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Dahme-Spreewald Tafel braucht neue Bleibe
Lokales Dahme-Spreewald Tafel braucht neue Bleibe
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00:18 22.05.2017
In diesem Haus in der Scheederstraße ist die Tafel untergebracht. Es wird, wie das Gebäude hinten, abgerissen. Wohnungen werden gebaut. Quelle: Frank Pawlowski
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Königs Wusterhausen

Die Königs Wusterhausener Tafel, die Lebensmittel, Möbel und Bekleidung an Bedürftige abgibt, muss eine neue Bleibe finden. Die Räume in der Scheederstraße 9 wurden von der Stadt zum Jahresende gekündigt. Das Haus wird abgerissen, ebenso wie das Gebäude dahinter, das von einem christlichen Verein genutzt wurde. Er ist bereits ausgezogen. Auf dem Grundstück sollen Wohnungen gebaut werden, teilte eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Donnerstag mit.

Bezahlbare Räume sind schwierig zu finden

Für den Arbeitslosenverband, der die Tafel betreibt, wird es nun ernst bei der Suche nach einem neuen Domizil. Erste Gespräche darüber gab es bereits, berichtet Franziska Reschke, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses in Bestensee, zu dem die Tafel in Königs Wusterhausen gehört. „Wir haben uns auch selbst schon umgeschaut, aber es ist schwierig, in der Stadt etwas Bezahlbares zu finden“, sagt die 32-Jährige. Der Verband will unbedingt in der Stadt bleiben, weil vor allem Bewohner aus dem Neubaugebiet zur Tafel kommen.

Franziska Reschke, 32, leitet das Mehrgenerationenhaus in Bestensee, zu dem die Tafel in Königs Wusterhausen gehört. Quelle: Dietrich von Schell

Verband will in der Stadt bleiben

45 bis 50 Besucher sind es im Durchschnitt an jedem der drei Öffnungstage in der Woche. Ihnen sollen längere Wege erspart bleiben. Hinzu kommt, dass sich viele von ihnen eine Busfahrt in einen anderen Ort nicht leisten könnten. Aus diesen Gründen scheidet derzeit ein Umzug ins Mehrgenerationenhaus in Bestensee aus. Der Zulauf in Königs Wusterhausen ist auch deshalb so groß, weil Asylbewerber und Flüchtlinge aus dem Kreis mitversorgt werden, die hier ihre Integrationskurse absolvieren.

Gesucht: 120 bis 150 Quadratmeter

Für die neue Tafel sucht der Verband ein Objekt mit 120 bis 150 Quadratmetern Nutzfläche, erzählt Reschke. Es muss Platz für einen Lagerraum mit Kühlzelle, einen Raum für die Ausgabe, außerdem für eine kleine Teeküche, einen Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter sowie eine Toilette geben. Passende Gewerbeflächen gebe es zwar in der Stadt, aber neben den Preisen sei mitunter die Vermietung an den Arbeitslosenverband ein Problem. Nicht jeder Eigentümer will eine Tafel im Haus haben.

Hilferuf an die SVV-Fraktionen

Franziska Reschke ist trotzdem zuversichtlich. An die Fraktionen im Stadtrat schrieb sie schon Hilfe suchend einen Brief, wandte sich zudem an Königs Wusterhausens Bürgermeister Lutz Franzke (SPD). Der hatte kürzlich im Stadtrat verkündet: „Wir haben zugesichert, dass wir den Verband unterstützen wollen. Wir arbeiten daran, haben aber noch keine Lösung.“ Am kommenden Montag soll es ein weiteres gemeinsames Gespräch geben.

Viele ehrenamtliche Helfer im Einsatz

Für die Tafel in Königs Wusterhausen sind sechs ehrenamtliche Helfer sowie sechs Ein-Euro-Jobber im Einsatz. Eine Koordinatorin hält die Fäden zusammen. Außerdem gibt es die ehrenamtlichen Kraftfahrer. Sie holen die Lebensmittel aus Supermärkten, unter anderem in Wildau, Teupitz, Schulzendorf, Bestensee und Königs Wusterhausen.

Spenden fließen nicht mehr so üppig

Die Spenden sind zwar immer noch ausreichend, aber nicht mehr so üppig wie in früheren Jahren. „Man merkt, dass bei den Discountern nicht mehr so viel übrig bleibt“, hat Franziska Reschke festgestellt. Für die Tafelkisten mit Obst, Gemüse, Milchprodukten und anderen Lebensmitteln sowie Pflegeartikeln zahlen die Besucher in Bestensee drei, in Königs Wusterhausen vier Euro. Es kommt vor, dass schon zwei Stunden vor der Öffnung die ersten Kunden am Eingang warten.

Von Frank Pawlowski

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