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Sprachstörungen bei Kita-Kindern ein Problem

Dahmeland-Fläming Sprachstörungen bei Kita-Kindern ein Problem

Die neuesten Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen zeigen, dass die Kinder in Dahmeland-Fläming in der Regel gut entwickelt sind. Nur die Jüngsten fallen durch Sprach- und Bewegungsstörungen auf, weshalb die Amtsärzte empfehlen, sie noch ein Jahr länger in der Kita zu lassen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

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Auch der Sehtest ist ein fester Bestandteil der Schuleingangsuntersuchung.

Quelle: dpa

Königs Wusterhausen. Die neuesten Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen für das Schuljahr 2016/17 zeigen: Die Kinder aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald sind für ihr Alter meist gut entwickelt. So wurden im Kreis Dahme-Spreewald bis Mitte letzter Woche 1788  Einschüler untersucht. Für 247 Kinder sprachen die Ärzte des Gesundheitsamtes eine Rückstellungsempfehlung aus. Das entspricht 13 Prozent. Im Landkreis Teltow-Fläming lag die Rückstellungsquote mit elf Prozent ähnlich hoch. Dennoch zeigen sich die Ärzte in den beiden Landkreisen zufrieden.

Gesundheitsämter mit Untersuchungsergebnissen zufrieden

„Der aktuelle Status ist eigentlich recht gut“, sagt Birgit Sonntag, Ärztin und Sachbereichsleiterin im Gesundheitsamt Dahme-Spreewald. Sprachprobleme und Bewegungsstörungen seien die häufigsten Auffälligkeiten und Gründe, aus denen das Gesundheitsamt die Empfehlung ausspreche, ein Kind lieber erst im nächsten Jahr in die Schule zu schicken. „In den meisten Fällen empfehlen wir vor allem bei den jüngsten Kindern, noch ein Jahr zu warten“, sagt Birgit Sonntag.

Fünfjährige sind oft noch zu verspielt

Dies betrifft vor allem die Jungen und Mädchen, die kurz vor dem in Brandenburg geltenden Stichtag am 30. September geboren wurden. Diese Kinder seien in ihrer Entwicklung oft noch nicht weit genug, um schon in die Schule gehen zu können. Die Defizite in der Aufmerksamkeit seien noch zu hoch. Denn in einem Alter von fünf Jahren seien viele Jungen und Mädchen schlichtweg noch zu verspielt. Ein langer Schultag und konzentriertes Arbeiten wären für diese Kinder noch nicht zumutbar.

Die Einschulungsuntersuchung

Alle Jungen und Mädchen eines Jahrgangs werden vor Schulantritt im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung durch die Gesundheitsämter auf ihre schulische Eignung hin untersucht.

Die Untersuchung umfasst dabei sowohl die Dokumentation der Teilnahme an den Präventionsmaßnahmen (Impfungen und kinderärztliche Früherkennung) als auch eine körperliche Untersuchung zur Erfassung des Gesundheitszustandes.

Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf solchen Untersuchungen, die für die Teilnahme am Unterricht und den schulischen Erfolg bedeutend sind, zum Beispiel sehen, hören, Koordination und Sprachentwicklung.

Darüber hinaus werden auch chronische Erkrankungen sowie Größe und Gewicht der Einschüler erfasst. Die Ergebnisse der Untersuchungen geben wertvolle Hinweise auf den Gesundheitszustand eines ganzen Jahrgangs.

Die Erfahrung, dass vor allem die im Juli, August und September geborenen Kinder häufig noch nicht weit genug entwickelt sind, um in die Schule gehen zu können, macht auch Frank Reichel. Der 71-Jährige ist Arzt im Gesundheitsamt Teltow-Fläming und zuständig für Ludwigsfelde und die nördlichen Gebiete des Landkreises. „In der Regel sind die ganz Jungen noch nicht so weit“, sagt Frank Reichel. Im Bereich Ludwigsfelde, der auch Großbeeren und Blankenfelde einschließt, betrug die Rückstellerquote in diesem Jahr 8,6 Prozent. „Das ist sehr gut, wir hatten hier auch schon mal elf Prozent“, sagt Frank Reichel.

