendwo über den Baumwipfeln Rauch auf, erkennen die Sensoren die Rauchwolken bis zu einer Entfernung von 20 Kilometern. Sobald mehrere Kameras den Rauch erfasst haben, wird automatisch der Brandherd ermittelt. Innerhalb von Sekunden wird dann die zuständige Feuerwehrleitstelle alarmiert.

„Brandenburg ist eines der führenden Länder im Bereich Waldbrandschutz – landesweit, aber auch im Ausland“, sagt Engel. So hätten sich beispielsweise Forstbeauftragte aus Texas (USA) nach dem System erkundigt, dessen Kamerakopf ursprünglich für die Marsmission gedacht war.

Konnte die Gesamtzahl an Bränden in den vergangenen Jahren nicht bedeutend reduziert werden, so hilft das System ganz klar dabei, die Waldbrandfläche gering zu halten. Ende der 90er Jahre wurde das System als Pilotprojekt erstmals eingeführt, mittlerweile gebe es in Brandenburg sechs Waldbrandzentralen, eine davon in Wünsdorf. „Die durchschnittliche Brandfläche ist auf 3000 Quadratmeter zurückgegangen, früher lag sie bei rund einem Hektar“, berichtet Engel. Neben den Waldbränden kam es auch zu zahlreichen Ödland-, Wiesen und Feldbränden, die in der Waldbrandstatistik nicht erfasst werden. Den Angaben des Deutschen Wetterdienstes zufolge wird 2015 als ein extremes Trockenjahr in die Statistik eingehen. Forst- und Umweltexperten sind sich sicher, dass die vom Klimawandel ausgelöste Trockenheit auch die Waldbrandgefahr im Land Brandenburg weiter steigen lassen wird.

Von Anne-Kathrin Fischer

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