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Spurensuche in Wort und Bild

Ausstellung über Eichwaldes Grenze zu Berlin Spurensuche in Wort und Bild

Am 12. Februar wird in der Alten Feuerwache Eichwalde eine Ausstellung über die Grenze der Gemeinde zu Berlin zwischen 1950 und 1961 eröffnet. Burkhard Fritz, Birgitt Klunk und Volker Panecke haben die Ausstellung erarbeitet.

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Burkhard Fritz (l.), Birgitt Klunk und Volker Panecke freuen sich auf die Ausstellungseröffnung.

Quelle: Heidrun Voigt

Eichwalde. Es begann, als Burkhardt Fritz durch den Grünauer Forst spazieren ging. Plötzlich fiel ihm Stacheldraht auf, der in einen Baumstamm eingewachsen war. Und da erinnerte er sich wieder: Hier verlief die Grenze zwischen Berlin und Eichwalde. „Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, bis meine Idee, eine Ausstellung dazu zu machen, gereift war“, sagt Fritz. Mit seiner Kamera ist er auf Spurensuche gegangen. Der Hobbyfotograf gehört wie Volker Panecke zur Eichwalder Arbeitsgruppe Ortschronik und wurde von diesem unterstützt.

„Als Köpenick zu Berlin kam, rückte die Verwaltungsgrenze zwischen der Stadt und dem Umland an Eichwalde ran, das war 1920“, erzählt Volker Panecke. Er hat mit Unterstützung von Birgitt Klunk das zehnte Heimatheft erstellt. Dieses thematisiert die Grenze und ist gleichzeitig ein Begleitheft zur Ausstellung. Waren Paneckes Recherchen anfangs nur dazu gedacht, die Ausstellung verständlich zu erklären, wurde schnell klar, dass mehr daraus werden müsse.

„Bis 1945 hatte diese Grenze keine Bedeutung, das änderte sich dann aber“, recherchierte Panecke. Er verweist darauf, dass die Sowjetunion einen Überblick haben wollte, wer nach Ostberlin rein- und wer herauskam. Denn wer im Osten der Stadt war, konnte sich unbehindert in den Westen bewegen. Es ging vor allem um Republikflüchtlinge und den Schmuggel von Waren. Literatur zum Thema fand Volker Panecke wenig. „Es war das Zusammensetzen von Mosaiksteinchen, um zu einem Bild zu kommen und das tat ich“, berichtet er.

Im Jahr 1952 wurde an der Verwaltungsgrenze ein Maschendrahtzaun gezogen. Auf der Waldstraße in Eichwalde verlief er mitten auf der Fahrbahn, parallel zum Bürgersteig. „Die Leute auf der Berliner Seite haben protestiert, denn sie wollten ja zur S-Bahn oder zur Apotheke in Eichwalde und die Kinder gingen hier zur Schule“, weiß Burkhard Fritz. Auf Grund der Einwände wurde der Zaun hinter die Siedlung verlegt.

„Wenn wir als Kinder in den Grünauer Wald zum Rodeln gingen, mussten wir immer an einem Kontrollposten vorbei“, erinnert sich Fritz. Insgesamt gab es vier Kontrollstellen in Eichwalde, eine davon auf dem Zeuthener See.

In der Ausstellung sind Farbfotos zu sehen, auf denen Fritz die Spuren der Geschichte festgehalten hat. Zu zwei Aufnahmen gibt es ein historisches Foto und Erinnerungen von Zeitzeugen. Die Schwarz-Weiß-Fotos stammen aus dem Heimatarchiv und von Privatleuten. Über die Hintergründe und Zusammenhänge, die zu dieser Grenze führten und die 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer ihre Funktion verlor, steht viel Interessantes im Heimatheft. Burkhard Fritz denkt, dass sich die Besucher beim Lesen und Anschauen der Bilder erinnern werden. Am 27. Februar gibt es eine Führung zur Schau. „Ich werde mit den Leuten an der Grenze entlanggehen und Begebenheiten erzählen, die meine Familie erlebt hat“, so Fritz.

Info: Die Ausstellung wird am 12. Februar um 19 Uhr in der Alten Feuerwache Eichwalde eröffnet, ist dann freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Die Spurensuche im Grünauer Wald findet am 27. Februar um 10 Uhr statt. Anmeldung unter  0 30/62 64 03 03 oder er E-Mail an post@heimatverein-eichwalde.de

Von Heidrun Voigt

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