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Dahme-Spreewald Stadtpolitik bewegt die Einwohner
Lokales Dahme-Spreewald Stadtpolitik bewegt die Einwohner
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12:11 14.12.2017
Katherina Toth-Butzke (l.) aus Niederlehme und Ines Kühnel aus Zeesen sind in Kitabeiräten aktiv. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Jessica und Frank Chmielewski aus Zeesen brauchen ab Mai 2018 einen Kitaplatz für ihren Sohn Lennard. Rechtlich steht er ihnen zu, aber praktisch werden die jungen Eltern wohl noch lange warten müssen. „Uns wurde gesagt, dass es vor August oder September nichts wird“, berichten sie. Jessica Chmielewski muss ab April wieder arbeiten. Für die Betreuung des Sohnes muss das Paar dann andere Lösungen finden. Sie selbst will so oft es geht von zu Hause arbeiten. Außerdem soll der Opa eingespannt werden.

Jessica und Frank Chmielewski mit Söhnchen Lennard am Dienstag vor dem Sitzungssaal der SVV im Rathaus. Die Familie hat noch keinen Kitaplatz. Quelle: Frank Pawlowski

So geht es vielen Eltern in Königs Wusterhausen. Einige von ihnen machten am Dienstag vor der Stadtratssitzung ihrem Unmut Luft. „Kein Kitaplatz = Kein Arbeitsplatz“ stand auf einem großen Transparent. Und ein Vater trug ein Schild mit der Aufschrift „Kitaplätze sofort, nicht erst 2020“. Diese Jahreszahl wurde Stefanie Fendler aus Königs Wusterhausen genannt, als sie sich im Rathaus nach einem Kitaplatz für ihren neun Monate alten Sohn erkundigte, wie sie berichtet. Ab März 2018 bräuchte sie den Platz.

Witzige Idee: Zur Demo brachten Eltern selbst gebackene Kitaplätzchen für mehr Kitaplätze in der Stadt mit. Sie waren schnell vergriffen. Quelle: Frank Pawlowski

Insgesamt werden in den kommenden Monaten 250 Kitaplätze in Königs Wusterhausen fehlen. Dass der Stadtrat im ersten Teil der Sitzung am Montag dennoch mehrheitlich die Entscheidung über den Bau einer Container-Kita mit bis zu 140 Plätzen vertagte (die MAZ berichtete), können die Eltern nicht verstehen. „Wir treten dafür ein, dass endlich etwas passiert“, sagte Katherina Toth-Butzke aus Niederlehme bei der Demo. Sie ist Sprecherin des Kreiselternbeirates für Kitas und Horte.

Demonstration für mehr Kitaplätze vor der SVV-Sitzung am Dienstag im Rathaus. Quelle: Frank Pawlowski

Für Diskussionen sorgte im Stadtrat auch die Haushaltsplanung für das kommende Jahr. Ein Entwurf war in den Ausschüssen zwar schon beraten worden. Doch nach mehreren Änderungsvorschlägen von Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW) und von den Fraktionen soll der Haushalt nun noch einmal in allen Ausschüssen besprochen und erst Ende Februar im Stadtrat beschlossen werden. Auf Widerstand bei den Stadtverordneten stößt vor allem der Vorschlag des Bürgermeisters, Vorhaben wie die Trauerhalle in Königs Wusterhausen, den Kunstrasenplatz für Eintracht Königs Wusterhausen in Zeesen oder die Umgestaltung des Eingangsbereichs im Sendermuseum auf dem Funkerberg um bis zu zwei Jahre zu verschieben. Schon in der Einwohnerfragestunde gab es dazu besorgte Nachfragen. Eintracht-Präsident Marcel Joachimsthaler sagte: „Der Platz ist für uns extrem wichtig, damit wir beste Trainingsbedingungen haben.“

Der Besucherandrang in der SVV war riesengroß. Neben den Kitas sorgten geplante Haushaltsänderungen für Gesprächsstoff. Quelle: Frank Pawlowski

Ebenso aufgeschoben werden soll der Sportplatzbau für die Montessori-Schule in Niederlehme. Hortleiterin und Trainerin Jacqueline Beyes ist entsetzt. „Das ist schon lange geplant und muss drin bleiben“, forderte sie. Auch die Schüler wollen sich damit nicht abfinden. „Die jetzigen Zustände sind nicht haltbar“, sagte Zehnklässler Bennit Mieth am Rande des Stadtrates. Der Sportplatz soll ebenso die Trainingsmöglichkeiten für Frankonia Wernsdorf verbessern.

Lucy Heimann, Trainerin Jacqueline Beyes, Bennit Mieth (v.l.) fordern, dass der Sportplatz an ihrer Montessori-Schule in Niederlehme wie geplant gebaut wird. Quelle: Frank Pawlowski

Der Fraktionschef von SPD/Wir für KW, Ludwig Scheetz (SPD), sagte in der Sitzung, die Vorschläge des Bürgermeisters seien noch zu diskutieren. „Das sind die Prioritäten der Verwaltung, wir haben andere.“ Die SPD pocht auf Vorhaben wie die Trauerhalle oder den Kunstrasenplatz in Zeesen. Bürgermeister Swen Ennullat hatte auf die zahlreichen Anfragen erwidert, dass sich alle geplanten Baumaßnahmen personell nicht umsetzen lassen werden. Er plädierte daher dafür, sich zunächst auf Aufgaben wie die Schaffung ausreichender Kitaplätze zu konzentrieren, zu denen die Stadt gesetzlich verpflichtet sei.

Besucher der SVV standen bei der Einwohnerfragestunde Schlange vor dem Saalmikrofon. Quelle: Frank Pawlowski

Zum Bürgertreff am Fontaneplatz erkundigten sich Besucher. Vertreter des Tanzclubs „Take it Easy“ und des Chores „Querbeet“ kritisierten, dass sie die Räume derzeit wegen der vorübergehenden Hortbetreuung selbst abends nicht nutzen können, wenn gar keine Kinder mehr da sind. Es tauchte auch die Frage auf, warum anderen Verein der Zutritt zum Bürgertreff nicht verwehrt werde. Der Bürgermeister will das prüfen. Er stellte aber klar, dass es eine Auflage des zuständigen Ministeriums ist, das Gebäude nicht anders zu nutzen, solange der Hort dort untergebracht ist. Swen Ennullat hofft, dass die Kinder im Frühjahr den Bürgertreff wieder verlassen können.

Von Frank Pawlowski

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