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Stadtherr trifft Schlossherr

Gespräch zwischen Lutz Franke und Hartmut Dogerloh Stadtherr trifft Schlossherr

Königs Wusterhausens Bürgermeister Lutz Franke und der Chef der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten haben sich kürzlich zu einem Gespräch getroffen. Dabei räumten sie einige Streitpunkte aus.

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Das Schloss in Königs Wusterhausen.

Quelle: LDS

Königs Wusterhausen. „Mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sind wir jetzt auf einem guten Weg“, fasst der Königs Wusterhausener Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) das Ergebnis eines mehr als dreistündigen Gesprächs mit dem dortigen Generaldirektor, Hartmut Dorgerloh, zusammen. Bei diesem Vor-Ort-Termin nahm der Generaldirektor das Gesamtareal von der Kreuzkirche über das Schloss bis zu Aalfang und Mühleninsel direkt in Augenschein. „Dabei waren wir uns einig, dass wir dieses städtebauliche Ensemble weiter voranbringen wollen“, betont Franzke.

In der Vergangenheit hatte es hinter den Kulissen zwischen der Stadt Königs Wusterhausen und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten über die Nutzung des Areals rund um das Schloss immer wieder heftige Diskussionen gegeben. Mal bildeten der Aufbau einer Bühne, dann wieder die Sichtachsen oder das strikte Verbot des Betretens der Rasenflächen den Stein des Anstoßes. Mehrfach sprachen Insider gar von „einer Eiszeit“ zwischen Stadt und Stiftung. Der Königs Wusterhausener Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) hält dies für arg übertrieben, räumt aber ein, dass es hier in der Vergangenheit schon die eine oder andere differierende Auffassung gab. Dies betraf Franzke zufolge beispielsweise den Bau der neuen Fußgängerbrücke vom Aalfang zur Mühleninsel, die die Stadt gern bis zum Schlosspark verlängert hätte. Dies aber lehnte die Stiftung mit dem Hinweis auf den Denkmalschutz bisher strikt ab. Jetzt aber wollen Franzke zufolge Stadt und Stiftung doch gemeinsam nach einer Lösung suchen, um die Mühleninsel für Spaziergänger besser mit dem Schlossgelände zu verbinden. „Das ist noch keine verbindliche Zusage, aber ein Hoffnungsschimmer“, betont das KWer Stadtoberhaupt. Außerdem einigte man sich, dass der alte Kultursaal auf dem Schlossgelände, den die Stiftung noch als Depot nutzt, bis 2016 abgerissen wird. Auch die Gestaltung des Schlossgartens in Anlehnung an die historischen Entwürfe des preußischen Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenne wird fortgesetzt, wobei vor allem die Wegebeziehungen verbessert werden.

Im dem Gespräch wurde auch der Standort des Denkmals für die Verfolgten des Naziregimes (VdN) erörtert, das Bestandteil des Schlossareals ist. „Die Fläche ist dort nicht attraktiv und wird der Inschrift des Denkmals ‚Den Toten zur Ehre, den Lebenden zur Pflicht' nur bedingt gerecht“, sagt Franzke. Schließlich habe das Denkmal lange Zeit in der Karl-Marx-Straße/ Ecke Eichenallee gestanden, ehe es dem Bau der alten SED-Kreisleitung weichen musste, in dem sich jetzt ein Teil der Stadtverwaltung befindet. „Wir sollten daher prüfen, ob in der Stadt nicht auch ein anderer würdiger Platz für das VdN-Denkmal mehrheitsfähig ist“, betont der Bürgermeister. Er ruft alle Bürger auf, sich an dieser Suche zu beteiligen. „Ein möglicher neuer Standort bedeutet aber keinesfalls“, stellt Franzke unmissverständlich klar, „dass das Denkmal aus dem Stadtbild verschwindet.“

Einigkeit herrschte zwischen dem Generaldirektor und dem Bürgermeister darüber, dass es auch künftig im Schlosspark keine Massenveranstaltungen geben wird. Außerdem verpflichtete sich die Stadt gegenüber der Stiftung, dass für eventuelle Schäden beispielsweise beim Inselleuchten der jeweilige Veranstalter haftet.

Von Franziska Mohr

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