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Dahme-Spreewald TH-Präsidentin Ulrike Tippe 100 Tage im Amt
Lokales Dahme-Spreewald TH-Präsidentin Ulrike Tippe 100 Tage im Amt
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00:31 13.03.2018
TH-Präsidentin Ulrike Tippe auf dem Balkon der Hochschulbibliothek. Quelle: Karen Grunow
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Wildau

Seit dem 1. Dezember 2017 ist Ulrike Tippe nunmehr die Präsidentin der Technischen Hochschule Wildau. Im Gespräch mit der MAZ erzählt sie von ihrem Start, ihren Aufgaben und ihren Ideen für das neue Amt, in das sie der Senat der Hochschule im vergangenen Juli nach 18 Jahren unter László Ungváris Führung wählte.

Fühlen Sie sich in Ihrem Amt angekommen?

Ulrike Tippe: Ja. Es ist das Amt und es ist auch die Rolle. Ich habe das Gefühl, so langsam komme ich an. Ich sammle Eindrücke, ich sammle Fakten, ich lerne immer noch viel dazu. Die interne Tour durch die Forschungsbereiche und Fachgebiete läuft noch. Ich führe auch Gespräche mit den Verwaltungseinheiten. Es wird sehr offen gesprochen, das finde ich gut. Ich hatte mir ja ein 100-Tage-Programm vorgenommen. Beim internen Aufbau der Strukturen bin ich im Plan. Ich habe seit dem 1. Februar eine persönliche Referentin und seit Januar gibt es eine Justiziarin an der Hochschule. Diese fachliche Expertise hilft schon sehr.

Wie war es in der ersten Zeit für Sie?

Die ersten zehn Tage war ich noch in meinem alten Büro. Da hatte ich noch nicht so das Feeling, es fühlte sich alles noch etwas provisorisch an. Am 15. Dezember habe ich im neuen Büro ausgepackt. Ich habe auch erst einmal „gestaunt“, was so alles zur Unterschrift vorgelegt wird, und habe einiges sortiert – und auch delegiert.

Wie haben Sie und Vizepräsidentin Nikola Fee Budilov-Nettelmann sowie die Vizepräsidenten Ralf Vandenhouten und Stefan Kubica und Kanzler Thomas Lehne als Team zueinander gefunden?

Wir sind kürzlich gemeinsam in Klausur gegangen, haben einen intensiven Tag zusammen verbracht im Schloss Steinhöfel und gemeinsam überlegt, welche Leitsätze uns beflügeln. Wir haben unsere Arbeitsweise festgelegt. Es war mehr als gut, ich bin sehr angetan, dass wir einen so guten Konsens haben.

Welche Leitsätze sind das?

Einige Beispiele: „Der Mensch steht im Mittelpunkt“, „Leistung macht uns Spaß“. Dass wir kooperativ sind – miteinander und füreinander. Mut haben, neue Wege zu gehen. Die TH Wildau soll ein Lern- und Lebensort sein. Wir haben Spaß dabei, sind weltoffen, ein Top-Arbeitgeber, familienfreundlich. Im übrigen ist ein Slogan entstanden, der könnte unserer werden: „TH Wildau ... weil wir Hochschule leben!“

Ihre persönlichen Schwerpunkte?

Die weitere Internationalisierung und die Hochschulkommunikation. Nach Ostern werde ich das neue Zentrum für Internationale Angelegenheiten vorstellen.

Was wird da zusammengeführt?

Es sind vier Säulen: Die erste ist das Sprachenzentrum. Weiterhin gehören zu dem Zentrum das Vorbereitungsjahr für internationale Studierende und unsere Kurse für Geflüchtete. Beide Aktivitäten werden zusammengefasst und bilden die zweite Säule. Die dritte besteht aus dem bereits bestehenden International Office, das perspektivisch auch für die Betreuung internationaler Gastwissenschaftler zuständig sein soll. Für die vierte Säule haben wir zumindest schon eine konkrete Idee: Wir möchten die zahlreichen Kooperationen mit internationalen Hochschulen im Haus koordinieren und nicht wie bisher über externe Dienstleister. Das soll bis zum Sommer realisiert werden.

Und die Hochschulkommunikation?

Im April werden wir einen Workshop für alle Hochschulangehörigen organisieren; es soll daraus ein Konzept zur Verbesserung der internen Kommunikation entwickelt werden. Für mich stellt sich dabei stets die Frage, wie wir unsere Arbeit im Präsidium kommunizieren. Auch Verwaltung und Wissenschaft können kommunikativ noch näher zusammenkommen. Im Mai geht auch endlich unsere englische Homepage an den Start, und ich bin gerade dabei, Ideen zu sammeln, wie wir den Immatrikulationstag künftig etwas anders gestalten können.

Das heißt?

Im Fokus an diesem Tag müssen die Studierenden stehen. Sie sollen den bestmöglichen Start bekommen. In diesem Zusammenhang kann auch diskutiert werden, ob man diesen Studienstart gegebenenfalls durch mehrere Orientierungstage ergänzen sollte.

