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Stopp der Bauarbeiten bei Tankstelle

Zeuthen Stopp der Bauarbeiten bei Tankstelle

Baustopp Tankstelle: Das Umweltamt des Landkreises stellte bei einer Routineprüfung auf dem Grundstück Lindenallee Ecke Forstweg eine Belastung des Grundwassers mit chlorierten Wasserstoffen fest. Wegen steigender Kosten wegen Aufbereitung oder Entsorgung könnte der Investor Jet das Bauvorhaben ganz abblasen.

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Beate Burgschweiger

Quelle: Foto: becker

Zeuthen. Seit rund anderthalb Wochen rührt sich auf dem Baugrundstück Lindenallee/Ecke Forstweg in Zeuthen nichts. Der Investor Jet will dort eine Tankstelle errichten. Der Grund für den Baustopp: Durch den Tankstellenbau ist es notwendig geworden, das Grundwasser abzusenken, damit der tieferliegende Tank dort verbaut werden kann. Bei einer Routineuntersuchung hat das Umweltamt des Landkreises Dahme-Spreewald eine Belastung des Grundwassers mit leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW) festgestellt. Die Verunreinigung macht die ursprünglich vorgesehene Direkteinleitung des geborgenen Grundwassers in den Zeuthener See unmöglich, so dass die Baumaßnahmen vorerst ruhen. Bisher liegt nur eine Erstabschätzung der Belastung vor. Der Tankstellenbauer hat deshalb einen externen Experten beauftragt, ein Gutachten zu erstellen. Bereits in der nächsten Woche könnte es vorliegen. Mit einer Entsorgung oder Aufbereitung steigen auch die Kosten und könnte der Investor Jet das Bauprojekt, bevor es richtig begonnen hat, bereits wieder beenden.

Für die Trinkwassergewinnung des Wasserwerkes Eichwalde besteht hingegen keine Gefahr, teilte das Umweltamt mit. Bei Gartenbrunnen im Einzugsgebietgebiet wurden Proben genommen. Die Ergebnisse stehen noch aus.

„Ohne Grundwassereinleitung kein Weiterbau“, sagte Robert Krowas vom Kreisumweltamt. „Der Investor muss nun entscheiden, wie er mit dem belasteten Grundwasser umgeht.“ Davon abhängig sei, ob oder wann es mit dem Bau weitergeht. „Er hat nun verschiedene technische Möglichkeiten, wie er Tank und Abscheideranlage einbauen kann. Entweder lässt er das Wasser abtransportieren und entsorgen oder er besorgt sich eine mobile Wasseraufbereitungsanlage, wo das Wasser gereinigt wird, um es anschließend zwar nicht in den See, aber in den Schmutzwasserkanal einzuleiten“, sagte Krowas. Bei beiden Varianten sei von deutlich höheren Kosten auszugehen. „Letzten Endes ist die Frage, ob der Bauherr bereit ist, die Mehrkosten zu tragen“, sagte er.

Nach Vorliegen des Gutachtens will das Umweltamt die Ursache für die Verunreinigung erforschen, um festzustellen, wer dafür verantwortlich ist und für eine Sanierung und Gefahrenabwehr aufkommen muss. „Vorher gab es auf dem Grundstück Büros und damit keine typische industrielle Gewerbenutzung, die zu solchen Verunreinigungen führt. Auch bei der angrenzenden Bahn gibt es keinen großen Umschlagsplatz, wo Stoffe austreten können“, so der Experte.

„Die Verunreinigung ist nicht durch den Tankstellenbau passiert“, sagte Beate Burgschweiger (SPD). Eine Gefahr für Leib und Leben bestehe nicht. „Jetzt muss man schauen, wie viele Grundstücke betroffen sind“, sagte sie. „Das hat Auswirkungen auf Anwohner, die dort Brunnen bauen wollen. Sie können das giftige Wasser nicht verwenden“, sagte Karl-Uwe Fuchs (Grüne/FDP). Jet müsse nun entscheiden, ob die Grundwasserabsenkung anders erfolgt. „Wenn es unverhältnismäßig hohe Kosten sind, ist es gut vorstellbar, dass Jet abspringt“, sagte Fuchs.

„Es müssen nun mehrere Fragen geklärt werden: in welcher Konzentration kommt das vor? Wo kommt die Belastung her? Ist diese noch über das Grundstück hinaus zu befürchten?“, sagte Nadine Selch (CDU). Verabschiede sich der Investor vom Tankstellenbau, müsse das Grundstück bei der Frage mit berücksichtigt werden, wie Zeuthen künftig weiterentwickelt werden soll. „Der Baustopp und eine komplette Aufgabe des Projekts würden uns sehr entgegenkommen“, sagte Marina Scholz, Sprecherin der Bürgerinitiative „Tanke – nein Danke“. Das erwartete Verkehrschaos, die Belastung durch Lärm, Abgase und Reklamelicht wären geringer, die Anwohner hätten keine Probleme, die Ausfahrten zu nutzen. Den zwei gegen den Tankstellenbau klagenden Anwohnern rechnet sie gute Chancen aus. In der demnächst erfolgenden Hauptverhandlung könnte die Baugenehmigung nachträglich vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gekippt werden (die MAZ berichtete). Jet äußerte sich auf MAZ-Anfrage nicht.

Von Oliver Becker

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