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Stadt investiert in Grünpflege

Königs Wusterhausen Stadt investiert in Grünpflege

Allein 22 000 Bäume müssen in der Stadt Königs Wusterhausen regelmäßig gepflegt werden. Dazu kommen sämtliche Flächen mit öffentlichem Grün. Dies lässt sich die Stadt pro Jahr mehr als eine Million Euro kosten

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Thomas Neuendorf hat diese uralte hohle Esche auf der Mühleninsel stets im Auge.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. Angesichts der Mammutaufgabe der Pflege von allein 22 000 Bäumen, davon 14 000 Straßenbäumen, in der Stadt Königs Wusterhausen schlug Sachgebietsleiter Thomas Neuendorf vor anderthalb Jahren im Bauausschuss Alarm. Gesetzlich vorgeschriebene Kontrollintervalle gibt es nicht. Experten sowie die Richtlinie der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und -bau empfehlen allerdings, dass vor allem über 80 Jahre alte Bäume mindestens jährlich – wenn möglich sogar mit und ohne Laub – überprüft werden. In der Stadt lagen Neuendorf zufolge 2015 aufgrund fehlenden Personals die Intervalle aber teilweise schon bei über zwei Jahren. Außerdem vergingen damals nicht selten weitere sechs bis zwölf Monate, ehe Fachfirmen die Mängel beseitigten, weil bei öffentlichen Ausschreibungen von kleineren Aufträgen kaum Angebote eingingen.

„Im Interesse der Sicherheit der Bürger hat sich seither aber einiges bewegt“, sagt Neuendorf. Die Kontrolle der öffentlichen Bäume in den Ortsteilen wurde nach einer Ausschreibung an das Blankenfelder Institut für Arboristik und Gehölzmanagement vergeben. In der Kernstadt sowie im Ortsteil Diepensee nimmt der Sachgebietsleiter dies bisher noch selbst vor. Die Stelle eines Forstingenieurs ist aber bereits ausgeschrieben. Neuendorf hofft, dass das Sachgebiet so schnell wie möglich verstärkt wird. Zumal die Stadtverwaltung auch noch 250 Hektar Forst, unter anderem auf dem Funkerberg oder dem Zeesener Ziegenluch, zu bearbeiten hat.

Firmen mit Unterhaltung von Bäumen betraut

Im Mittelpunkt der Baumkontrolle stehen das visuelle Prüfen sowie die Vitalität, die größtenteils durch das Abklopfen des Stammes ermittelt wird. Ergeben sich Besonderheiten, die beispielsweise die Standfestigkeit des Baumes beeinträchtigen könnten, so wird der Baum einer „Intensivtherapie“ mit einer Hubbühne unterzogen.

Auf sichtbare Fortschritte kann die Stadt aber auch bei der Unterhaltung der Bäume verweisen. Hier ist es gelungen, langfristig mit der Rotzsch Fugensanierung und Baumdienst aus Dresden sowie der Donner Landschaftsbau aus Bronkow zwei Firmen zu binden, die Mängel spätestens innerhalb von vier bis sechs Wochen beseitigen. Vertraglich werden Sturmschäden sogar binnen 24 Stunden behoben. Insgesamt lässt sich die Stadt Königs Wusterhausen die Erhaltung und Pflege ihres öffentlichen Grüns inzwischen jährlich weit über eine Million Euro kosten. Davon entfällt eine Viertelmillion Euro allein auf die Unterhaltung des Baumbestandes einschließlich der Totholzentnahme. Jeweils 50 000 Euro kosten jährlich die Baumkontrolle sowie das Nachpflanzen von 80 bis 100 Bäumen. Pflanzungen nach dem Ausbau von Straßen kommen noch hinzu. Dabei müssen für einen einzigen Baumneuling mit einem Stammumfang von 14 bis 16 Zentimeter einschließlich der dreijährigen Pflege etwa 400 Euro veranschlagt werden. Der Sachgebietsleiter appelliert daher Jahr für Jahr an alle Anwohner, bei Trockenheit auch den Straßenbaum vor der Haustür ein wenig zu wässern.

Hintergrund

Dem Sachgebiet Öffentliches Grün/Friedhöfe in der Stadt Königs Wusterhausen obliegt die Verantwortung für 250 Kilometer kommunale Straßen, 90 Hektar öffentliche Grünflächen einschließlich Schulen und Kitas, 250 Hektar Forst und 22 000 öffentliche Bäume. Davon sind

In der Stadt gibt es 14 000 Straßenbäume, 6000 stehen in öffentlichen Grünanlagen und etwa 2 000 auf den elf Friedhöfen.

Weit über eine Million Euro lässt sich die Stadt jährlich die Pflege und Unterhaltung ihres öffentlichen Grüns kosten.

Davon entfällt etwa eine Viertelmillion Euro auf die Unterhaltung des Baumbestandes.

Bei der jüngsten Umstrukturierung der Stadtverwaltung wurde übrigens auch das Sachgebiet öffentliches Grün mit den derzeit fünf Mitarbeitern neu strukturiert. Dazu gehört jetzt auch die Bewirtschaftung der elf Friedhöfe im Stadtgebiet. Öffentliches Grün bedeutet aber auch die Pflege von 26 städtischen Spielplätzen sowie zur Freude vieler Einwohner das Stecken von 94 000 Krokussen, die im Frühjahr das Stadtgebiet mit herrlichen bunten Farbtupfern versahen.

Von Franziska Mohr

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