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Streit um die alte Awo-Kita

Kinderbetreuung in Zeuthen Streit um die alte Awo-Kita

In der Gemeinde Zeuthen werden dringend mehr Plätze zur Kinderbetreuung gebraucht. Es tut sich in den nächsten Jahren ein Defizit von 100 Plätzen auf. Jetzt muss schnell etwas geschehen. Deswegen will Zeuthen neu bauen. Doch das dauert zu lange. Eine schnelle Zwischenlösung könnte die Anmietung der alten Awo-Kita in Eichwalde sein.

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In der Kommunalpolitik kein Neuling

Das alte Gebäude der Awo in der Havelstraße: Mit relativ geringem Aufwand könnte dort wieder eine Kita entstehen.

Quelle: Andrea Müller

Zeuthen. Die Gemeinde Zeuthen ist in einer prekären Situation. Das Gesetz schreibt ihr vor, Kita-Plätze für alle Kinder ab drei Jahren zur Verfügung zu stellen. Doch alle Plätze sind vergeben. Es fehlen in den nächsten Jahren prognostisch rund 100 Plätze.

Kita-Sonderausschuss gegründet

Deswegen hat die Gemeindevertretung einen Kita-Sonderausschuss gebildet. Möglichst schnell soll ein Neubau errichtet werden. So will es die Verwaltung. Darüber hinaus sucht sie nach alternativen Möglichkeiten. Eine davon wäre, die alte Awo-Kita in Eichwaldes Havelstraße anzumieten. Sie liegt derzeit brach, war aber 18 Monate in den Jahren 2010/11 als Kindertagesstätte genutzt worden. Eichwaldes Bürgermeister Bernd Speer (parteilos) steht dem Ansinnen positiv gegenüber. „Hier könnten sogar Plätze für Kinder aus Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf geschaffen werden“, ist seine Meinung. In allen drei Gemeinden herrsche nämlich hoher Bedarf an Betreuungsplätzen. Speer würde favorisieren, dass Zeuthen das Gebäude anmietet, eigene Kinder unterbringt und überschüssige Plätze anbietet.

Das ehemalige Awo-Gelände ist weiträumig abgesperrt

Das ehemalige Awo-Gelände ist weiträumig abgesperrt. Der Zugang zur alten Kita ist von der anderen Seite aber möglich.

Quelle: Andrea Müller

Soweit ist man aber in Zeuthen noch nicht. Erst einmal will man sich einen Überblick verschaffen, ob das Gebäude überhaupt geeignet ist. Vieles spricht dafür. Der Aufwand soll relativ gering sein, die Räume wieder in Schuss zu bringen.

Nur für Zeuthener Kinder

Die Vorsitzende des Kita-Sonderausschusses Nadine Selch (CDU) hat sich vor Ort schon einmal ein Bild gemacht. „Wenn wir das Haus zum Herbst bekommen könnten, hätten wir mehr Ruhe, den geplanten Neubau in Angriff zu nehmen“, sagt sie. Da Kita-Plätze dringend gebraucht werden, wäre das eine gute Lösung auf die Schnelle. Allerdings stehe und falle das Projekt für sie mit den zu erwartenden Kosten. „Dazu aber gibt es noch keine Einschätzungen“, so Selch. Bei der nächsten Zusammenkunft soll das Thema in ihrem Ausschuss behandelt werden, dann auch in die Gemeindevertretung gelangen. Die entsprechende Beschlussvorlage werde bereits vorbereitet, so die Vorsitzende Karin Sachwitz (Bürger für Zeuthen, BfZ). Sie wie auch Selch sehen es aber mehr als kritisch, dass – falls Zeuthen das Haus in Eichwalde für eine Kita anmietet – hier auch ortsfremde Kinder betreut werden könnten. „In der Vorlage wird es ausschließlich um die Betreuung von Zeuthener Kindern gehen“, so Sachwitz. Jonas Reif (Grüne) hält aber eine solche Lösung für machbar, da Zeuthen nicht sofort alle Plätze brauche. So könnten die Interessen von Eichwalde und Zeuthen gewahrt bleiben, findet er.

Das Gelände ist an der anderen Seite der Havelstraße mit einem Baustellen-Schild geschützt

Das Gelände ist an der anderen Seite der Havelstraße mit einem Baustellen-Schild geschützt.

Quelle: Andrea Müller

In Eichwalde selbst steht der Kita-Ausschuss unter Federführung von Bärbel Schmidt (SPD) der Angelegenheit befremdlich gegenüber. „Ich habe zwar die Glocken läuten hören, dass Zeuthen solch ein Ansinnen hat, offiziell aber weiß ich gar nichts“, sagte sie. Für sie wäre es geradezu ein Schildbürgerstreich angesichts der eigenen prekären Kitaplatz-Versorgung in Eichwalde. „Darüber wird noch zu reden sein“, so Schmidt und kündigte eine Kitaausschuss-Sondersitzung in Eichwalde für den 7. Juli an.

Haus ab August zu vermieten

Die Awo selbst geht davon aus, dass das Gebäude ab August vermietet werden könnte. „Bei der Vermietung an Eichwalde damals waren unsere Partner sehr zufrieden mit der kurzfristig bereit gestellten Lösung“, so Jens Lehmann, Geschäftsführer des Awo-Regionalverbandes Brandenburg Süd. Die Konditionen jetzt würden sich an den mit der Gemeinde Eichwalde vereinbarten Modalitäten von 2010/11 orientieren.

Von Andrea Müller

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