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Swen Ennullat: „Die Freude ist riesengroß“

Königs Wusterhausen Swen Ennullat: „Die Freude ist riesengroß“

Swen Ennullat ist neuer Bürgermeister in Königs Wusterhausen. Der 41-Jährige hatte bei der Stichwahl am Sonntagabend in allen Wahlkreisen die Nase klar vorne. Kostenlose Kita- und Hortplätze und mehr Bürgerbeteiligung stehen auf seiner Agenda.

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Swen Ennullat (M.).übernimmt am 16. Oktober die Amtsgeschäfte im Königs Wusterhausener Rathaus. Familie und Unterstützter gratulierten.

Quelle: Fotos: Gerlinde Irmscher (2)

Königs Wusterhausen. Gelöste Stimmung am Stichwahl-Abend im Bahnhof Zeesen: Kaum war klar, dass Swen Ennullat (41, Freie Wähler KW) sein Ergebnis aus dem ersten Wahlgang noch steigern konnte und Bürgermeister der Stadt Königs Wusterhausen wird, kamen Glückwünsche auf allen Kanälen. „Die Freude ist riesengroß. Jetzt freue ich mich auf die Aufgabe, es ist eine große Herausforderung“, sagte Ennullat der MAZ auf seiner Wahlparty. Als feststand, dass er seinen Kontrahenten Georg Hanke (SPD) weit hinter sich gelassen hatte, waren nur wenige Unterstützer vor Ort. Erst nach und nach trudelten sie ein – viele waren in die Wahllokale ausgeschwärmt, um die Auszählungsergebnisse schneller zu übermitteln. Später am Abend war der Bahnhof rappelvoll und gab es ein stetiges Schulterklopfen in gelöster Atmosphäre.

Fehlende Bürgernähe

„Ausschlaggebend für meine Kandidatur war, dass die neue Kitasatzung Anfang des Jahres gegen die Widerstände der Eltern durchgewunken wurde – wir hatten innerhalb einer Woche mehr als 1000 Unterschriften zusammen. Ich bin selbst Vorsitzender eines Kitaausschusses in Niederlehme – die Stadtverwaltung und der Bürgermeister haben uns versprochen, wir werden noch einmal beteiligt. Das hat aber nie stattgefunden“, so Ennullat. Die fehlende Bürgernähe und Bürgerbeteiligung sei ein großes Problem in der Stadt. Es müsse Vertrauen erarbeitet werden.

Eine gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und anderen Behörden sei künftig zwar wichtig. Es gehe aber nicht darum, den Wirtschaftsstandort Schönefelder Kreuz zu stärken, sondern darum, sich wieder mehr auf die Bedürfnisse der Stadt zu konzentrieren. Neben kostenlosen Kita- und Hortplätzen stünde auch die Modernisierung der Verwaltung auf der Agenda. „Wir haben kein modernes Controlling, wir hatten beim Rathaus und anderen Projekten immer wieder Mehrkosten, die nicht im laufenden Betrieb, sondern zu spät festgestellt wurden, sowie nicht nachvollziehbare Personalentscheidungen“, kritisierte Ennullat. So sei der Leiter des Baubereichs von seinen Aufgaben freigestellt worden. Man sei im Kontakt. „Ich möchte ihn wieder aktivieren, dass er wieder seinen Dienst tut“, so Ennullat.

Ennullat: Menschen mit SPD unzufrieden

Mit Blick auf die Stimmenverluste der SPD bei mehreren Bürgermeisterwahlen sagte er: „Die Menschen sind mit der Politik der SPD unzufrieden.“ Er erwarte nun, dass alle Fraktionen offen auf ihn zukommen – Abgeordnete hätten sich bereits für ihn ausgesprochen, darunter die FDP und Teile der CDU.

SPD-Kandidat Hanke über Wahlergebnis enttäuscht

„Ich bin enttäuscht“, sagte ein unterlegener Georg Hanke vor dem Rathaus in Königs Wusterhausen. Er hatte seinen Wahlkampfunterstützern noch einmal seinen Dank ausgesprochen. „Wir haben in den letzten Wochen noch einmal alles versucht – mit Infoständen und einem Tür-zu-Tür-Wahlkampf. Linke und CDU haben mich unterstützt“, so Hanke. Der Wunsch nach einer Veränderung sei bei den Bürgern groß. Erfolge der Vergangenheit seien als solche nicht wahrgenommen worden. Die etablierten Parteien hätten im Moment generell schlechte Karten, so Hanke. Ennullat habe die Stimmung der Menschen besser getroffen, einen emotionalen Wahlkampf der Gefühle geführt, die SPD habe dagegen mit Fakten argumentiert. Ennullats Versprechen einer Beitragsfreiheit von Kita- und Hortplätzen sei finanziell verantwortungslos, eine Mehrheit dafür in der SVV fraglich.

Vertreter von SPD, CDU und Linken signalisierten am Wahlabend, für Gespräche mit dem neuen Bürgermeister Ennullat zur Verfügung zu stehen.

Von Oliver Becker

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