Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Stelle für Flüchtlingsfragen wird nicht neu besetzt

Königs Wusterhausen Stelle für Flüchtlingsfragen wird nicht neu besetzt

Als einzige Kommune in Dahme-Spreewald hatte Königs Wusterhauen eine hauptamtliche Koordinatorin für Asyl- und Flüchtlingsfragen. Sie war für zwei Jahre befristet. Nun ist Schluss. Der neue Bürgermeister verlängert den Vertrag nicht. Stadtpolitiker sind empört. Sie fühlen sich übergangen.

Voriger Artikel
Pkw und Tanklaster kollidieren
Nächster Artikel
Doch keine Abiturstufe im Schenkenländchen

Symbolbild.

Quelle: dpa

Königs Wusterhausen. Die auf zwei Jahre befristete Stelle der Flüchtlingskoordinatorin Janneke Stein im Königs Wusterhausener Rathaus wird nicht verlängert und auch nicht neu besetzt. Das bestätigte Stadtsprecherin Uschi Schlecht auf MAZ-Anfrage. „Der Bedarf ist nicht mehr da“, begründete sie die Entscheidung des neuen Bürgermeisters Swen Ennullat (FWKW). Künftig soll es noch eine Viertelstelle für dieses Aufgabengebiet geben.

SVV-Beschluss von 2015

Die Stadtverordneten hatten Ende 2015 beschlossen, eine hauptamtliche Beauftragte für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten befristet einzustellen. Sie wurde aus dem Stadthaushalt bezahlt. Damals musste Königs Wusterhausen hunderte Flüchtlinge unterbringen. Inzwischen sind die Zahlen laut Schlecht deutlich zurückgegangen. Sie verwies darauf, dass ohnehin der Landkreis zuständig sei. Die Streichung der Stelle begründete Schlecht auch damit, dass die Integration vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit stattfindet, jährlich stelle die Stadt hierfür freiwillig 500.000 Euro bereit. „Es ist keinesfalls so, dass Integration nicht weiter nötig ist“, betonte sie.

Janneke Stein war Koordinatorin für Flüchtlinge und Asylangelegenheiten

Janneke Stein war Koordinatorin für Flüchtlinge und Asylangelegenheiten. Sie beendet im Februar ihre Tätigkeit.

Quelle: Ursula Schlecht

Stadtpolitiker kritisieren die Entscheidung

Bei Stadtpolitikern stößt der Wegfall der Stelle dennoch auf Kritik. „Ich bedaure das ausdrücklich“, sagte der Vorsitzende der Fraktion SPD/Wir für KW, Ludwig Scheetz. Nach seiner Ansicht werde eine hauptamtliche Koordinatorin weiter gebraucht. „Das ist vom Ehrenamt nicht zu leisten.“ Scheetz kritisierte vor allem das Vorgehen. „Das ist klammheimlich vom Bürgermeister entschieden worden, darüber wird zu reden sein. Die SVV

Ankunft von syrischen Flüchtlingen vor zwei Jahren in Zeesen

Ankunft von syrischen Flüchtlingen vor zwei Jahren in Zeesen.

Quelle: Andrea Müller

hätte einbezogen werden müssen, da es ihre „politische Entscheidung“ war. Der stellvertretende CDU-Fraktionschef, Peter Dittrich, war ebenfalls überrascht. „Ich finde es nicht gut, dass Frau Stein aufhört.“ FDP-Fraktionschef Raimund Tomczak hält die Stelle weiter für erforderlich. „Es ist noch nicht so weit zu sagen, wir brauchen sie nicht mehr.“ Birgit Uhlworm, Fraktionsvorsitzende von FWKW/UFL, sieht Gesprächsbedarf. „Das können wir nicht so hinnehmen“, sagte sie.

AFD fordert mehr Personal für städtische Bauprojekte

Zuspruch bekommt Ennullat von AFD-Fraktionschef Andreas Kalbitz. Die Stelle sei nicht mehr nötig. „Integration ist eine Bringschuld derer, die zu uns kommen“, sagte er. Es sei sinnvoller, zusätzliches Personal in anderen Bereichen einzusetzen, etwa bei der Planung von Bauvorhaben. „Da reichen die Kapazitäten bei weitem nicht aus.“

Fachdienst des Kreises auch in KW tätig

Im vorigen Jahr nahm der Landkreis 320 Flüchtlinge auf, 2015 waren es noch fast 1800. Aktuell sind in LDS 1200 Flüchtlinge untergebracht. Seit September 2017 gibt es in der Kreisverwaltung einen Fachberatungsdienst mit vier Sozialarbeitern an den Standorten Königs Wusterhausen und Lübben für die Flüchtlinge.

Von Frank Pawlowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg