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Stachelig, aber hilfsbedürftig

Igelstation in finanziellen Schwierigkeiten Stachelig, aber hilfsbedürftig

Die Igelrettungsstation in Königs Wusterhausen kämpft um ihr finanzielles Überleben. Eine Ehrenamtliche kümmert sich um die Belange der Tiere, doch es ist eigentlich ein Vollzeitjob. Auch der milde Winter macht den Betreuern zu schaffen, denn bei wärmeren Temperaturen halten die Igel keinen Winterschlaf und brauchen Futter.

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Wieder bei Kräften: Das Igel-Weibchen Antonia.

Quelle: Melanie Höhn

Königs Wusterhausen. Noch keine 500 Gramm wiegt die kleine Antonia, bisher ist sie nicht stark genug, um alleine in der freien Natur zu überleben. Antonia ist ein Igel-Weibchen. Berliner Radfahrer haben sie und ihre sechs Geschwistern im vergangenen August in einem Waldstück gefunden. Die Mutter starb bei einem Verkehrsunfall und die Kleinen hätten ohne Hilfe nicht überlebt. Zum Glück gibt es die Igelrettungsstation an der Herder-Oberschule in Königs Wusterhausen: Dort werden jedes Jahr unzählige Igel wieder aufgepäppelt und finden ein temporäres neues Zuhause.

Doch im Moment kämpft die Einrichtung erneut finanziell ums Überleben. Cathrin Paschke, die schon seit fünf Jahren die Igelrettungsstation betreut, kümmert sich zurzeit ehrenamtlich um die Igel – auch die kleine Antonia nahm sie mit ihren Geschwistern vor einem halben Jahr mehrere Wochen lang bei sich zu Hause auf, denn sie mussten rund um die Uhr mit Fläschchen versorgt werden. Für ihre Arbeit bekommt die gelernte Tischlerin eine kleine Aufwandsentschädigung, Fahrgeld sowie Hilfe von einer Praktikantin, die gerade am Herder-Gymnasium ihr Abitur macht.

Britta Herter, Gründerin der Igelrettungsstation, zeigt eine Überwinterungsbox

Britta Herter, Gründerin der Igelrettungsstation, zeigt eine Überwinterungsbox.

Quelle: Melanie Höhn

Britta Herter, die Gründerin der Igelstation, sieht die Situation sehr kritisch: „Es ist ein Vollzeitjob, doch seit März 2014 haben wir keine Gelder mehr für eine feste Anstellung für Cathrin Paschke“, sagt die Biologielehrerin. Schon seit mehr als 20 Jahren betreut sie zusammen mit der Jugendgruppe „Die Waldis“ und wechselnden Fachkräften unterernährte oder verwundete Igel – die 53-Jährige weiß, was sie an Cathrin Paschke hat: „Während ihrer Krankheit vor zwei Woche war die Situation hier sehr schwierig“, erzählt sie. Viele Schüler halfen mit, die Ställe und die Boxen für die Überwinterung zu reinigen oder die Igel zu wiegen. Britta Herter wünscht sich Hilfe durch das Jobcenter: Wenn keine feste Einstellung von Cathrin Paschke möglich sei, könne sie auch dringend MAE-Kräfte gebrauchen. Auch mit dem Bundesfreiwilligendienst hat sie sich schon in Verbindung gesetzt.

Die finanziell schwierige Situation wird durch einen weiteren Faktor erschwert: Eigentlich halten Igel gerade ihren Winterschlaf. Doch angesichts des milden Winters bleiben viele der Tiere wach und müssen gefüttert werden. Im Moment benötigt sie 17 Dosen Katzennassfutter pro Tag für 72 Igel. Das Trockenfutter mischt sie aus Bachflohkrebsen, Mehlwürmern und Rosinen selbst zusammen. Die Igelrettungsstation brauche auch dafür dringend Geld, sagt Britta Herter: „Wir haben die Spendengelder aus dem Jahr 2015 schon vollständig aufgebraucht.“

Von Melanie Höhn

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