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Stadt will Mediator für Parkplatzstreit

Zernsdorf Stadt will Mediator für Parkplatzstreit

Im Konflikt zwischen Bewohnern und Gewerbetreibenden der Königsufer-Siedlung in Zernsdorf um Parkplätze will die Königs Wusterhausener Stadtverwaltung nun einen externen Vermittler einschalten. Ein Hausbootvermieter beansprucht mehr Stellflächen für seine Kunden, Anwohner lehnen das strikt ab.

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Anwohner dokumentierten die Parksituation vor dem Hafencafé und dem Hausbootverleih. Die Stellplätze (r.) sind belegt, Autofahrer weichen auf Grünflächen aus (l.).

Quelle: Privat

Zernsdorf. Die Stadt Königs Wusterhausen will mit Hilfe eines Mediators den Konflikt um Parkplätze in der neuen Wohnsiedlung Königsufer in Zernsdorf beenden. Das sagte Vize-Bürgermeister Jörn Perlick (CDU) auf eine Anfrage der MAZ. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht, sehen in diesem Fall keine andere Chance“, so Perlick.

So schnell wie möglich an einen Tisch

Der Vermittler solle die Beteiligten, einschließlich der Stadtverwaltung, möglichst schnell an einen Tisch holen. Einen Termin nannte Perlick nicht. Er hoffe auf eine rasche gemeinsame Lösung. Es geht um die Parkplatzsituation am Ende der Undinestraße, wo sich ein kleines Hafencafé und eine Hausbootvermietung befinden. Beide Geschäfte laufen so gut, dass die Parkplätze für die Kunden nicht reichen, heißt es seitens der Eigentümerin, der Aquare Charter GmbH.

Bootsverleih und Café brauchen 85 Parkplätze

Deren Geschäftsführer hatte vor einigen Wochen gegenüber der MAZ erklärt, es würden 85 statt der vorhandenen 49 Parkplätze benötigt. Eine Anwohnerinitiative läuft gegen eine Erweiterung jedoch Sturm. Sie beklagen, dass die öffentlichen Parkplätze derzeit von Hausboot-Kunden oft dauerhaft belegt würden. Sie seien eigentlich für Gäste des Bistros und für Besucher von Bewohnern vorgesehen, sagt Christian Schmidt von der Initiative. Er fordert, dass für Dauerparker außerhalb der Siedlung Parkmöglichkiten geschaffen werden.

Anwohner pochen auf Einhaltung des Bebauungsplanes

Die Initiative pocht außerdem auf Festlegungen des Bebauungsplanes von 2008 zur Anzahl von Parkplätzen. Dort sei ebenfalls die Verkehrsberuhigung der Undinestraße schon vermerkt. Die Straße sei mit den entsprechenden gekennzeichneten Stellflächen schon gebaut worden, ist aber noch nicht als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen. Die Anwohner haben das inzwischen beantragt. Sie halten das wegen zunehmenden Besucherverkehr in der Straße für dringend geboten. Die Straße lade zum Schnellfahren geradezu ein. Es gebe immer wieder gefährliche Situationen für Fußgänger und spielende Kinder, sagen Anwohner.

Mehr Parkplätze nur in Ufernähe möglich

Die Wohnen am See GmbH (WSZ) hat das Wohngebiet am Krüpelsee auf dem ehemaligen Schwellenwerkgelände entwickelt und vermarktet es. Geschäftsführer Arnold Onnebrink sagte, zusätzliche Parkplätze könnten, sofern sie durch die Stadt genehmigt werden, wohl nur am so genannten Ufergrünzug in der Nähe der Bootsvermietung entstehen. Noch sei die WSZ Eigentümerin dieser Flächen, sie sollen später aber der Stadt übertragen werden. Onnebrink bestätigt, dass die Stellflächen für die Charterfirma an bestimmten Tagen nicht ausreichen würden. An Wochenenden kämen noch zahlreiche Tagesgäste des Hafencafés hinzu. „An diesen Tagen kommt es vermehrt zu Parksuchverkehr, wodurch die Anwohner zusätzlich belastet werden. Den großen Teil der Woche hingegen gibt es unserer Beobachtung nach kein Problem.“

Unterschiedliche Interessenlage

Er weist auf die verschiedenen Interessenlagen hin. Die Cafébesucher benötigten eher Kurzzeitparkplätze, die Charterboot-Kunden eher Stellplätze für längere Zeit und die Anwohner wollten grundsätzlich keine weiteren Parkplätze haben und den Verkehr minimieren.

Die Anwohnerinitiative betont, dass sie nicht gegen die Gewerbetreibenden sei. „Wir wollen dafür sorgen, dass alles vernünftig nutzbar bleibt“, heißt es.

Von Frank Pawlowski

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