Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Wenn Oma und Opa plötzlich zu Eltern werden

Sterntaler-Aktion – Jetzt spenden! Wenn Oma und Opa plötzlich zu Eltern werden

Sabine und Olaf Minke aus Dabendorf kümmern sich um Sohn Gordon (7) und Enkel Jim-René (4), der taub zur Welt kam. Die Jungen wachsen wie Brüder auf. Doch der Kampf um die Anerkennung als Pflegeeltern läuft noch. Finanziell ist es allerdings häufig eng. Nur ein Mitglied der Familie kann arbeiten. Wir wollen der Familie unter die Arme greifen.

Voriger Artikel
Hartes Los, große Wünsche, kleines Budget
Nächster Artikel
Mama zum Lachen zu bringen, ist schwierig

Die Dabendorfer Familie beim gemeinsamen Spielen im Kinderzimmer: Sabine Minke mit Enkel Jim-René (hinten), Gordon und Olaf Minke.

Quelle: Nadine Pensold

Dabendorf. Es ist eine wilde Verfolgungsjagd: Jim-René saust über das Sofa, Gordon hinterher und auch Hundewelpe Hades möchte mitmischen. Sabine Minke sitzt daneben und beobachtet zufrieden das Spiel der Jungs. Immer wieder halten sie inne, um sich einmal liebevoll von der 45-Jährigen drücken zu lassen. Man würde nicht darauf kommen, dass hier Neffe und Onkel miteinander tollen und Sabine Minke über ihren Sohn und ihren Enkel wacht. Denn der Altersunterschied zwischen Jim-René und Gordon beträgt gerade einmal zweieinhalb Jahre.

Als Jim-René ein halbes Jahr alt war, kam er in die Obhut des Jugendamts, seine Mutter war mit der Versorgung des Jungen überfordert. Für seine Zukunft gab es drei Optionen: Heim, Pflegefamilie oder ein Leben bei den Großeltern in Dabendorf. „Da haben wir nicht lange überlegt. Er ist schließlich unser erstes Enkelkind. Wir sind eine große Familie mit viel Herz und Liebe. Da darf niemand auf der Strecke bleiben“, sagt Sabine Minke. Und auch ihr Mann Olaf zögerte nicht bei der Entscheidung: „Ich bin selbst in einem Heim aufgewachsen und wollte das dem Kleinen nicht antun. Das ist für ein Kind nicht schön.“

Jimmy musste mehrere Operationen erdulden

Mittlerweile ist Jimmy, wie er in der Familie genannt wird, vier Jahre alt. Den siebenjährigen Gordon sieht er als großen Bruder, Sabine und Olaf Minke nennt er Mami und Papi. Er ist ein aufgewecktes Kerlchen, das schon einiges mitgemacht hat. Jimmy kam taub zur Welt, musste in den vergangenen Jahren mehrere Operationen an seinen Ohren erdulden. Erst seit ein paar Monaten kann er richtig hören.

Damit er nun schnell lernt, richtig zu sprechen, widmet Sabine Minke ihm viel Zeit. Viermal pro Woche geht sie mit ihm zur Logopädin und besucht zusätzlich die Frühförderung des DRK. Um auch den anderen Bedürfnissen von Jimmy und Gordon gerecht zu werden, arbeitet sie nicht, kümmert sich um Kinder und Haushalt. Olaf Minke, der als Fließenleger arbeitet, muss die Familie allein versorgen.

Kampf und Anerkennung als Pflegeeltern

Kontakt zu seinen leiblichen Eltern hat Jim-René regelmäßig. Wenn Sabine Minke darüber nachdenkt, dass ihre Tochter sich nicht selbst um den Vierjährigen kümmern kann, macht es sie traurig. „Ich kann das oft nicht nachvollziehen. Man wird natürlich nicht als Mutter geboren, aber man kann in diese Aufgabe hineinwachsen.“ Auch wenn Mutter und Vater häufig zu Besuch sind, Unterstützung durch Unterhalt oder auch Kleinigkeiten für Jim-René geben sie Sabine und Olaf Minke nicht.

Finanziell ist es daher oft knapp. Auch deshalb, weil das Ehepaar seit Jahren darum kämpft, als Pflegeeltern des kleinen Jim-René anerkannt zu werden. Dann hätten sie nicht nur ein Erziehungsrecht, sondern auch Anspruch auf Pflegegeld. Zumindest das Kindergeld und Sozialhilfe für Jimmy konnten sie mittlerweile erstreiten. Im Januar soll nun über den Pflegschaftsantrag entschieden werden. „Es wäre so ein schönes Weihnachtsgeschenk gewesen, wenn das noch in diesem Jahr geklappt hätte,“ sagt Sabine Minke traurig. Nichts wünscht sie sich sehnlicher, als die Gewissheit, dass Jimmy ein sicheres Zuhause in seinem gewohnten Umfeld hat.

Die MAZ-Sterntaler-Aktion

Die MAZ sammelt Spenden, mit denen Herzenswünsche der Sterntaler-Familien erfüllt werden sollen. Dabei geht es in erster Linie um Kinder, aber natürlich auch um Hilfe für Erwachsene.

Das Spendenkonto wird vom DRK verwaltet, das auf Wunsch auch Spendenquittungen ausstellt.

Kontoinhaber: DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald e. V., IBAN: DE30 1605 0000 3633 0275 39, Verwendungszweck: Sterntaler.

Die MAZ möchte die Namen der Spender im Laufe der Aktion veröffentlichen. Ist dies nicht gewünscht, kann das beim Verwendungszweck entsprechend vermerkt werden.

Ein besonderes Fest soll es trotzdem werden. Die Eltern von Sabine und Olaf Minke, Geschwister mit Familien und auch die Mutter von Jimmy werden gemeinsam mit den beiden Kindern den Heiligabend verbringen. „Wir wollen auch ein schönes Familienfoto machen“, verrät sie. Jim-René hat eigentlich nur einen Wunsch: eine Eisenbahn. Er ist ganz verrückt nach Zügen. Deshalb macht die Familie oft Ausflüge mit der Regionalbahn von Zossen bis zum Berliner Hauptbahnhof. Gordon malt den Wunsch des Vierjährigen auf, bevor er seinen eigenen Wunschzettel kreiert. Er ist Fan von Pokémon und puzzelt gern. Auch Karate würde er gerne lernen. Die Familie träumt außerdem von einem Besuch im Erlebnisbad Tropical Islands. Bisher konnten sie das noch nicht ermöglichen.

Von Nadine Pensold

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sterntaler

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg