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Dahme-Spreewald Leserverführung dank fröhlichem Kumpel
Lokales Dahme-Spreewald Leserverführung dank fröhlichem Kumpel
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00:30 25.03.2018
Bereiten derzeit die Leseförderung mittels Nao-Roboter für die Stadtbibliothek in Wildau vor: Studentin Amanda Klinger, Kerstin Nelsen von der Stadtbibliothek, Telematik-Professorin Janett Mohnke und Sudentin Tina Lüthe (v.l.). Quelle: Karen Grunow
Wildau

„Hauptaugenmerk ist: Zum Lesen verführen“, betont Kerstin Nielsen. Die Mitarbeiterin der Wil­dauer Stadtbibliothek freut sich selbst schon sehr, dass dort bald ein kleiner humanoider Nao-Roboter Kindern dabei helfen wird, ihre Vorlese-Fähigkeiten zu verbessern.

Und zwar nicht, indem er das, was er dann zu hören bekommt, nach Kriterien wie in der Schule bewertet, sondern indem er einfach lobt und motiviert, nachfragt, Neugierde weckt.

Ab September startet die Testphase mit den ersten Kindern

Etwa ab September wird eine Testphase beginnen, bei der dann eine kleine Gruppe Kinder vom Vorschulalter bis zur vierten Klasse mitwirken wird. Im Dezember, so das Ziel, kann das außergewöhnliche Angebot ganz offiziell für alle kleinen Vorleser starten.

Studentinnen Amanda Klinger mit dem Leseroboter. Quelle: Karen Grunow

Technisch umgesetzt wird das Projekt „Leseförderung mit handlichen humanoiden Robotern“ derzeit an der Technischen Hochschule (TH) Wildau im Robotic-Lab des Studiengangs Telematik.

Die dafür zuständige Professorin Janett Mohnke konnte unter anderem die beiden Studentinnen Tina Lüthe und Amanda Klingner gewinnen, die für ihre Bachelor-Arbeiten zum Beispiel eine spezielle App und die Terminplanung entwickeln.

Die Kinder sollen dann Zeiten mit dem Roboter in der Bibliothek reservieren können, zu denen dann auch ihr zum Vorlesen ausgewähltes Buch zur Verfügung stehen muss.

Das Projekt hat schon den ersten Innovationspreis gewonnen

Es ist eine besondere Kooperation zwischen der TH und der Stadtbibliothek. „Wir arbeiten ja schon immer sehr eng zusammen“, sagt Kerstin Nielsen, die in der Stadtbücherei für den Kinderbibliotheksbereich zuständig ist.

Insbesondere mit der Hochschulbibliothek sind sie und ihre Kollegen gut vernetzt. Dort lernte sie auch den humanoiden Roboter Wilma kennen, der ab der kommenden Woche für die Nutzer der TH-Bibliothek als Wegweiser und Ansprechpartner zur Verfügung stehen wird. „Würde ich ihn auch gerne haben“, sagte sie damals fasziniert zu dem Leiter der Hochschulbibliothek, Frank Seeliger.

Der riet, ein entsprechendes Konzept für den neuen Innovationspreis der Berlin-Brandenburgischen Stiftung für Bibliotheks-Forschung einzureichen. „Dass wir den Preis dann gewinnen, damit haben wir nicht gerechnet“, erzählt Kerstin Nielsen.

Positive Resonanz aber auch Skepsis

Während in der Hochschulbibliothek ein rund 1,20 Meter großer rollender Pepper-Roboter unterwegs sein wird, sollen in der Stadtbibliothek die kleineren sehr beweglichen Nao-Roboter zum Einsatz kommen.

Die Kinder können ihn dann in eine Kuschelecke mitnehmen, es sich gemütlich machen mit dem „fröhlichen Kumpel“, wie Janett Mohnke über ihn sagt.

“Der Roboter ist ein Zusatzangebot“, sagt Janett Mohnke. Das Vorlesen innerhalb der Familie soll er nicht ersetzen. Quelle: Karen Grunow

Gerade waren sie und ihr Team mit einem Nao zur Leipziger Buchmesse eingeladen. Immer wieder wurde er dort vorgeführt, sie erzählte über die TH, den Studiengang, Wilma und natürlich das Leseförderungsprojekt. Rundum positiv, berichtet sie, sei die Resonanz gewesen.

Trotzdem kenne sie die Skepsis einiger, dass so ein Roboter womöglich das Vorlesen eines Kindes in der Familie ablösen könne. „Es ist ein Zusatzangebot“, betont sie. Das auch schüchternen Kindern ein emphatisches und pfiffiges Gegenüber bietet.

Der mit 10 000 Euro dotierte Innovationspreis ermöglicht die technische Umsetzung, die Programmierung, deckt aber nicht die Anschaffung eines Roboters, dafür wäre ein Sponsor nötig. Deshalb werden zunächst die des Robotic-Lab immer bei Bedarf an die Stadtbibliothek verliehen.

Von Karen Grunow

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