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Studenten erfinden die schlaue Uhr

Wildau Studenten erfinden die schlaue Uhr

Studierende der Technischen Hochschule Wildau stellen ihr Alarmsystem für Schwerhörige und Gehörlose Anfang September auf der Internatonalen Funkausstellung in Berlin vor. Zwei Semester lang haben sie an dem System getüftelt, für das eine einfache Smart-Watch umgewandelt wurde.

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Die schlaue Uhr aus Wildau.

Quelle: Promo

Wildau. Droht die Wanne überzulaufen, steht die Wohnungstür offen, oder ist der Herd zu lange an, entwickelt sich gar schon Rauch, dann vibriert es am Handgelenk und das Display der Smartwatch zeigt das passende Warnsymbol. Eine überaus hilfreiche Technik, die gerade für schwerhörige oder gehörlose Menschen den Alltag einfacher gestalten kann. Denn die Uhr signalisiert ihnen auch an, wenn das Telefon klingelt.

„Gehörlose nutzen oft Blitzlichter als optische Signale“, erläutert Birgit Wilkes, Professorin für Gebäudetelematik an der Technischen Hochschule Wildau. Doch diese grellen Lichtstreifen helfen nun mal wenig, wenn der Mensch schläft. Deshalb hat sie mit Studierenden das Warnsystem für die Smartwatch entwickelt. Zur Internationalen Funkausstellung IFA, die vom 2. bis zum 7. September auf dem Messegelände in Berlin stattfindet, werden sie diese Innovation dann präsentieren.

20 Studenten tüfteln zwei Semester lang

„Für uns war es das erste Projekt in diesem Ausmaß“, erzählt Benedikt Dahms, einer der teilnehmenden Studierenden. Zwei Semester lang haben er und 20 weitere Wil­dauer Studenten an dem besonderen Smart-Home-System getüftelt. „Wir mussten selbst das Konzept entwerfen und die geeigneten Komponenten auswählen“, berichtet er. „Eine sehr gute Erfahrung“, findet sein Kommilitone Martin Mosebach.

Gerade der Bereich Gebäudeautomation, in dem es auch darum geht, im Sinne eines Smart Homes mit technischen Systemen die Wohn- und Lebensqualität zu steigern, biete noch unerforschte Nischen, weiß Birgit Wilkes. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie im Bereich“Smart Home“, hat selbst schon mehrere Musterwohnungen für Ältere und Menschen mit körperlichen Behinderungen eingerichtet. „Wir wollen den Leuten größtmögliche Freiheit in jeder Lebenssituation geben“, sagt sie dazu. Mit ihren Wil-dauer Studenten hat sie schon das eine oder andere Smart-Home-Projekt entwickelt und mithilfe entsprechender Partner in der Industrie sogar realisieren können.

Diese schlaue Uhr wurde von den Wildauer Studenten mit einer ausgefeilten App und entsprechenden Sensoren zu einem besonderen Hilfssystem entwickelt

Diese schlaue Uhr wurde von den Wildauer Studenten mit einer ausgefeilten App und entsprechenden Sensoren zu einem besonderen Hilfssystem entwickelt

Quelle: Promo

Praxisnah arbeiten zu können mit den Studenten, ist für sie und ihre Wildauer Kollegen wichtig. Dass das aktuelle Projekt mit der mit Sensoren ausgestatteten Smartwatch nun zur IFA vorgestellt werden darf, ist auch für die Studenten eine weitere Bestätigung. „Es ist ein erster Schritt“, sagt Wilkes, um das Konzept bekannter zu machen. Einige der Studierenden werden mit ihr zusammen dann auch vor Ort sein, und selbst erläutern, wie diese Smartwatch funktioniert.

Wasserstandsmelder an der Badewanne

Die ist auf den ersten Blick ein handelsübliches Standard-Modell. Die Wildauer Studierenden aber haben diese Uhr komplett umgerüstet. Sie haben überprüft, welche Sensoren sich eignen, um beispielsweise als Wasserstandsmelder an der Badewanne zu fungieren oder anzuzeigen, wenn der Sauerstoffgehalt der Luft knapp wird und mal wieder gelüftet werden müsste. Ein kleiner Rechner nimmt die Alarmsignale der Sensoren auf und über die Smartwatch wird deren Träger dann informiert.

„Die Vibrationen sind in unterschiedlichen Stärken möglich“, so Wilkes. Die Studenten haben die entsprechende App für die Smartwatch geschrieben. Leicht verständliche Bilder begleiten einige der Vibrationsalarme. Ein System, das sich auch zu einer Hilfestellung für an Demenz erkrankte Menschen weiterentwickeln ließe.

Birgit Wilkes in einer Smart-Home-Musterwohnung

Birgit Wilkes in einer Smart-Home-Musterwohnung

Quelle: Karen Grunow

Benedikt Dahms gehörte zu denen, die auch an der Konstruktion einiger Sensoren mitwirkten. Gerade hat er seine Bachelor-Arbeit fertiggestellt, demnächst wird er sein Masterstudium in Telematik beginnen. Für ihn ist mittlerweile klar, dass er danach beruflich auch in Richtung Gebäudeautomation gehen will.

Zukunftsweisendes Fach Telematik

Auch Martin Mosebach weiß das längst, er hatte sich ganz bewusst für ein Telematik-Studium entschieden. Nach dem Abitur hatte er zunächst eine Elektroniker-Ausbildung absolviert und danach im Bereich Automatisierung gearbeitet. „Telematik ist ja doch ein relatives Orchideenfach“, sagt er im Hinblick auf die Tatsache, dass der aus der Kombination von Telekommunikation und Informatik entstandene Studiengang bislang nur in Wildau – das aber bereits seit 1999 – angeboten wird.

Wie zukunftsweisend dieses Fach ist, beweist einmal mehr das aktuelle Projekt. „Es ist ja erst einmal nur prototypisch gebaut worden“, sagt Benedikt Dahms. „Es ist denkbar, daraus ein Forschungsprojekt zu machen“, meint Birgit Wilkes. Und Martin Mosebach sagt: „Wir sind ein paar Studenten, die ganz enthusiastisch und mit Herzblut daran arbeiten und möchten, dass es ein Erfolg wird.“

Von Karen Grunow

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