Was steht an größeren Reisen an?

Ich fahre Mitte März zusammen mit meinem Vorgänger László Ungvári nach Sankt Petersburg zu unserer Partnerhochschule, um unsere Kooperation zu besprechen. Andere Partner versuche ich auch gerne zu uns nach Wildau einzuladen, denn die Hochschule braucht mich hier und jetzt. Daher versuche ich, meine Auslandsfahrten gut zu dosieren. Doch sind aber noch eine Ungarn-Fahrt sowie eine Reise zu unseren Partnern in Abu Dhabi in Planung. Und Ende des Jahres soll eine neue Kooperation mit Kuba im Bereich Logistik aufgebaut werden. Da bin ich als Präsidentin zumindest am Anfang gefordert. Nachhaltige Kooperationen benötigen allerdings stets engagierte Kolleginnen und Kollegen, die diese weiterentwickeln und pflegen.

Und hier vor Ort in der Region?

Ich möchte hier in der Region unter anderem sehr gerne mit den Schulleiterinnen und -leitern ins Gespräch kommen sowie gezielt wissenschaftliche und wirtschaftliche Partner besuchen. Dafür werde ich bestimmt noch bis zum Sommer brauchen.

Können Sie bei dem von Ihnen mitgegründeten Hochschulorchester noch aktiv mitwirken?

Ich war in den letzten drei Monaten schon bei einzelnen Proben, aber ich schaffe es nicht immer. Als neulich das Klavier kaputt ging, habe ich mich natürlich darum gekümmert, aber die Termine sind schon eng. Ich spüre ein bisschen die Art von „Fremdbestimmung“, die eintritt, wenn man seine Termine nicht mehr selbst organisiert. Aber das ist normal bei dieser Tätigkeit.

Ist das manchmal zu viel?

Die Menge ist es nicht, ich bin, glaube ich, gut organisiert und werde sehr gut durch meine Sekretärin und meine Referentin unterstützt. Es ist eher die Rolle, die ich nun einnehme. Ich empfinde es durchaus als Vorteil, dass ich vorher schon an der TH gearbeitet habe und nicht ganz neu bin, war aber immer als Kollegin bekannt. Nun spüre ich eine andere Erwartungshaltung. Aber ich bin kein Mensch, der Entscheidungen scheut.

Mit welchen Wünschen gehen Sie in die demnächst beginnenden Hochschulvertragsverhandlungen?

Die Attraktivität der TH Wildau als Studien- und Forschungsstätte weiter zu erhöhen, dass wir uns flexibler aufstellen können, auch im Hinblick auf Studien- und Weiterbildungsangebote. Wir brauchen dafür natürlich eine gute finanzielle Ausstattung.

60 Prozent der TH-Mitarbeiter haben nur befristete Verträge oder werden über Drittmittel finanziert.

Wir arbeiten hochgradig effizient – mit viel zu wenig Menschen. Wir brauchen personell größere Planungssicherheit! Wir sind in bestimmten Bereichen absolut top, bekommen es aber personell meistens nur aus Drittmitteln hin. Das ist einfach eine zu fragile Situation für alle Betroffenen und nicht nachhaltig.

Haben Sie Ideen, die Hochschule noch mehr für die Menschen der Region zu öffnen?

Das hat mit dem so genannten erweiterten Transferbegriff zu tun. Zum Beispiel ist das Seniorenseminar ganz wunderbar. Ich habe bereits zugesagt, dass ich im Herbst den ersten Vortrag im Wintersemester halten werde. Und wir haben natürlich auch die Kinderuni. Schön für die Zukunft wäre noch ein Format für die Generationen dazwischen. Weiterhin geistert bei mir im Kopf schon länger die Idee umher, als Hochschule gemeinsam mit der Stadt und anderen Partnern eine Art Volkslauf zu organisieren, ganz nach dem Motto „laufend lernen“. Und dann habe ich erfahren, dass es diese Idee hier schon seit Längerem gibt. So ein Sportevent für alle würde ich schön finden, das passt ja auch zu unserem Thema „gesundheitsbewusste Hochschule“, an dem wir gemeinsam mit der TKK als Partner arbeiten.

Wie ist denn Ihre generelle Einstellung zu Ihrem Amt als TH-Präsidentin?

Ich bin für sechs Jahre gewählt und so plane ich auch. Die Studierendenzahlen möchten wir wieder nach oben ziehen. Dafür brauchen wir einen langen Atem. Maßnahmen, die wir heute starten, greifen erst nach längerer Zeit. Ich bin allerdings unter anderem auch Marathon gelaufen und gehe nach wie vor gerne in die Berge. Von daher weiß ich auch, dass man nie zu schnell loslaufen sollte und sich die Kräfte einteilen muss, um das Ziel zu erreichen. Das funktioniert. Weite Wege schrecken mich nicht.

Von Karen Grunow

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