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Dahme-Spreewald Tafel erinnert an Paul Gerhardt
Lokales Dahme-Spreewald Tafel erinnert an Paul Gerhardt
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00:16 29.08.2017
Ebenfalls an dieser Ecke soll die Hinweistafel für den Kirchenlieddichter Paul Gerhardt aufgestellt werden. Quelle: Andrea Müller
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Für den weltweit bekannten Kirchenlieddichter Paul Gerhardt soll im Rahmen des Mittelaltermarktes am 23. September an der Ecke Paul-Gerhardt-Straße/St.-Moritz-Kirchstraße in Mittenwalde eine Hinweistafel aufgestellt werden. Damit will die Stadt einerseits ihren Ehrenbürger ehren, andererseits aber auch an die Reformation erinnern nach dem Motto: Luthers Wort und Gerhardts Lied.

Standort nicht abschließend geklärt

An dem für die Hinweistafel genannten Standort soll die alte Propstei gestanden haben, in der Paul Gerhardt gewohnt und gearbeitet hat. Allerdings ist man sich in der Stadt nicht ganz einig, wo das Haus gestanden hat. Vera Schmidt, Chefin des Heimatvereins und Heimatforscherin, interpretiert alle vorhandenen Unterlagen so, dass es nicht im heutigen Garten der St. Moritz Kirche gestanden haben kann, sondern eher gegenüber an der Stelle des Hauses, in dem sich heute die Kindertagesstätte befindet. „Leider ist in allen bisher gefundenen Originalquellen die Beschreibung der Lage der Propstei nicht eindeutig formuliert“, so Schmidt. In Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ sei sie aber auf eine Beschreibung des Hauses gestoßen. Über seinen Besuch 1862 in Mittenwalde schrieb Fontane: „Das Propsteigebäude, das noch vor einigen fünfzig Jahren bewohnt war, ist seitdem abgebrochen und selbst der Garten, ... liegt, wüst geworden, ohne Zaun und Einfassung zwischen zwei Nachbargärten.“ Für die Heimatforscherin sei dies ein deutlicher Hinweis dafür, dass die alte Propstei wahrscheinlicher in der Paul-Gerhardt-Straße gestanden habe. Denn auf dem Kirchhof sei nicht genug Raum, so dass das Haus auch noch zwischen zwei Nachbargärten gestanden haben kann.

Liedgut ist Weltkulturerbe

Dennoch soll die Tafel auf der anderen Straßenseite stehen und dem Besucher den Blick hinüber in Richtung alte Propstei ermöglichen. Eine Zeichnung soll Aussehen und Standort des Hauses sichtbar machen. Hinzu kommen die wesentlichen Lebensdaten von Paul Gerhardt, der 1607 in Gräfenhainichen geboren wurde und 1676 in Lübben starb. In Mittenwalde diente er der Kirche und den Menschen von 1651 bis 1657. In dieser Zeit pflegte Paul Gerhardt besonders die Liedkunst. 1653 erschien die fünfte Auflage von Crügers Gesangbuch, in dem sich 64 neue Lieder von Gerhardt befanden. In dieser Zeit verfasste er auch das Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“, das heute zum Weltkulturerbe zählt.

Paul Gerhardt ist Ehrenbürger von Mittenwalde. Im Kirchgarten steht ein Denkmal, das Karl-Heinz Drogula, der ebenfalls Ehrenbürger ist, aber Ende Juli verstorben war, der Stadt gestiftet hatte. Mehrmals hatte der Tourismusausschuss unter Federführung von Carsten Clemen (CDU) Anlauf genommen, der Stadt den Beinamen Paul Gerhardt zu verleihen. Dieses Ansinnen ist in der Stadtverordnetenversammlung von Mittenwalde gescheitert. Nun wollen die Mittenwalder mit einer Tafel den bekannten Mann und sein Wirken, das weit über Mittenwalde hinaus reicht, würdigen und ihn auf diese Weise ein weiteres Mal ins Gedächtnis der Einwohner und Gäste der Stadt rufen.

Die Hinweistafel soll am 23. September um 14 Uhr feierlich in Anwesenheit vieler Gäste enthüllt werden, teilte Carsten Clemen als Vertreter der Arbeitsgruppe Reformation mit.

Von Andrea Müller

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