Mediziner: „Die Sprache ist immer das Hauptproblem.“

Insgesamt schauten sich die Ärzte des Gesundheitsamtes im Landkreis Teltow-Fläming bis zur letzten Woche 1717 Jungen und Mädchen an. In 193 Fällen wurden durch die Ärzte Rückstellungsempfehlungen ausgesprochen. Wie auch im Landkreis Dahme-Spreewald zählen in Teltow-Fläming Sprachstörungen mit zu den häufigsten Auffälligkeiten unter den Einschülern. „Die Sprache ist immer das Hauptproblem“, sagt Frank Reichel.

Oftmals würden die Eltern zu wenig mit ihren Kindern reden, so seine Erfahrung. Das habe schon mit der Wahl des Kinderwagens zu tun, erklärt Reichel. „Bei den einen kann das Kind die Eltern anschauen, bei den anderen sitzt es in Fahrtrichtung und es gibt keine Kommunikation zwischen Kind und Mutter“, sagt der Arzt. Wenn einige ihre Kinder dann vielleicht noch vor dem Fernseher absetzen, tut dies sein Übriges.

Wichtig: Auffälligkeiten früh erkennen

Umso wichtiger sei es, Auffälligkeiten früh zu erkennen. „Wir gehen jetzt schon in die Kindergärten und schauen uns die Zwei- bis Dreijährigen an“, so Reichel. Durch die mobile Frühförderung könnten die Probleme und Auffälligkeiten dann bis zur Einschulung behandelt werden. Und das sei wichtig. „Denn jedes Kind ist anders“, sagt Frank Reichel.

So zeigen auch die Zahlen aus den Einschulungsuntersuchungen der vergangenen Jahre, dass 21 Prozent der untersuchten Kinder bereits in Behandlung sind und elf Prozent eine Frühförderung erhielten. Die abschließenden Daten für dieses Jahr liegen noch nicht vor.

Körpermotorik: Das Einbeinhüpfen muss klappen

Ob ein Kind nun in seiner Körpermotorik wirklich auffällig ist, wird in der Einschulungsuntersuchung anhand von drei festen Faktoren gemessen. Einbeinsprung, Seiltänzergang und Einbeinhüpfen müssen die Einschüler ohne Probleme absolvieren können. „Wenn ein Kind bei einer dieser Übungen auffällig ist, gilt dies als Bewegungsstörung“, erklärt Birgit Sonntag.

Warum Kinder bereits in einem jungen Alter Auffälligkeiten im Bewegungsapparat aufweisen, kann auch die Ärztin nur vermuten. „Wir erheben ja nur die Daten, suchen nicht nach den Ursachen, aber es könnte daran liegen, dass zum Beispiel auf den Dörfern große Kindergruppen fehlen und die Jungen und Mädchen dann eher zu Hause in ihrem Zimmer sitzen, als draußen unterwegs zu sein“, sagt sie. Allerdings seien viele Kinder, die bei der Einschulungsuntersuchung die Empfehlung bekommen, noch ein Jahr zu warten, bereits in Behandlung. „Viele der betroffenen Kinder gehen schon zur Physiotherapie oder werden in der mobilen Frühförderung betreut“, sagt Birgit Sonntag.

Keine neuen Phänomene

Abgesehen von den Bewegungs- und Sprachstörungen, vor allem bei den Jüngeren, konnten die Ärzte keine großen Auffälligkeiten feststellen. „Wir haben keine neuen Phänomene erkennen können, den Kindern geht es gut“, sagt Birgit Sonntag.

Grundsätzlich ist die Rückstellungsempfehlung der Ärzte nur eine Empfehlung. Ob ein Kind eingeschult wird oder nicht, liegt in der Entscheidung der Schulen. „Wenn ein Kind von uns eine Rückstellungsempfehlung erhält, setzen sich in der Regel die Schule und die Eltern zusammen und entscheiden dann gemeinsam und individuell, was das Beste für das Kind ist“, sagt Birgit Sonntag.

Von Danilo Hafer

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