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Streit ums Pfarrhaus in Wildau

Sanierung oder Verpachtung? Streit ums Pfarrhaus in Wildau

Die Gemeinde der Wildauer Friedenskirche ist bezüglich der künftigen Nutzung des Pfarrhauses gespalten. Während viele Gemeindemitglieder eine Sanierung fordern, will der Gemeindekirchenrat das Haus in Erbbaupacht vergeben, weil die Kosten für Sanierung zu hoch seien.

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Die Friedenskirche mit dem Gemeindehaus steht als Bauensemble unter Denkmalschutz.
 

Quelle: Uta Schmidt

Wildau.  Eigentlich müsste der Gemeinde der Friedenskirche in Wildau ein riesiger Stein vom Herzen gefallen sein. Dank großzügiger Unterstützung in Höhe von 50 000 Euro durch die Sparkassen-Stiftung kann die Sanierung des Gotteshauses und des 43 Meter hohen Kirchturms in diesem Jahr einen weiteren Schritt vorankommen. Vor allem die noch ausstehenden Malerarbeiten an der Tonnendecke sollen beendet werden. Es gibt viel Arbeit, bei der die 800 Mitglieder der Kirchengemeinde an einem Strang ziehen müssten. Doch das wird schwierig.

„Wir wollen erstmals in der Geschichte unserer Gemeinde eine außerordentliche Gemeindeversammlung einberufen, weil es unterschiedliche Ansichten gibt. Wir haben 46 Unterschriften von wahlberechtigten Mitgliedern gesammelt. Das macht schon die Dringlichkeit deutlich“, sagt Bodo Bernhardt. Er selbst sei bereits aufgrund von Unstimmigkeiten – wie andere Mitglieder auch – aus dem Gemeindekirchenrat ausgetreten.

Die Unterzeichner des Antrags treibt ein nachhaltiges Problem um: Der Umgang mit dem Kirchenvermögen durch den Gemeindekirchenrat. Viele Mitglieder der Gemeinde seien davon überzeugt, dass der Gemeindekirchenrat und hauptamtliche Kirchenvertreter in dieser Frage die Interessen eines Großteils nicht mehr ausreichend vertreten, so die Antragsteller.

Ursache für die Meinungsverschiedenheit sind unterschiedliche Ansichten über die Zukunft des Pfarr- und Gemeindehauses. Als ein Teil des denkmalgeschützten Bauensembles in der Kirchstraße bedarf das Gebäude einer kostenintensiven Sanierung. „Der Gemeindekirchenrat hat deshalb im Oktober des vergangenen Jahres beschlossen, das Gebäude in Erbbaupacht zu vergeben. Das widerspricht aber eindeutigen Beschlüssen der Gemeinde aus dem Jahre 2014, nach denen das Haus nicht veräußert und für die Gemeinde erhalten werden soll“, ergänzt Hannelore Klank-Neuendorf. Nicht nur sie befürchtet, dass mit einer Vergabe des Hauses an Pachtinteressenten das Gemeindeleben zum Erliegen kommt.

Im aktuellen Gemeindebrief erläutert Pfarrerin Cornelia Mix, warum es zu diesem neuen Beschluss des Gemeindekirchenrates gekommen ist: Die hohen Sanierungskosten könne die Kirchengemeinde nicht allein stemmen. Zu groß sei die Herausforderung, sowohl Kirche als auch Pfarr- und Gemeindehaus gleichermaßen zu erhalten. Sämtliche Ideen einer anderweitigen Nutzung würden am hohen Investitionsbedarf scheitern, schreibt sie. „Der Gemeindekirchenrat hat beschlossen, das Haus nur unter der Bedingung abzugeben, dass die Gemeinde schöne und zweckmäßige Räume für ihren Bedarf erhält. Das Amtszimmer soll verlegt und Konzepte entwickelt werden, um Gemeinderäume an anderer Stelle zu schaffen.“ Für den 1. Mai ist eine Gemeindeversammlung anberaumt, bei der diese Fragen und Pläne diskutiert werden sollen.

„Das ist uns viel zu spät. Wir wollen so zügig wie möglich eine außerordentliche Gemeindeversammlung einberufen und die Probleme erörtern“, sagt Bodo Bernhardt. Es gebe Vorschläge, wie das Pfarrhaus für die Gemeinde erhalten werden könne. Geklärt werden müsste zudem, was mit den Spenden in fünfstelliger Höhe passieren soll, die in der Vergangenheit vom Freundeskreis der Friedenskirche ausdrücklich für die Erhaltung des Gebäudes angenommen wurden. „Wir sind der Meinung, dass bei Fragen mit so weitreichenden Konsequenzen wie der Vergabe des Gemeindehauses die gesamte Gemeinde und nicht nur der Gemeindekirchenrat entscheiden muss“, sagt er. Diese Meinung vertreten auch die Mitglieder eines sich in Gründung befindlichen Fördervereins für den Erhalt des evangelischen Pfarr- und Gemeindehauses. „Wir wollen mit dieser neuen Plattform das Gemeindeleben aktivieren“, sagt Dietmar Meyer aus Miersdorf.

Von Uta Schmidt

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