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Strandliegen für die jungen Bewohner

Groß Köris Strandliegen für die jungen Bewohner

Im Kinder- und Jugenddorf Rankenheim in Groß Köris sind mit Mitarbeitern eines in Dahlewitz angesiedelten Unternehmens neue Geräte für Strand, Sport- und Spielplatz entstanden. Für Firma und Kinder eine sehr besondere Teambuilding-Aktion.

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Einige der Kinder und Jugendlichen und ihre fleißigen Helfer mit den Paletten, aus denen gemütliche Strandliegen wurden.

Quelle: Karen Grunow (2)

Groß Köris. Andere gehen segeln, machen Klettertouren oder Survival-Trainings. Das Dahlewitzer Team der von Rolls-Royce und Safran gegründeten Firma Aero Gearbox International aber überlegte sich, als gemeinsame Aktivität mit den jungen Bewohnern des Kinder- und Jugenddorfs Rankenheim (KJD) in Groß Köris Sport- und Spielplatzgeräte sowie Strandmobiliar zu bauen. Das Geld, das andere in aufwendige Teambuilding-Maßnahmen stecken, wanderte in das Projekt, für das nun die Dahlewitzer und einige Pariser Kollegen an den Zemminsee gekomen sind.

Kontakt über Mitarbeiter

„Wir wurden angerufen“, erinnert sich Katharina Apprecht-Krull, die Bereichsleiterin des Kinder- und Jugenddorfs, an den ersten Kontakt mit der Firma. Es gab ein erstes Treffen, das riesige Gelände wurde gezeigt. „Wir wurden nach Wünschen gefragt, über Wünsche, was noch verändert oder verbessert werden könnte, wurde gesprochen.“ Christian Klingelstein, in Senzig lebender Aero-Gearbox-Mitarbeiter, hatte seinen Kollegen das KJD und eine weitere Einrichtung in der Region für die besondere Teambuilding-Aktion vorgeschlagen. Als klar war, dass Rankenheim den Zuschlag bekommen würde, trafen sich die Dahlewitzer direkt mit den Kindern und Jugendlichen, hörten sich deren Ideen an, überlegten gemeinsam, was realisierbar sein kann.

Die alten Fußballtore wurden von den Kindern und Unternehmensmitarbeitern wieder hergerichtet und mit neuen Netzen versehen

Die alten Fußballtore wurden von den Kindern und Unternehmensmitarbeitern wieder hergerichtet und mit neuen Netzen versehen.

Quelle: Karen Grunow

Von Beginn an also waren die jungen Bewohner des Heims, das eine Einrichtung des Kinder- und Jugendhilfeträgers GFB – Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher mbH – ist, eingebunden. Mit entsprechender Begeisterung werkeln so einige von ihnen nun also auch mit. Niklas ist schon den ganzen Tag fleißig, entfernte am Morgen akribisch die Rinde von den drei Eichenstämmen, die er dann später mit Klingelstein und dessen Kollegin Samantha Hart tief in den Boden rammt, bevor dazwischen Reckstangen montiert werden. „Es hat Spaß gemacht“, sagt der Junge am Nachmittag.

Kuchen zur Motivation

Da ist bei einigen schon ein wenig die Luft raus, die Arbeit ist anstrengend, liegt einfach nicht jedem. Doch dann gibt es frischgebackenen Kuchen, kurze Pause. Die ersten Strandliegen sind bereits fertig. Und die Kinder und Jugendlichen begeistert. Annika und Leonie testen schon mal eine. Das und Kuchen motivieren noch mal für den Endspurt, bevor am Abend noch gemeinsam gegrillt wird.

Vier Wohngruppen auf dem Gelände

Sieben bis 18 Jahre alt sind die Kinder und Jugendlichen, die hier leben, manchmal ziehen auch junge Mütter mit ihren Kindern ein. Auf dem Areal am Zemminsee gibt es vier Wohngruppen, in denen jeweils neun Kinder und Jugendliche zusammenleben. Außerdem gibt es in Teupitz, Königs Wusterhausen und Lübben noch vier Wohngruppen, in denen zumeist ältere Jugendliche betreut werden, die höhere Schulen besuchen oder schon in Berufsausbildungen stecken. „Das Hauptziel ist, sie wieder nach Hause entlassen zu können“, erklärt Apprecht-Krull die so intensive wie behutsame Arbeit mit den Kindern. 60 Plätze gibt es insgesamt. Fast ebenso viele Menschen arbeiten für das Kinder- und Jugenddorf, dessen Bewohner rund um die Uhr betreut werden.

Therapie mit Tieren

Auf dem Gelände am See leben auch Esel, Hängebauchschweine und Meerschweinchen. Sie gehören zu einem Angebot für „tiergestützte Therapie und Pädagogik“. Sechs Kinder mit Bindungs- und Beziehungsstörungen arbeiten hier intensiv mit den Tieren. Ein weiteres besonderes Projekt ist das für Schulverweigerer. Derzeit sind 17 Schüler dabei, von denen vier bei ihren Familien leben, die anderen entweder direkt in Groß Köris oder in einer der vier Außenwohngruppen. Seit mehr als zehn Jahren gibt es das Projekt bereits, möglich wurde es durch eine enge Kooperation mit der Grund- und Oberschule Schenkenland. Dortige Lehrer kümmern sich gemeinsam mit drei Sozialpädagogen der GFB um die Schüler, die größtenteils im Kinder- und Jugenddorf unterrichtet werden. Ziel ist, dass die Kinder einen Abschluss erreichen. „Wir führen die Kinder zurück an die Regelschule“, so Katharina Apprecht-Krull. Für manche aber sei es besser, wenn sie im Schul-Projekt eingebettet blieben. Im Schnitt dauert es rund zwei Jahre, bis die Mädchen und Jungen den großen Schritt zur Reintegration in den normalen Schulalltag wagen können. Bei einem Jungen ist es gerade soweit.

Enge Kooperation mit Förderschule

Besonders eng ist auch die Kooperation mit der benachbarten Förderschule, der „Schule am Zemminsee“, in der Kinder im Grundschulalter nach Lehrplan unterrichtet werden. Früher, zu DDR-Zeiten, waren das heutige GFB-Gelände und die Schule ein gemeinsamer Förderschulkomplex. Vor dem Verwaltungsgebäude ist es gerade am lautesten. Hier entstehen aus Paletten die Strandliegen, es wird gesägt, geschmirgelt, lackiert. Am Strand wird eine einfache Umkleide gebaut, neuer Sand wird außerdem aufgeschüttet und planiert. Die alten Fußballtore auf dem Sportfeld erhalten einen frischen Anstrich und passende Netze.

Weitere Unternehmen unterstützen die Aktion

Mit Sand, Bällen, Bodenarbeiten, den Paletten, T-Shirts für alle und Baumaterialien unterstützen weitere Unternehmen der Region die Aktion. „So ein Projekt hatten wir noch nie“, freut sich Katharina Apprecht-Krull über das Engagement, das allen einen zwar sehr arbeitsreichen, aber durch das internationale Miteinander auch einzigartigen Tag beschert. Mit Englisch und Handzeichen kommuniziert der Franzose Vivien Lucienne mit den Kindern, alle haben Spaß. „Es ist richtig cool“, sagt er zufrieden, bevor er eilig zurück nach Paris muss.

Von Karen Grunow

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