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Suche nach versteckten Talenten

Projekt an der TH Wildau Suche nach versteckten Talenten

Mit einem besonderen Projekt der Technischen Hochschule Wildau sollen junge Leute für ein Studium interessiert werden, die sich ihrer Studierfähigkeit gar nicht bewusst sind. Für das Projekt „Stay in Touch“ kooperiert die TH mit zwei Oberstufenzentrum.

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Experiment im Schülerlabor der TH: Wie entsteht im Reagenzglas ein Regenbogen?

Quelle: Karen Grunow

Wildau. Tony hat den Dreh raus. Mit leichtem Lächeln schaut er zu Sandra Hotes und probiert das Experiment, bei dem er eine Schraube in Bewegung versetzen muss, gleich noch einmal. Er gehört zu 23 Schülern von zwei Oberstufenzentren, die als „versteckte Talente“ für ein besonderes Programm an der Technischen Hochschule Wildau ausgewählt wurden. „Stay in Touch“ heißt es, und damit sollen eben jene Schüler für die sogenannten MINT-Studiengänge – also Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – begeistert werden, die in ihren Schulen sonst nicht unbedingt als die Lehrer-Lieblinge und Einser-Kandidaten auffallen. Sondern die sehr wohl lernwillig und clever sind, deren Kreativität aber vielleicht noch ein bisschen hervorgekitzelt werden muss.

Sandra Hotes und Stefanie Heiber betreuen das Projekt, das von Sandra Haas initiiert worden ist. „Das gibt es in der Form noch nicht in Deutschland“, sagt Haas, die Professorin für Marketing und International Management an der TH ist. Es gehe ihr um Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit, betont sie. Gerade junge Leute aus Nichtakademikerhaushalten oder mit Migrationshintergrund sollen angesprochen werden. Wer sich für das Projekt eignen könnte, wurde durch aufwendige Befragungen an den zwei derzeit für das Projekt ausgewählten Schulen herausgefiltert. Mit dabei sind das Oberstufenzentrum TIEM in Berlin-Spandau und das Oberstufenzentrum Oder-Spree in Fürstenwalde. Über Online-Tests wurde das generelle Interesse ausgelotet, dann wurden Mitschüler befragt und die Lehrer, wer ein verstecktes Talent sei an ihrer Schule. Die 23, die nun für zwei Tage nach Wildau eingeladen wurden, mussten sich hier in verschiedenen Experimenten und Tests beweisen. „Maximal 20 werden ausgewählt“, erklärt Sandra Haas. Diese erhalten im kommenden Schuljahr eine intensive Förderung in Form von Mathematikkursen, gegebenenfalls auch technikspezifischen Deutschunterricht, sie werden im Logischen Denken geschult, erhalten Beratungen, Coachings, haben Ansprechpartner, die bei der Suche nach geeigneten Schnupperpraktika helfen.

Team des Projektes Stay in Touch

Team des Projektes Stay in Touch: Sandra Hotes, Prof. Dr. Sandra Haas und Stefanie Heuber (v. l.).

Quelle: Karen Grunow

Ein umfassendes Programm, für das die Teilnehmer dann auch miteinander vernetzt werden sollen. Wie das am besten funktioniert, wird eine Studentin von Sandra Haas unter anderem für ihre Abschlussarbeit untersuchen. Eine andere wertet dafür die beiden Wildauer Talente-Tage aus. Die sind bei den meisten Teilnehmern sehr gut angekommen, stellt sich in einer ersten Feedback-Runde heraus.

„Ich fand gut, dass man gefordert wurde“, sagt Malte Winkler aus Schöneiche, der nach dem Abitur eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen hat und dafür das OSZ in Fürstenwalde besucht. „Es ist doch für mich auch eine Chance“, findet er. Selbst diejenigen, die letztlich nicht für „Stay in Touch“ genommen werden, können sich bei Stefanie Heiber später noch Ratschläge holen. Sie wird eigens dafür Sprechstunden an den beiden Schulen abhalten. Sie ist der Talentscout des Projektes und entwickelt pädagogische Konzepte. Ziel ist auch, das Projekt zu gegebener Zeit mit dem neuen TH Wildau College zu verlinken, das beruflich Qualifizierten einen leichteren Einstieg ins Studium ermöglicht. Ganz individuelle Konzepte werden für jeden Einzelnen ausgearbeitet.

Gute Punkte für die TH und das Projekt am Ende der Talente-Tage

Gute Punkte für die TH und das Projekt am Ende der Talente-Tage.

Quelle: Karen Grunow

Während der Talente-Tage durften die Teilnehmer auch in den neuen Flugsimulator der TH. Dass nicht jeder selbst mal einen virtuellen Rundflug damit machen durfte, bedauern später einige. Aber der ist so nachgefragt, dass für „Stay in Touch“ nur enge Zeitfenster blieben. Außerdem sollten die jungen Leute ja auch bei Experimenten ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Dazu besuchen sie auch die Schülerlabore der Hochschule. Jeweils vier junge Männer sollen binnen 40 Minuten einen Regenbogen im Reagenzglas zaubern. Und, Experiment geschafft? „Sogar als erste Gruppe“, sagt Maximilian Heinrich vom Oberstufenzentrum Oder-Spree in Fürstenwalde nicht ohne Stolz. Bei ihm im Team war auch Leonard Behrenroth vom OSZ TIEM. Bei dem Experiment sei es nicht nur um das richtige Ergebnis gegangen, sondern auch um Gruppenarbeit und Strukturierung der Aufgabe, ahnt er.

Da gibt es die, die gleich das Wort ergreifen, andere, die erst einmal abwarten, in sich gehen und überlegen. Alles wird registriert, denn jeweils zwei Schüler werden beobachtet von den Projektmitarbeitern, aber auch von Mitarbeitern der TH-Schülerlabore. Einmal mehr gilt: Der Weg ist das Ziel, Teamfähigkeit, Selbsteinschätzung, Kommunikation – alles kann relevant werden. „Neue Eigenschaften entdecken“, hat einer der Teilnehmer als eine seiner Erkenntnisse nach den Talente-Tagen an die Pinnwand geschrieben.

Von Karen Grunow

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