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Integration durch Sport Sport verbindet

FSV Eintracht 1910 Königs Wusterhausen bemüht sich aktiv um die Integration von Flüchtlingen – der junge Syrer Maged Aldeef freut sich, regelmäßig bei den B-Junioren mitzuspielen. Vor drei Monaten kam er mit seinem Bruder und einem Cousin nach Deutschland. Schon seitdem er sieben Jahre alt ist, liebt er diesen Sport.

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Gutes Team: Maged Aldeef (li.) mit Christian Ackermann, seinem Trainer beim FSV Eintracht 1910 Königs Wusterhausen.

Quelle: Melanie Höhn

Königs Wusterhausen. Erst vor drei Monaten flüchtete Maged Aldeef mit seinem Bruder und einem Cousin nach Deutschland, die Eltern ließen die jungen Männer in Syrien zurück. Inzwischen trainiert der 16-Jährige regelmäßig bei den B-Junioren des FSV Eintracht 1910 Königs Wusterhausen und geht seinem großen Hobby, dem Fußballspielen, nach. Schon seitdem er sieben Jahre alt ist, liebt er diesen Sport. Sein neuer Verein bemüht sich aktiv um Integrationsarbeit: Im vergangenen Jahr waren Spieler mit 14 Nationalitäten unter den Mitgliedern, darunter nicht nur Flüchtlinge, sondern auch viele Sportler mit Migrationshintergrund etwa aus Russland, den Philippinen, Vietnam, Eritrea oder Nigeria.

Trainer Christian Ackermann freut sich über die sportlichen Leistungen von Maged Aldeef, auch mit seinen Mitspielern hat sich der junge Syrer schon angefreundet. Sein Deutsch ist inzwischen schon so gut, dass er sich verständigen kann.

Für Vereinspräsident René Tretschog ist das Thema Integration durch Sportvereine kein Selbstläufer: „Die Vereine müssen es aktiv wollen und in ihre Vereinskultur einbauen. Wenn es nicht gelebt wird, bleibt diese Arbeit auf der Strecke.“ Er geht aktiv auf Flüchtlingsheime zu und hat im vergangenen Jahr ein mehrjähriges Konzept ausgearbeitet, das großen Wert auf Integrationsarbeit legt. „Königs Wusterhausen sollte den Anspruch haben, eine Sportstadt für alle zu sein“, sagt er. Immer öfter melden sich Betreuer oder Ämter bei ihm, die Jugendliche – zum Teil unbegleitete Flüchtlinge – in den Mannschaften unterbringen wollen. 2015 bekam der Verein finanzielle Förderungen für seine Inklusionsarbeit vom Kreissportbund: Neben Flüchtlingen sollen auch sozial benachteiligte Jugendliche beim FSV die Chance auf regelmäßigen Teamsport bekommen.

Einfach sei die Arbeit jedoch nicht, das größte Problem ist nach wie vor die Verständigung. „Das geht mit Händen und Füßen, aber auch oft mit Englisch“, sagt Tretschog. Ein weitere Hürde ist bürokratischer Natur. Alle Flüchtlinge, die über zwölf Jahre alt sind, müssen zunächst von ihrem Heimatland als Spieler freigegeben werden, dies ist eine Regelung des Weltfußballverbands (Fifa). Wenn ein Flüchtling mittrainieren möchte, muss sich René Tretschog mit dem Fußball-Landesverband Brandenburg in Verbindung setzen, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fragt dann im jeweiligen Heimatland an. Wenn nach 30 Tagen keine Antwort kommt, darf der Spieler reguläres Mitglied werden.

Ein großer Aufwand, bei dem ihm Daniel Gensigk, Sportjugendkoordinator der Kreissportjugend Dahme-Spreewald, zur Seite steht. Die beiden sind sich einig, dass noch einiges geschehen muss, damit Integration im Sport erfolgreich gelingt. Allem voran die mobile Unterstützung der Flüchtlinge, die in den Heimen wohnen. Bisher sei es eine große Herausforderung, so Gensigk, die Flüchtlinge zu den Trainingseinheiten zu bringen. „Vor allem abends kommen die jungen Männer schwer von A nach B“, sagt er. Er wünscht sich hierbei Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern und den Ausbau der Buslinien. Für ihn steht fest: „Wir können im Sport am einfachsten Integration betreiben.“

Von Melanie Höhn

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