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Streit um Prostituierten-Bezahlung

Freier und Hure vor Gericht Streit um Prostituierten-Bezahlung

Der 35-jährige Marcel M. hat sich im vergangenen Sommer eine Prostituierte bestellt. Sie gefiel ihm so gut, dass er sie wieder besuchte. Beim zweiten Besuch durfte er aber nicht so lange bleiben, wie er wollte. Grund: M. hatte nicht genug Geld. Es kam zum Streit. Über die Auseinandersetzung hat jetzt das Amtsgericht Wildau verhandelt.

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Wildau. Einen Rechtsstreit zwischen einem Freier und einer Prostituierten entschied am Mittwoch das Amtsgericht in Wildau. In einer lauen Sommernacht des vergangenen Jahres hatte sich der 35-jährige Marcel M. über eine Internet-Agentur für zwei Stunden eine Dame in seine Königs Wusterhausener Wohnung bestellt. „Wir hatten Spaß mitein ander“, schilderte er die angeregten Stunden. „Wir tranken und quatschten und waren zusammen im Bett.“ Die schlanke Bulgarin mit den langen schwarzen Haaren gefiel ihm so gut, dass es ihm nach einem Nachschlag gedürstete. Womit sich die Kosten der stürmischen Nacht auf 400 Euro summierten. Dass er sich diese üppige Ausgabe vom Arbeitslosengeld kaum leisten konnte, wurmte ihn spätestens, als die zweite Runde weit weniger harmonisch als der Auftakt verlief. Denn als der Morgen graute, schickte sich Velisara, so hieß seine Liebesdienerin, nach einem kurzen Besuch im Bad an, den Heimweg anzutreten. „Das war eine halbe Stunde vor Ablauf der Frist“, betonte der Gastgeber vor Gericht. „Ich hatte ein Recht darauf, dass sie noch bleibt.“

Doch die 19-Jährige wollte weg. In ihrer Erinnerung fehlten nur noch zehn Minuten bis zu ihrem Feierabend. Es kam zum Streit und bald hatte der Königs Wusterhausener nichts mehr dagegen, seinen Besuch loszuwerden.

Er drängte Velisara hinaus. Die griff gerade noch ihre Jeans, Schuhe und Jacke blieben im Zimmer. Aus der sei ein 20-Euro-Schein gesegelt, der ebenfalls bei ihm liegen blieb, gab der Wohnungsinhaber an. Nicht nur einen Schein, sondern das gesamte Honorar habe er bei einem Gezerre um ihre Handtasche an sich genommen, behauptete dagegen seine Gespielin. Als ihr Chauffeur am Ende der Zeugenvernehmung angibt, sie hätte ihm von eben diesem Salär auf der Heimfahrt den Agentur-Anteil übergeben, platzt ihre Aussage. Von den Anklagepunkten bleibt nichts übrig. Raub war es nicht, da keine Gewalt angewendet wurde. So kommt auch Körperverletzung nicht in Betracht. Und Diebstahl ist ebenso wenig bewiesen, da für die Verkürzung der Liebesstunde ein Abzug von 20 Euro womöglich durchaus angemessen war. Was bleibt ist Nötigung. Im Zuge der Ausein andersetzung hatte der sexhungrige Mann seiner Besucherin das Mobiltelefon aus der Hand gerissen, mit dem sie Hilfe rufen wollte. Dafür bekommt er eine Geldstrafe von 800 Euro.

Dass sie den Vorwurf des Diebstahls von 200 Euro offenbar unbegründet erhob, belastete die Zeugin nicht. „Mir ging es nicht um das Geld“, sagte sie, „sondern darum, dass niemand mit Mädchen so umgehen darf.“

Von Klaus Bischoff

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